1. Sport
  2. Olympia

Olympische Spiele 2021: So laufen die Schwimm-Wettbewerbe in Tokio ab

Olympische Spiele in Tokio : So laufen die Schwimm-Wettbewerbe bei Olympia ab

Schwimmen zählt zu den Klassikern bei Olympia. In mehr als 35 Wettbewerben werden in diesem Jahr Medaillen vergeben. Erstmals schwimmen Männer und Frauen im Becken die genau gleichen Strecken, außerdem gibt es eine gemischte Staffel.

Schon bei den ersten Spielen 1896 in Athen gehörte die olympische Kernsportart Schwimmen zum Programm – allerdings nur mit vier Entscheidungen, eine davon im Matrosenschwimmen, an dem nur Matrosen der im Hafen von Piräus liegenden Kriegsschiffe teilnehmen durften. Der Schwimmsport ist somit eine von vier Sportarten, die bei allen Olympischen Spielen der Neuzeit vertreten waren.

Das Programm wuchs kontinuierlich. 1912 gingen erstmals Frauen an den Start, seit 1996 gibt es 32 Entscheidungen im 50-m-Becken. 2008 gab Freiwasserschwimmen über zehn Kilometer sein Olympia-Debüt. Seit 1984 zählt auch das Synchronschwimmen zu den Schwimmsportarten, die bei Olympia ausgetragen werden.

Regeln

Bei den Olympischen Spielen wird in verschiedene Disziplinen unterschieden, je nach Schwimmtechnik und Länge der Strecke. Im 50-Meter-Becken finden 35 verschiedene Wettkämpfe statt. Neu dabei sind in Tokio 2021 die 800-Meter-Strecke Freistil der Männer sowie die 1500-Meter-Strecke Freistil der Frauen. Auch die Mixed-Staffel über 4 x 100 Meter Lagen ist neu.

Freistil bedeutet im Schwimmsport, dass die Schwimmtechnik frei wählbar ist. In der Regeln kraulen die Sportlerinnen und Sportler im Freistil, da dies die schnellste Schwimmtechnik ist. Bei den Lagen-Wettkämpfen wird die jeweilige Strecke zu gleichen Teilen im Schmetterlings-, Rücken-, Brust- und Freistil geschwommen.

Im Becken werden, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, folgende Wettkämpfe ausgetragen: 50 m Freistil, 100 m Freistil, 200 m Freistil, 400 m Freistil, 800 m Freistil, 1500 m Freistil, 100 m Rücken, 200 m Rücken, 100 m Brust, 200 m Brust, 100 m Schmetterling, 200 m Schmetterling, 200 m Lagen, 400 m Lagen, 4x100 m Freistil, 4x200 m Freistil, 4x100 m Lagen, Mixed 4x100 m Lagen. Hinzu kommen für Männer und Frauen zehn Kilometer im Freiwasser. Bei den Synchronschwimm-Wettkämpfen wird unterschieden in Duett und Team der Frauen. Männer sind in dieser Disziplin bei Olympia nicht zugelassen.

Deutsche Teilnehmer

Das Aufgebot des Deutschen Schwimm-Verbands umfasst 28 Beckenschwimmer, darunter die Medaillenkandidaten Florian Wellbrock und Sarah Köhler. Schon bei der WM 2019 hatten sich Wellbrock, Rob Muffels, Finnia Wunram und Leonie Beck für die Freiwasserrennen qualifiziert.

  • Die olympischen Spiele in Tokio laufen
    TV-Übertragung : Wo Olympia im Fernsehen läuft
  • Olympia 2021 : Deutschlands Medaillenhoffnungen für Tokio
  • 434 Sportlerinnen und Sportler : Das ist Deutschlands Olympia-Aufgebot

Hier finden Sie alle deutschen Teilnehmer bei den Spielen in Tokio.

