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Olympische Spiele 2021 Tokio: Zeitplan, neue Sportarten, Termine, Maskottchen, Favoriten

Zeitplan, Termine, TV-Übertragung : Das müssen Sie über die Olympischen Spiele in Tokio wissen

Wegen der Corona-Pandemie finden die Olympischen Spiele mit einem Jahr Verspätung statt. Vom 23. Juli bis 8. August 2021 kämpfen hunderte Athleten in Tokio um Medaillen. Hier finden Sie alles, was Sie zu den Sommerspielen wissen müssen.

Erstmals in der Geschichte der Olympischen Spiele muss das Großereignis außerhalb des üblichen Vier-Jahres-Rhythmus stattfinden. Schuld ist die Corona-Pandemie.

Wann und wo finden die Olympischen Spiele statt?

Die Sommerspiele finden in Tokio in Japan statt; allerdings wegen der Corona-Pandemie ein Jahr später als eigentlich geplant. Im März 2020 wurde Olympia 2020 vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und Veranstalter Japan auf den Sommer 2021 verlegt. Nun sollen die Spiele vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 ausgetragen werden. Das ursprüngliche Datum war der 24. Juli bis 9. August 2020. Damit finden erstmals Olympische Spiele außerhalb des Vier-Jahres-Rhythmus statt.

In Tokio fanden bereits 1964 Olympische Spiele statt. Die Spiele 1940 musste man an das IOC zurückgeben, nachdem im Sommer 1938 der Japanisch-Chinesische Krieg ausgebrochen war. Im September 2013 wurde Tokio vom IOC als Ausrichter der Spiele 2020 gewählt.

Zeitplan der Olympischen Spiele – das sind die Termine

Nicht nur die Athleten, auch viele Fans möchten bereits wissen, wann welche Wettkämpfe und Entscheidungen bei den olympischen Sommerspielen in Tokio anstehen. Die Termine, die zum Frühjahr 2020 bekannt waren, bezogen sich noch auf den Zeitplan aus der Olympiabewerbung der Japaner. Das zeitgenaue Programm für die verschobenen Spiele steht Stand März 2021 noch nicht abschließend fest. Sobald es genaue Informationen über Termine, Zeiten und Entscheidungen gibt, informieren wir Sie hier darüber.

Die Eröffnungsfeier ist für den 23. Juli geplant. Schon an den beiden Tagen davor finden erste Wettkämpfe statt, an denen aber noch keine Medaillen vergeben werden. In der ersten Woche der Olympischen Spiele sollen laut vorläufigem Plan unter anderem die Entscheidungen im Fechten, Judo, Gewichtheben, Rudern und Dressurreiten an. Auch im Schwimmen und Turnen wird bereits in der ersten Woche erstes olympisches Gold vergeben. In der zweiten Hälfte der Olympischen Spiele in Tokio werden Gold, Silber und Bronze in den Mannschaftssportarten wie Fußball, Handball oder Hockey vergeben. Höhepunkt sind auch die Entscheidungen in Leichtathletik, Kanu und Bahnrad.

Hier gibt es einen Überblick über den aktuellen Zeitplan.

Wie sieht das Maskottchen von Olympia 2020 in Tokio aus und wie heißt das Maskottchen?

Das olympische Maskottchen für Tokio heißt Miraitowa und wurde von Ryo Taniguchi erschaffen. Der Name setzt sich aus den japanischen Wörtern Mirai, das Zukunft heißt, und Towa (Ewigkeit) zusammen. Das Organisationskomitee in Japan teilte mit, der Name soll eine „Zukunft ewiger Hoffnung in den Herzen aller Menschen in der ganzen Welt“ fördern. Name und Maskottchen standen schon vor der Corona-Pandemie fest. Das Maskottchen besteh zudem aus einer Verbindung moderner und traditioneller Elemente der japanischen Kultur. Auf seiner Stirn trägt Miraitowa das Emblem der Tokio-Spiele, das wiederum aus einem Schachbrettmuster besteht. Jeder über 18-jährige Japaner durfte Entwürfe für ein Maskottchen einreichen. 2042 Vorschläge wurden eingereicht, das Komitee wählte seinen drei Favoriten und ließ die Grundschulkinder aus fast 17.000 Schulen über den Sieger abstimmen.

Wie sieht das Logo der Olympischen Spiele 2020 aus?

