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Olympia Tokio 2021: US-Turnerin Lee ist die neue Mehrkampf-Olympiasiegerin

Standing Ovation von Biles : US-Turnerin Lee ist die neue Mehrkampf-Olympiasiegerin

Die deutschen Turnerinnen hatten im Mehrkampf-Finale der Frauen keine Chancen auf eine Medaille. Gold ging an Sunisa Lee, die damit die Nachfolge von Simone Biles antritt.

Simone Biles hielt es vor lauter Begeisterung nicht mehr auf ihrem Sitz. Die Rekord-Olympiasiegerin klatschte und schrie, als Teamkollegin Sunisa Lee sich vor ihren Augen zur neuen Turnkaiserin von Japan aufschwang. Während Biles wegen mentaler Probleme pausierte, trat Lee mit eisernen Nerven ihre Nachfolge als neue olympische Turnkaiserin im Mehrkampf an.

In einem Fotofinish fing die 18-Jährige die vor dem letzten Durchgang führende Brasilianerin Rebeca Andrade noch ab. Die Südamerikanerin musste bei ihrer Übung zweimal die Wettkampffläche verlassen und verspielte damit ihren Vorsprung. Die Bronzemedaille ging an Mannschafts-Olympiasiegerin Angelina Melnikowa.

Daheim in St. Paul/Minnesota feierten Familie und ein beachtlich großer Freundeskreis Lees Triumph am frühen Donnerstagmorgen vor dem Fernseher begeistert mit. Die Menschen hüpften, jubelten und fielen sich glückselig in die Arme.

Lee setzte mit ihrem Triumph die Erfolgsserie der US-Girls im wichtigsten olympischen Wettbewerb fort. Seit 2004 ging die Goldmedaille im Mehrkampf stets in die USA, 2016 in Rio de Janeiro an Biles.

Kurz vor Wettkampfbeginn hatte Biles in der ersten Reihe in der Nähe des Stufenbarrens Platz genommen. Mal klatschte die 24-Jährige in die Hände, mal tippte sie eifrig auf dem Handy. Sie wirkte gelöster als an den Vortagen, ob sie zu den Gerätefinals vom 1. bis 3. August antreten wird, bleibt allerdings vorerst offen.

Den wohl besten Mehrkampf ihrer Karriere turnte Kim Bui. Die 32-Jährige kam nahezu fehlerfrei durch ihre vier Übungen und wurde nicht nur mit Umarmungen von Bundestrainerin Ulla Koch, sondern auch mit einem kaum erwarteten 17. Platz belohnt.

Noch etwas besser lief es für ihre Stuttgarter Vereinskollegin Elisabeth Seitz. Ungeachtet eines Fehltritts am Boden kämpfte sich die deutsche Rekordmeisterin bis auf den neunten Platz vor. Fast noch wichtiger: Am Stufenbarren gelang die Generalprobe für das Gerätefinale am Sonntag (10.00 Uhr MESZ).

"Das hat richtig Spaß gemacht", sagte die 27-Jährige, die anders als im Mannschafts-Wettbewerb auch mit dem Schwebebalken keine Probleme hatte.

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Extrem glücklich war Bui. "Das war ein erstes ganz großes Mehrkampf-Finale, und ich freue mich, dass ich so gut durchgekommen bin. Auch wenn es mir am Boden irgendwie schwerfiel", sagte die 32-Jährige, die nach ihrer Rückkehr nach Hause über ein mögliches Karriereende nachdenken will. Zudem steht bei der Studentin der Technischen Biologie die Masterarbeit an.

Die olympischen Turn-Entscheidungen werden am Freitag (07.50 Uhr MESZ) mit dem Finale der Trampolinturnerinnen fortgesetzt. Die deutschen Athletinnen konnten sich erstmals seit Sydney 2000 nicht für Olympia qualifizieren.

(dör/SID)