Bombendrohung - Ukrainer wollte Flugzeug nach Sotschi entführen

Türkische Luftwaffe zwingt Maschine zur Landung: Bombendrohung - Ukrainer wollte Flugzeug nach Sotschi entführen

Während der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele ist möglicherweise ein Anschlag auf Sotschi vereitelt worden. Ein Passagier aus der Ukraine drohte angeblich eine Bombe zu zünden, sollte die Maschine nicht Kurs auf Sotschi nehmen. Die türkische Luftwaffe griff ein.

Die in der Ukraine gestartete Boeing 737-800 der Linie Pegasus wurde am Freitagabend von einem türkischen Kampfjet zur Landung in Istanbul gezwungen. Ein Regierungsvertreter bestätigte, ein ukrainischer Passagier habe gedroht, eine Bombe zu zünden, sollte die Maschine nicht Kurs auf Sotschi nehmen. Er wurde in Istanbul überwältigt.

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Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete unter Berufung auf den ukrainischen Sicherheitsdienst, der Passagier sei betrunken gewesen. Er sei ruhig gestellt worden. Zudem seien keine Waffen oder Sprengsätze an seinem Körper gefunden worden, hieß es.

Der Pilot schlug Alarm

Der türkische Staatssekretär für Verkehr, Habib Soluk, erklärte, der Ukrainer habe gedroht, das Flugzeug der Fluglinie Pegasus aus Charkiw mit 110 Passagieren an Bord in die Luft zu sprengen, sollte es nicht nach Sotschi fliegen, wo die Winterspiele eröffnet wurden.

Wie ein Sprecher des türkischen Verkehrsministeriums dem Sender NTV sagte, hatten die Behörden versucht, den verdächtigen Passagier zur Aufgabe zu überreden. "Dem Mann wurde versichert, das Flugzeug befinde sich auf dem Weg nach Sotschi", sagte der Staatssekretär des Verkehrsministeriums, Habib Soluk. Der Sender TRT berichtete, Behördenvertreter hätten den mutmaßlichen Entführer zur Aufgabe überreden können. Er befinde sich nun in Polizeigewahrsam. Das Verkehrsministerium bestätigte diese Informationen zunächst nicht.

Wie der Staatssekretär des Verkehrsministeriums, Habib Soluk, sagte, hatte sich der Passagier von seinem Sitz erhoben und gerufen, dass sich eine Bombe an Bord befinde, er habe den Zünder dafür. Er habe versucht, das abgeschlossene Cockpit zu betreten. Der Pilot soll ein Alarmsignal gegeben haben, dass es einen Versuch gab, das Flugzeug zu entführen.

Nach der Warnung stieg ein Kampfjet auf

Daraufhin wurde der Flughafen in Alarmbereitschaft versetzt. Die Fluggesellschaft Pegasus bestätigte, es habe eine Bombendrohung an Bord der Maschine gegeben.

Nach der Auslösung des Alarms startete ein F-16-Kampfjet der türkischen Luftwaffe und zwang die Maschine zur Landung auf dem Sabiha-Gökcen-Flughafen von Istanbul. Laut den Medienberichten durchsuchten Anti-Terror-Einheiten sämtliche Passagiere nach Sprengstoff. Wenig später wurde gemeldet, dass Sondereinsatzkräfte in das Flugzeug eingedrungen seien und den mutmaßlichen Luftpiraten festgenommen hätten.

Die Terrordrohung ist in Sotschi allgegenwärtig

Die Spiele in Sotschi finden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Islamistische Rebellen im Nordkaukasus haben gedroht, während des Sportereignisses, das die größte internationale Veranstaltung in Russland seit dem Ende der Sowjetunion 1991 ist, Anschläge zu verüben. Die Drohung erhielt zusätzliche Dringlichkeit, als Ende Dezember in der Stadt Wolgograd nordöstlich von Sotschi zwei Bomben am Bahnhof und in einem Bus explodierten. Bei den Anschlägen wurden 34 Menschen getötet.

In der Ukraine gibt es seit Monaten teils gewaltsame Proteste gegen Präsident Viktor Janukowitsch, der sich am Abend ebenso wie zahlreiche weitere Staatsführer zur Eröffnungsfeier in Sotschi befand.

(sid/AFP/AP)
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