Um das Logo für Tokio 2020 gab es schon fünf Jahre vor den Spielen Streit. Das am 24. Juli 2015 vorgestellte Logo zeigte ein stilisiertes T mit einem roten Kreis in der oberen Ecke rechts, der gleichzeitig ein schlagendes Herz, die Flagge Japans und eine vereinigte Welt symbolisieren sollte. Das stilisierte T wies jedoch starke Ähnlichkeiten mit dem Logo des belgischen Théâtre de Liège auf. Der Urheber dieses Logos ließ dann auch eine Urheberrechtsverletzung prüfen, woraufhin die Olympia-Organisatoren ihr Logo zurückzogen. Das neue Logo stammt von dem Künstler Asao Tokolo und wurde am 25. April 2016 präsentiert. Das blaue Schachbrettmuster erinnert an einen Siegeskranz, soll aber vor allem die unterschiedlichen Länder, Kulturen und Denkweisen symbolisieren, die bei Olympia zusammenkommen und verflochten sind. Zudem hat das Logo starke Bezüge zur japanischen Geschichte. In der Edo-Zeit wurden oft karierte Muster verwendet. Das Indigo-Blau ist zudem eine traditionelle Farbe in Japan.

Auch nach der coronabedingten Verschiebung der Spiele auf 2021 bleibt der Markenname „Tokyo 2020“ in dem Logo stehen.

Wie viele Medaillen werden in Tokio vergeben?

Bei den Olympischen Spielen in Japan soll es 33 Wettkämpfe mehr geben als noch 2016 in Rio. Damit werden dann auch 99 Medaillen mehr vergeben. Insgesamt kämpfen Athleten aus 33 Sportarten (fünf mehr als 2016) mit insgesamt 51 Disziplinen (neun mehr als 2016) in 339 Wettbewerben jeweils um Gold, Silber und Bronze. Es sind also 1017 Medaillen zu vergeben. Für die Frauen geht es in 156 Wettkämpfen um den Olympiasieg, für die Herren in 165. Zudem gibt es für beide Geschlechter offene Disziplinen wie im Reitsport und zwölf Mixed-Wettbewerbe.

Wie werden die Medaillen aussehen?

Ein Abbild der griechischen Siegesgöttin Nike prägt die Vorderseite der Olympia-Medaillen. Die Siegesgöttin steht vor dem Panathinaiko-Stadion. Name und Logo der Tokio-Spiele sowie das olympische Fünf-Ringe-Symbol zieren die Rückseite. Vorgestellt wurde das Designe der Medaillen, das Junichi Kawanishi entworfen hat, am 24. Juli 2019, ein Jahr vor dem eigentlich geplanten Start der Sommerspiele 2020. Die Medaillen werden auch recyceltem Edelmetall hergestellt, das aus gespendeten Elektrogeräten stammen soll.

In diesen Sportarten hat Deutschland bei den Sommerspielen 2016 in Rio Gold gewonnen und stellt somit den aktuellen Olympiasieger

17 Goldmedaillen hat Deutschland bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 gewonnen. Insgesamt holte man 42 Medaillen (17x Gold, 10x Silber, 15x Bronze). Den aktuellen Olympissieger stellt Deutschland in folgenden Sportarten/Disziplinen:
Reiten (Vielseitigkeit, Einzel, Männer)
Reiten (Dressur, Mannschaft)
Rudern (Doppelvierer, Männer)
Rudern (Doppelvierer, Frauen)
Schießen (Dreistellungskampf, 50 Meter, Frauen)
Schießen (Kleinkalibergewehr liegend 50 Meter, Männer)
Schießen (Schnellfeuerpistole 25 Meter, Männer)
Diskuswurf (Leichtathletik, Männer)
Speerwurf (Leichtathletik, Männer)
Kanu (C-1 1000m, Männer)
Kanu (K-2 1000m, Männer)
Kanu (C-2 1000m, Männer)
Kanu (K-4 1000m, Männer)
Fußball (Frauen)
Gerätturnen (Reck, Männer)
Bahnrad (Sprint, Frauen)
Beachvolleyball (Frauen)

Alle Goldmedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele von Rio 2016 in der Übersicht

Die Olympischen Sportarten für Tokio 2021 im Überblick

Badminton

Base- und Sofball

Basketball, 3×3-Basketball

Bogenschießen

Boxen

Fechten

Fußball

Gewichtheben

Golf

Handball

Hockey

Judo

Kanu: Kanurennsport, Kanuslalom

Karate:

