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US-Leichtathleten sagen Trainingslager ab - Städte wollen keine Gastgeber sein

USA sagen Trainingslager ab : Dutzende japanische Städte wollen keine Olympia-Gastgeber mehr sein

Die Coronavirus-Pandemie beeinflusst die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele und macht deutlich, wie schwierig die Verhältnisse in Japan noch sind. Nun haben erste Mannschaften ihre Trainingslager abgesagt - zudem ziehen sich Städte als Gastgeber zurück.

Die Leichtathletik-Mannschaft der USA hat ihr vorolympisches Trainingslager in Japan abgesagt. Das teilten japanische Offizielle und das US-Team am Donnerstag mit. Als Grund nannten sie Sicherheitsbedenken aufgrund der Corona-Pandemie. Mit dieser Entscheidung sind die USA nicht alleine, auch andere Athleten hatten ihre Trainingslager bereits abgesagt. Ursprünglich sollte es außerhalb von Tokio in Chiba stattfinden.

Zudem haben in Japan Dutzende Städte ihre Gastgeberrolle für die Olympischen Spiele und die Paralympics in gut zwei Monaten aus Sorge vor dem Coronavirus aufgegeben. Wie die Zeitung „Nikkei“ und andere japanische Medien am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise berichteten, haben sich zwischen 30 und 40 Gemeinden zurückgezogen, die sich im Rahmen des „Host Town“-Programms als Trainingslager für ausländische Athleten und zum kulturellen Austausch angeboten hatten.

So haben neben den US-Leichtathleten auch das britische Rollstuhl-Basketballteam sowie die russischen Fechter nach Informationen der Nachrichtenagentur Kyodo ein Trainingslager Chiba abgesagt.

Zwar wolle die japanische Regierung die zusätzlichen Kosten der Gastgeberstädte für Corona-Maßnahmen decken und habe Richtlinien erarbeitet, doch kleinere Gemeinden hätten nicht genug Personal für die zusätzlichen Aufgaben. Außerdem habe eine zunehmende Zahl an ausländischen Delegationen von sich aus einen Rückzieher gemacht.

Zu Ende April hätten sich 528 Gemeinden in Japan angemeldet, um Athleten aus 184 Ländern und Regionen willkommen zu heißen, berichtete die Agentur Kyodo. Die Regierung habe die Gemeinden aufgerufen, den kulturellen Austausch unter anderem online fortzusetzen, hieß es.

Das Internationale Olympische Komitee rechnet derweil für die Sommerspiele in Tokio mit einer hohen Impfquote bei den Teilnehmern. Bislang seien 7800 Athletinnen und Athleten qualifiziert. Damit stehen mehr als 70 Prozent der 11 000 Teilnehmer fest. Bis zum 29. Juni sollen weitere 20 Prozent der Plätze über Ranglisten sowie zehn Prozent über noch ausstehende Qualifikationswettbewerbe gefüllt werden, hieß es.

(dör/dpa/SID)