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Olympia Tokio 2021: So laufen die Radsport-Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen ab

Olympische Spiele 2021 : So laufen die Radsport-Wettbewerbe in Tokio ab

Sowohl auf der Bahn als auch auf der Straße wird in Tokio in die Pedalen getreten. Das deutsche Team kann sich Hoffnungen auf Medaillen machen, gerade die Sprinterinnen gelten als Favoritinnen.

Bei den ersten Olympischen Sommerspielen der Neuzeit 1896 gehörte auch der Radsport zum Programm, sowohl auf der Straße als auch in der Bahn. Letztere Disziplin blieb fast durchgängig im Programm, nur 1912 wurde darauf verzichtet. Erst 1988 in Seoul (Sprint) wurde ein Frauen-Wettbewerb aufgenommen, mittlerweile werden bei den Frauen ebensoviele Medaillen vergeben wie bei den Männern. Erst seit 1996 nehmen Profiradrennfahrer an den Spielen teil.

Der Straßenradsport pausierte nach seiner Premiere 1896 bis 1912. Bis 1924 wurde ein Einzelzeitfahren ausgetragen, ab 1928 wurde es vom Straßenrennen abgelöst. Von 1960 bis 1992 wurden im Vierer-Teamzeitfahren Medaillen vergeben. Seit 1996 (Atlanta) stehen das Straßenrennen und das Einzelzeitfahren gemeinsam im Programm. Die Frauen fahren seit 1984 um olympisches Edelmetall, seit 1996 auch im Kampf gegen die Uhr. Einen deutschen Triumphator gab es zuletzt im Jahr 2000 (Sydney), als Jan Ullrich das Straßenrennen gewann. Eine deutsche Olympiasiegerin gab es noch nicht.

Regeln

Das Rad, mit dem auf der Bahn gefahren wird, muss festgelegten Anforderungen entsprechen. Vor allem muss es auf die Kräfte in der Bahn ausgelegt werden – dazu zählen unter anderem Beschleunigung, Richtungswechsel und Fliehkräfte. Ein Bahnrad ist daher eher auf Stabilität als auf Gewicht ausgerichtet. Es hat außerdem weder Freilauf noch Bremse, um die Gefahr von Stürzen auf der Bahn zu vermindern. Die Bahn wird gegen den Uhrzeigersinn befahren.

Bei Wettkämpfen wird in verschiedene Disziplinen unterschieden. Insgesamt finden bei Olympia zwölf Entscheidungen statt: im Einzelsprint, Teamsprint, Keirin (ein japanischer „Kampfsprint“, bei dem die Geschwindigkeit zunächst durch einen Schrittmacher gedrosselt wird), 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung und im Mehrkampfwettbewerb Omnium. Neu dabei ist das Zweier-Mannschaftsfahren, genannt Madison.

Auf der Straße werden vier Entscheidungen ausgetragen: Ein Straßenrennen und das Einzelzeitfahren, jeweils bestritten von Männern und Frauen.

Deutsche Teilnehmer

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Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) plant für die zwölf Entscheidungen auf der Bahn insgesamt 17 Athleten ein.

Für die Straße hat der BDR bei den Männern vier Startplätze erhalten. Zwei der vier Starter bestreiten das Einzelzeitfahren. Neben Maximilian Schachmann (Berlin) tritt Nikias Arndt (Buchholz) im Kampf gegen die Uhr an, zudem sind Rundfahrt-Spezialist Emanuel Buchmann (Ravensburg) sowie Simon Geschke (Berlin) nominiert. Bei den Frauen hat der BDR ebenfalls vier Startplätze, auch hier bestreiten zwei Fahrerinnen das Einzelzeitfahren. Lisa Brennauer (Kempten), Liane Lippert (Friedrichshafen), Hannah Ludwig (Heidelberg) und Trixi Worrack (Erfurt) sind nominiert worden.

Hier finden Sie alle deutschen Teilnehmer bei den Spielen in Tokio.

