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Olympische Spiele 2021: So laufen die Volleyball-Turniere in Tokio ab

Olympische Spiele 2021 : So laufen die Volleyball-Turniere bei Olympia

Volleyball wird bei Olympia in der Halle und auf Sand gespielt. Deutschland hat sich für die Hallen-Disziplin nicht qualifiziert. Im Beachvolleyball tritt eine Olympia-Siegerin von 2016 an.

Volleyball ist als Mannschafts-Rückschlagsportart seit 1964 fester Bestandteil der Spiele. Damals feierte die Sportart in der diesjährigen Gastgeberstadt Tokio Premiere. Die japanische Frauenmannschaft sicherte sich die Goldmedaille vor heimischem Publikum. Bei den Männern gewann die Sowjetunion.

Gespielt wurde damals nur in der Halle. 1992 wurde dann auch Beachvolleyball als Demonstrationssportart vorgestellt, seit 1996 gehört es zum olympischen Programm.

Regeln

Sowohl in der Halle als auch auf Sand spielen beim Volleyball zwei Mannschaften auf einem durch ein Netz geteilten Spielfeld. Das Ziel ist es in beiden Fällen, den Ball so über das Netz zu schlagen, dass er in der gegnerischen Hälfte den Boden berührt oder man einen Fehler der Gegner provoziert. Beides gibt jeweils einen Punkt. In der Halle braucht ein Team 25 Punkte für einen Satzgewinn, auf Sand sind es 21 Punkte. In beiden Fällen muss die jeweilige Mannschaft mindestens zwei Punkte Vorsprung haben, um den Satz zu gewinnen. In der Halle wird über drei Gewinnsätze gespielt (“Best of five“), im Beachvolleyball über zwei (“Best of three“).

Sechs Spieler stehen in der Halle pro Mannschaft auf dem Feld. Beim Beachvolleyball wird lediglich zu zweit pro Team gespielt. Die Spieler und Spielerinnen in der Halle rotieren regelmäßig ihre Positionen. Ist eine Mannschaft im Ballbesitz, sind maximal drei Ballkontakte erlaubt. Im Volleyball darf der Ball grundsätzlich mit allen Körperteilen berührt werden, tatsächlich werden jedoch hauptsächlich Arme und Hände eingesetzt.

Wie viele Entscheidungen gibt es in Tokio?

In beiden Disziplinen gibt es jeweils zwei Entscheidungen. Je eine im Männer- und im Frauenturnier. In der Halle treten jeweils zwölf Mannschaften gegeneinander an.

Im Beachvolleyball starten jeweils 24 Teams. Hier konnten sich pro Nation maximal vier Teams (zwei bei den Männern, zwei bei den Frauen) qualifizieren.

Deutsche Teilnehmer

Beide deutsche Nationalteams im Hallen-Volleyball haben das Olympia-Ticket im letzten Spiel des jeweiligen Qualifikationsturniers im Januar verpasst. Die Frauen unterlagen im niederländischen Apeldoorn im Finale der Türkei, die Männer scheiterten im Endspiel in Berlin an Frankreich. Schon 2016 in Rio waren die deutschen Volleyballer nicht dabei.

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Besser sieht es im Beachvolleyball aus: Bei den Frauen haben sich Laura Ludwig, Olympia-Siegerin von 2016, und ihre Partnerin Margareta Kozuch (Hamburg) sowie die deutschen Meisterinnen von 2019, Karla Borger und Julia Sude (Düsseldorf), qualifiziert. Bei den Männern sicherten sich die Vizeweltmeister Julius Thole und Clemens Wickler (Hamburg) das Ticket für Tokio. Beim Continental Cup im niederländischen Den Haag verpassten die deutschen Männer im Juni den vierten und letzten Quotenplatz.

Hier finden Sie alle deutschen Teilnehmer bei den Spielen in Tokio.

Gewinner von Rio 2016

Das Turnier der Männer in der Halle gewann bei den vergangenen Olympischen Spielen das Team aus Brasilien. Bei den Frauen siegte China.

Auch im Beachvolleyball triumphierten die brasilianischen Männer: Das Duo Alison Cerutti und Bruno Oscar Schmidt holte die begehrte Goldmedaille. Bei den Frauen gelang den deutschen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst der Erfolg.

Favoriten

Aktuell gehören die beiden Rio-Olympiasieger Brasilien und China in der Halle zu den besten Mannschaften der Welt. Allerdings ist bei den Frauen auch mit dem Weltranglistenersten USA oder Weltmeister Serbien zu rechnen. Einer der größten Konkurrenten bei den Männern dürfte Weltmeister Polen sein.

Im Beachvolleyball sind Medaillen für Deutschland nicht unmöglich. Die Saison verlief aber durchwachsen für die deutschen Teams. Zuerst fiel Wickler aufgrund einer Blinddarm-OP aus, dann Thole verletzungsbedingt. Beide mussten deshalb bei den vergangenen Turnieren immer wieder mit wechselnden Partnern spielen, Ludwig/Kozuch und Borger/Sude fuhren nicht immer die erhofften Erfolge ein.

Mit sehr guten Chancen gehen hingegen die Weltmeisterinnen Sarah Pavan und Melissa Humana-Paredes aus Kanada ins Rennen. Bei den Männern ist mit dem Duo Anders Mol/Christian Sörum zu rechnen – die Norweger sind dreimalige Europameister und WM-Bronzegewinner. Sowohl Pavan/Humana-Paredes als auch Mol/Sörum führen die Weltrangliste an. Auch Russlands Weltmeister-Duo Oleg Stojanowski/Wjatscheslaw Krassilnikow ist zu beachten, ebenso die brasilianischen Teams. Die Nation ist die bislang erfolgreichste bei Olympischen Spielen.

Zeitplan

In der Halle starten die Männer am 24. Juli und kämpfen am 7. August um die Medaillen. Die Frauen schlagen ab dem 25. Juli auf, um Gold, Silber und Bronze geht es am 8. August.

Auch im Beachvolleyball startet die Vorrunde am 24. Juli. Die Frauen spielen am 6. August um die Medaillen, die Männer einen Tag später (7. August).

Hier finden Sie den kompletten Zeitplan der Volleyball-Wettbewerbe.

TV

Die Rechte für die Olympischen Spiele hat sich das Unternehmen Discovery gesichert, zu dem der Sender Eurosport gehört. Nicht nur für Tokio, sondern auch für die Spiele in Peking (2022) und Paris (2024). Eurosport überträgt manche Wettkämpfe live im Free-TV, andere nur im Livestream. Der Stream ist auch über die Plattform Dazn empfangbar, die Eurosport in ihrem Programm zeigt.

Lange Zeit war unklar, ob die Olympischen Spiele überhaupt im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen laufen. Doch auch ARD und ZDF dürfen von den Sommerspielen in Tokio berichten. Sie zeigen viele Sportarten live und auf ihren Internetseiten im Stream und wechseln sich bei der Übertragung ab.

(c-st/SID)