Leichtathletik

Moderner Fünfkampf

Radsport: Bahnrad, BMX, Freestyle, Race, Mountainbike, Straße

Reiten: Dressur, Springen, Vielseitigkeit

Ringen: Freistil , Griechisch-römisch

Rudern

Rugby, 7er-Rugby

Schießen

Schwimmsport: Freiwasserschwimmen, Schwimmen, Synchronschwimmen, Wasserball, Wasserspringen

Segeln

Skateboard

Sportklettern

Surfen

Taekwondo

Tennis

Tischtennis

Triathlon

Turnsport: Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Trampolinturnen

Volleyball, Beachvolleyball

Welche Sportarten sind 2021 in Tokio erstmals olympisch?

Skateboard, Surfen, Sportklettern und Karate feiern in Tokio als neue Sportarten ihre olympische Premiere. Baseball und Softball sind auch wieder dabei. Sie gehörten bereits von 1992 bis 2008 zum olympischen Programm, verloren den Status aber für 2012 und 2016. Im Basketball kommt die Street-Version 3x3-Basketball als neue Disziplin hinzu.

Was ist sonst neu bei Olympia 2021?

Das IOC hat für 2020 einen Schwerpunkt auf Mixed-Wettbewerbe gelegt. Die kommen im Bogenschießen, Judo und Triathlon neu hinzu. Auch in der Leichtathletik wird es in Tokio eine Mixed-Staffel über 4x400 Meter geben. Die Tischtennisspielerinnen und -spieler treten erstmals auch im Mixed-Doppel an. Im Fechten bekommen die Frauen einen Teamwettbewerb im Florett, die Herren einen im Säbelfechten.

Das Programm im Schwimmen wird ebenfalls erweitert. Bei den Männern kommen die 800 Meter Freistil hinzu, bei den Frauen die 1500 Meter Freistil. Auch hier wird es eine neue Mixed-Staffel geben – über die 4x100 Meter Lagen. Beim Gewichtheben fällt für die Männer eine Kategorie weg, im Kanusport werden drei Männerentscheidungen durch drei neue Wettkämpfe für Frauen ersetzt. Auch im Boxen, Rudern, Schießen und Bahnradsport gibt es kleine Veränderungen. Ziel des IOC war es bei diesen Entscheidungen vor allem, eine möglichst ausgeglichene Teilnehmerzahl bei Frauen und Männern zu erreichen. Außerdem sollte sich auch die Zahl der Wettbewerbe für jedes Geschlecht annähern. In Tokio wird es nun 165 Wettbewerbe für Männer geben und 156 für Frauen, hinzu kommen sechs offene Wettbewerbe und zwölf Mixed-Entscheidungen.

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Olympischen Spiele aus?

Erstmals in der Geschichte der Olympischen Spiele musste die Großveranstaltung verschoben werden. Absagen gab es bereits, eine Verschiebung und Spiele außerhalb des Vier-Jahres-Rhythmus sind aber ein Novum.

Am 24. März 2020 hatte das Internationale Olympische Komitee nach langem Zögern entschieden, die Olympischen Sommerspiele wegen der Corona-Pandemie zu verschieben. Länder wir Kanada und auch einzlen Sportler hatten da ihre Teilnahme für 2020 bereits abgesagt. Der Olympische Fackellauf hatte im März gerade begonnen, wurde dann aber unterbrochen. Eine weitere Verschiebung der Spiele hielt der damalige Chef des Organisationskomitees, Yoshirō Mori, im Januar für „unmöglich“. Dennoch gibt es erneut vermehrt Forderungen nach einer Absage der Spiele auch 2021, da sich weltweit ansteckenderer Mutationen des Coronavirus verbreiten und in in vielen Ländern die Corona-Beschränkungen wieder verschärft werden - bis hin zu Einreiseverboten.