Gewinner von Rio 2016

  • Sprint: Jason Kenny (Großbritannien) / Kristina Vogel (Deutschland)
  • Teamsprint: Philip Hindes, Jason Kenny, Callum Skinner (Großbritannien) / Gong Jinjie, Zhong Tianshi (China)
  • Keirin: Jason Kenney (Großbritannien) / Elis Ligtlee (Niederlande)
  • Mannschaftsverfolgung: Ed Clancy, Steven Burke, Owain Doull, Bradley Wiggins (Großbritannien) / Katie Archibald, Laura Trott, Elinor Barker, Joanna Rowsell-Shand (Großbritannien)
  • Omnium: Elia Viviani (Italien) / Laura Trott (Großbritannien)
  • Straßenrennen: Greg Van Avermaet (Belgien) / Anna van der Breggen (Niederlande)
  • Einzelzeitfahren: Fabian Cancellara (Schweiz) / Kristin Armstrong (USA)

Favoriten

Der BDR kann mit berechtigtem Optimismus nach Tokio fliegen, beim Bahnradfahren sind gerade die Sprinterinnen fester Bestandteil der Weltelite. Das Trio mit der dreifachen Weltmeisterin Emma Hinze, mit Lea Friedrich und Pauline Grabosch gewann bei den letzten Weltmeisterschaften in Berlin vier Titel. Im Ausdauerbereich hoffen die Vierer zumindest auf Bronze, Roger Kluge hat im Omnium sowie im Madison mit Theo Reinhardt Chancen auf Edelmetall. 2016 erreichte das deutsche Rad-Team auf der Bahn einmal Gold, einmal Bronze – in diesem Jahr könnten die Sportlerinnen und Sportler das Ergebnis übertreffen.

Die Corona-Pandemie hat zur Absage zahlreicher Bahn-Wettbewerbe geführt, das tatsächliche Leistungsvermögen der internationalen Athletinnen und Athleten ist schwer einzuschätzen. Im Sprint der Männer dominierten bei der WM in Berlin die Niederlande, traditionell stark sind auch die Bahn-Asse aus Großbritannien, Italien, Frankreich und Neuseeland.

Für die Wettkämpfe auf der Straße ist die Liste potenzieller Olympiasieger sowohl im Straßenrennen als auch im Zeitfahren lang. Wilco Kelderman (Niederlande), Marc Hirschi (Schweiz), Geraint Thomas (Großbritannien), Richard Carapaz (Ecuador) – leicht wird die Gold-Mission für Schachmann nicht. Trotzdem ist dem deutschen Radler, der für Olympia die Tour de France ausließ, am Fuji vieles zuzutrauen. Er zählt zu den Kletterspezialisten beim BDR, was sich aufgrund der topografisch sehr schwierigen Strecken als Vorteil erweisen könnte. Auch Buchmann kommt das Terrain entgegen.

Bei den Frauen führt der Olympiasieg über die Niederländerinnen um Anna van der Breggen und Annemiek van Vleuten. Die beste Deutsche Lisa Brennauer zählt nicht zu den Favoritinnen. Die deutsche Meisterin könnte aber überraschen.

Zeitplan

Auf der Bahn starten die Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen 2021 am 2. August. Bis zum 8. August wird um Edelmetall gefahren. Begonnen wird mit der Medaillenvergabe im Teamsprint der Frauen, am letzten Tag fallen noch drei Entscheidungen – die im Omnium und im Sprint der Frauen sowie im Keirin der Männer.

Für die Straßen-Radler wird es schon am Tag nach der Eröffnungsfeier spannend: Am 24. Juli wird bei den Männern der Olympiasieger im Straßenrennen gesucht, tags darauf sind die Frauen dran. Am Mittwoch, den 28. Juli, wird dann zweimal Zeitfahr-Gold vergeben.

Hier finden Sie den kompletten Zeitplan der Radsport-Wettbewerbe.

TV

Die Rechte für die Olympischen Spiele hat sich das Unternehmen Discovery gesichert, zu dem der Sender Eurosport gehört. Nicht nur für Tokio, sondern auch für die Spiele in Peking (2022) und Paris (2024). Eurosport überträgt manche Wettkämpfe live im Free-TV, andere nur im Livestream. Der Stream ist auch über die Plattform Dazn empfangbar, die Eurosport in ihrem Programm zeigt.

Lange Zeit war unklar, ob die Olympischen Spiele überhaupt im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen laufen. Doch auch ARD und ZDF dürfen von den Sommerspielen in Tokio berichten. Sie zeigen viele Sportarten live und auf ihren Internetseiten im Stream und wechseln sich bei der Übertragung ab.

(c-st/SID)