Gewinner in Rio 2016

  • 50 m Freistil: Anthony Ervin (USA) / Pernille Blume (Dänemark)
  • 100 m Freistil: Kyle Chalmers (Australien) / Simone Manuel (USA)
  • 200 m Freistil: Sun Yang (China) / Katie Ledecky (USA)
  • 400 m Freistil: Mack Horton (Australien) / Katie Ledecky (USA)
  • 800 m Freistil: Katie Ledecky (USA)
  • 1500 m Freistil: Gregorio Paltrinieri (Italien)
  • 100 m Rücken: Ryan Murphy (USA) / Katinka Hosszú (Ungarn)
  • 200 m Rücken: Ryan Murphy (USA) / Madeline DiRado (USA)
  • 100 m Brust: Adam Peaty (Großbritannien) / Lilly King (USA)
  • 200 m Brust: Dmitri Balandin (Kasachstan) / Rie Kaneto (Japan)
  • 100 m Schmetterling: Joseph Schooling (Singapur) / Sarah Sjöström (Schweden)
  • 200 m Schmetterling: Michael Phelps (USA) / Mireia Belmonte (Spanien)
  • 200 m Lagen: Michael Phelps (USA) / Katinka Hosszú (Ungarn)
  • 400 m Lagen: Kosuke Hagino (Japan) / Katinka Hosszú (Ungarn)
  • 4x100 m Freistil: Caeleb Dressel, Michael Phelps, Ryan Held, Nathan Adrian (USA) / Emma McKeon, Brittany Elmslie, Bronte Campbell, Care Campbell (Australien)
  • 4x200 m Freistil: Conor Dwyer, Townley Haas, Ryan Lochte, Michael Phelps (USA) / Allison Schmitt, Leah Smith, Maya DiRado, Katie Ledecky (USA)
  • 4x100 m Lagen: Ryan Murphy, Cody Miller, Michael Phelps, Nathan Adrian (USA) / Kathleen Baker, Lilly King, Dana Vollmer, Simone Manuel (USA)
  • 10 km Freiwasser: Ferry Weertman (Niederlande) / Sharon van Rouwendaal (Niederlande)
  • Synchronschwimmen Duett: Natalja Ischtschenko und Swetlana Romaschina (Russland)
  • Synchronschwimmen Gruppe: Wlada Tschigirjowa, Natalja Ischtschenko, Swetlana Kolesnitschenko, Alexandra Pazkewitsch, Swetlana Romaschina, Alla Schischkina, Marija Schurotschkina, Gelena Topilina, Jelena Prokofjewa (Russland)

Favoriten

Die besten Aussichten auf eine Medaille im hat im deutschen Schwimmteam Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock. Der Magdeburger ist sowohl über 1500 Meter Freistil im Becken, als auch über zehn Kilometer im Freiwasser Gold-Kandidat. Weil erstmals bei Olympia die Männer auch die 800 Meter schwimmen, hat der 23-Jährige eine dritte Medaillenchance. Seine Verlobte Sarah Köhler, Vizeweltmeisterin über 1500 Meter, rechnet sich ebenfalls gute Chancen auf Edelmetall aus. Beide könnten nach den für die deutschen Schwimmer erfolglosen Spielen in Rio (2016) und London (2012) die Durststrecke bei Olympia beenden.

International gilt unter anderem die US-Amerikanerin Katie Ledecky als Favoritin. In Tokio könnte sie ihre Ausbeute von Rio mit viermal Gold noch steigern. Denn erstmals schwimmen Frauen bei Olympia auch die 1500 Meter Freistil, für die 15-malige Weltmeisterin aus den USA ist das eine weitere Titelchance. Bei den Männern wird nach dem endgültigen Abschied des Rekord-Olympiasiegers Michael Phelps (USA) vor fünf Jahren der neue Star gesucht: Chancen darauf hat vor allem Phelps’ Landsmann Caeleb Dressel, der sechsmalige Weltmeister von 2019.

Zeitplan

Die Schwimmwettkämpfe in Tokio beginnen am 24. Juli. Um 12.02 Uhr finden die Vorläufe der Männer über 400 Meter Lagen statt. Bis zum 7. August finden täglich Wettkämpfe in den verschiedenen Disziplinen der Schwimmerinnen und Schwimmer statt.

Aus deutscher Sicht könnten der 1. und der 5. August spannend werden. Zunächst greift Wellbrock im Becken über 1500 Meter nach Gold. Vier Tage später stehen die zehn Kilometer der Männer im Freiwasser auf dem Programm.

Hier finden Sie den kompletten Zeitplan der Schwimm-Wettbewerbe.

TV-Übertragung

Die Rechte für die Olympischen Spiele hat sich das Unternehmen Discovery gesichert, zu dem der Sender Eurosport gehört. Nicht nur für Tokio, sondern auch für die Spiele in Peking (2022) und Paris (2024). Eurosport überträgt manche Wettkämpfe live im Free-TV, andere nur im Livestream. Der Stream ist auch über die Plattform Dazn empfangbar, die Eurosport in ihrem Programm zeigt.

Lange Zeit war unklar, ob die Olympischen Spiele überhaupt im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen laufen. Doch auch ARD und ZDF dürfen von den Sommerspielen in Tokio berichten. Sie zeigen viele Sportarten live und auf ihren Internetseiten im Stream und wechseln sich bei der Übertragung ab.

(c-st/SID)