Japan hat derweil ein 32-seitiges Corona-Handbuch mit Regeln und Hygienemaßnahmen für die Ausrichtung der Spiele trotz Corona vorgelegt. Die Teilnahme an den Sommerspielen sei demnach für die Sportler gänzlich „auf eigenes Risiko“. Um eine Ausbreitung des Coronavirus bei Olympia und vor allem im Olympischen Dorf zu verhindern, soll die Bewegungsfreiheit start eingeschränkt werden. Zwei Wochen nach der Ankunft müssen Athleten und ihre Betreuer in eine Quarantäne, die der bei den Australian Open der Tennisspieler ähnlich ist. Sie dürfen sich nur in ihrer Unterkunft, an olympischen Wettkampf- und Trainingsstätten sowie einigen wenigen klar bestimmten Orten aufhalten. Es gilt bei den gesamten Spielen Maskenpflicht. Regelmäßige Coronatests und das Einhalten von Hygiene- und Abstandsregeln sind Pflicht. Außerdem sollen die Athleten eine Corona-Warn-App nutzen und keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Aus dem Olympischen Dorf müssen sie nach ihren Wettkämpfen so schnell wie möglich abreisen.

Auch für Helfer, Medien und Betreuer gelten diese strengen Regeln. Bei Wiederholten Verstößen können das Recht zur Teilnahme an den olympischen Wettkämpfen oder die Akkreditierung entzogen werden.

Ob Zuschauer erlaubt sein werden, ist Stand März 2021 noch nicht abschließend geklärt. Sollte die Infektionslage Zuschauer möglich machen, dürfen sie die Athleten aber nur durch klatschen, nicht durch Rufe und Gesänge anfeuern. Am 3. März 2021 wurde bekannt, dass die japanische Regierung wegen der Kritik aus der Bevölkerung einen Ausschluss von ausländischen Zuschauern durchsetzen will. Eine Entscheidung in dieser Frage solle bis Ende März fallen, sagte Organisationschefin Seiko Hashimoto. Ob japanische Fans dabei sein dürfen und wie viele, wird weiter geprüft. Eine Entscheidung soll im April fallen.

Fest steht bereits, dass bei der Zeremonie zum Start des olympischen Fackellaufs am 25. März in Fukushima keine Zuschauer zugelassen werden. Die Organisatoren ermunterten die Bevölkerung aber, den 121 Tage dauernden Lauf live im Internet zu verfolgen. Auch die Auftaktzeremonie wird im Internet zu sehen sein. Am Ende jedes Tages während des Laufs sind an den einzelnen Orten Veranstaltungen geplant, doch müssen die Teilnehmer grundsätzlich vorher reservieren.

Aus welchen Ländern kommen die meisten Teilnehmer?

Bisher haben sich Sportlerinnen und Sportler aus 140 Ländern für die Olympischen Spielen in Tokio qualifiziert (Stand 9. Januar 2020). Die jeweiligen Top-3-Nationen:

Europa: Großbritannien (230 Teilnehmer), Deutschland (184), Spanien (171)

Amerika: USA (398), Kanada (161), Brasilien (129)

Asien: Japan, (407), China (202), Südkorea (94)

Ozeanien: Australien (251), Neuseeland (159), Fidschi (24)

Afrika: Südafrika (82), Ägypten (68), Kenia (47)

Athleten aus Russland dürfen wie bei den Olympischen Winterspielen 2018 nur unter neutraler Flagge starten - 148.

In welchen Stadien und Wettkampfstätten finden die olympischen Wettbewerbe statt?

Die Wettkämpfe sollen innerhalb möglichst geringer Distanzen durchgeführt werden. Deshalb werden die meisten Wettbewerbe innerhalb von acht Kilometern um das olympische Dorf ausgetragen. Der Bereich wurde in zwei Zonen aufgeteilt. Dies sind die „Heritage Zone“ und die „Tokio Bay Zone“. Bei 339 Wettbewerben in 33 Sportarten und 51 Disziplinen gibt es eine Vielzahl von Wettkampfstätten.

Die wichtigste Sportstätte in der Heritage Zone ist das Olympiastadion. Neben der Eröffnungsfeier und der Schlusszeremonie werden dort auch die Leichtathletikwettbewerbe und einige Fußballspiele ausgetragen. In der Tokio Bay Zone befindet sich unter anderem der Shiokaze Park für Beachvolleyball, das Sea Forest Waterway für Rudern und Kanu und der Ariake Tennis Park für die Tennis-Wettbewerbe.

Welche deutschen Teilnehmer sind schon für die Sommerspiele in Tokio 2021 qualifziert?

Hockey Beide Nationalteams haben bei den Qualifikationsspielen in Mönchengladbach souverän ihre Tokio-Tickets geholt. Die Frauen setzten sich problemlos gegen Italien (2:0/7:0) durch, die Männer hatten gegen Österreich (5:0/5:3) keine Mühe.