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Olympia Tokio 2021: So läuft das Ringen bei den Olympischen Spielen ab

Olympische Spiele 2021 : So läuft das Ringen in Tokio ab

Aufgrund einer nicht zeitgemäßen Präsentierung steht das Ringen bei Olympia auf der Kippe, doch 2021 und 2024 dürfen sich die Männer und Frauen im Greichisch-Römischen-Stil und Freistil definitiv noch messen. Die deutschen Medaillenhoffnungen sind in Tokio aber nicht allzu groß.

Ringen gehörte schon in der Antike zum Programm und ist seit dem Start der olympischen Neuzeit 1896 Bestandteil. Frauen-Ringen ist allerdings erst seit Athen 2004 dabei, zudem treten die Frauen nur im Freistil an. 2013 schloss das IOC die Ringer vorläufig von Olympia aus, weil die Sportart nicht mehr zeitgemäß präsentiert wurde. Nach Reformen wurde die Kampfsportart – zunächst bis 2024 – wieder ins Programm geholt.

Regeln

Das Ziel des Ringens ist es, den Gegner mit beiden Schultern gleichzeitig auf den Boden zu bringen. Waffen sind dabei nicht erlaubt. Zudem gibt es im Ringen zwei verschiedene Stile. Griechisch-Römisch und Freistil. Ausgetragen werden die Kämpfe auf einer Matte mit neun Metern Durchmesser. Die Kampffläche beträgt sieben Quadratmeter.

Beim Griechisch-Römischen Stil, was dem klassischen Ringen entspricht, sind lediglich Griffe bis zur Gürtellinie erlaubt. Die Beine dürfen nicht eingesetzt werden. Anders sieht es beim Freistil aus: Hier sind Griffe mit dem gesamten Körper erlaubt.

Medaillen werden in insgesamt 18 verschiedenen Gewichtsklassen vergeben. Bei den Männern sind es jeweils sechs Klassen im Griechisch-Römischen Stil sowie im Freistil, bei den Frauen gibt es sechs Gewichtsklassen ausschließlich im Freistil.

Deutsche Teilnehmer

Die Ringer stellen insgesamt sieben Teilnehmer, fünf Männer und zwei Frauen, in unterschiedlichen Gewichtsklassen.

Gennadij Cudinovic aus Heusweiler ist der einzige männliche Ringer, der im Freisil antritt. Seine Gewichtsklasse ist bis 125 kg. Im Griechisch-Römischen Stil treten Etienne Kinsinger (bis 60 kg/Köllerbach), Eduard Popp (bis 130 kg/Neckargartbach), Denis Kudla (bis 87 kg/Schifferstdt) und Frank Stäbler (bis 67 kg/Musberg) an. Kudla gewann 2016 in Rio die Bronzemedaille, Stäbler ist zweifacher Europa- und dreifacher Weltmeister. Eine Medaille bei Olympia konnte er jedoch noch nicht gewinnen.

Bei den Frauen treten im Freistil Anna Schell (bis 68 kg/Unterföhring) und Aline Rotter-Focken (bis 76 kg/Krefeld) an. Rotter-Focken wurde 2014 Weltmeisterin.

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Gewinner von Rio 2016

  • Griechisch-Römisch (Männer) bis 57 kg: Ismael Borrero Molina (Kuba)
  • Griechisch-Römisch (Männer) bis 66 kg: Davor Stefanek (Serbien)
  • Griechisch-Römisch (Männer) bis 74 kg: Roman Wlassow (Russland)
  • Griechisch-Römisch (Männer) bis 86 kg: Dawit Tschakwetadse (Russland)
  • Griechisch-Römisch (Männer) bis 97 kg: Artur Aleksanjan (Armenien)
  • Griechisch-Römisch (Männer) bis 125 kg: Mijaín López (Kuba)
  • Freistil (Männer) bis 57 kg: Wladimer Chintschegaschwili (Georgien)
  • Freistil (Männer) bis 65 kg: Soslan Ramonow (Russland)
  • Freistil (Männer) bis 74 kg: Hassan Yazdani (Iran)
  • Freistil (Männer) bis 86 kg: Abdulraschid Sadulajew (Russland)
  • Freistil (Männer) bis 97 kg: Kyle Snyder (USA)
  • Freistil (Männer) bis 125 kg: Taha Akgül (Türkei)
  • Freistil (Frauen) bis 48 kg: Eri Tosaka (Japan)
  • Freistil (Frauen) bis 53 kg: Helen Maroulis (USA)
  • Freistil (Frauen) bis 58 kg: Kaori Icho (Japan)
  • Freistil (Frauen) bis 63 kg: Risako Kawai (Japan)
  • Freistil (Frauen) bis 69 kg: Sara Dosho (Japan)
  • Freistil (Frauen) bis 75 kg: Erica Wiebe (Kanada)

Favoriten

Mijain Nunez Lopez aus Kuba (130 kg) peilt im griechisch-römischen Stil sein viertes Olympiagold an, sein Landsmann Ismael Borrero Molina wird in der Stäbler-Klasse hoch gehandelt. Dazu kommen die Russen Abdulraschid Sadulajew, Sawur Ugujew und Musa Ewlojew, die ihre Kategorien wohl dominieren werden. Bei den Frauen dürften die Japanerinnen um Risako Kawai erneut in vier der sechs Klassen Gold holen.

Im deutschen Team ist die Stimmung durchwachsen. Durch die Corona-Pandemie mussten die Hoffnungsträger Stäbler und Rotter-Focken ungewollt noch ein Jahr dranhängen, eigentlich wollten beide 2020 ihre aktive Karriere beenden. Während die großen Ringer-Nationen aufgrund der Vielzahl von starken Athletinnen und Athleten problemlos auf hohem Niveau trainieren konnten, war die Vorbereitung der Deutschen massiv gestört.

Stäbler und Rotter-Focken wären Medaillen zu gönnen. Doch vor allem Stäbler scheint über seinen Zenit hinaus zu sein, zudem macht ihm eine chronische Schulterverletzung zu schaffen. Auch das "Abkochen" auf 67 kg ist eine große Bürde. Eine oder zwei Bronzemedaillen scheinen das höchste der Gefühle zu sein. Die besten Aussichten darauf haben Kudla und Rotter-Focken.

Zeitplan

Los geht es am 1. August um 4 Uhr morgens deutscher Zeit mit dem Freistil der Frauen im Schwergewicht (bis 76 kg). Nacheinander werden Achtel-, Viertel- und Halbfinale ausgetragen. Bereits einen Tag später findet das Finale statt. Die Männer starten im Griechisch-Römischen Stil ebenfalls am 1. August. Der erste Freistil-Wettkampf der Männer wird am 4. August sein, wenn auch das Finale im Griechisch-Römischen Stil stattfindet.

Die Freistil-Wettbewerbe der Männer und Frauen enden am 7. August mit den Medaillenkämpfen im Schwergewicht der Männer (bis 97 kg) und Fliegengewicht der Frauen (bis 50 kg).

Hier finden Sie den kompletten Zeitplan der Ringer-Wettbewerbe.

TV

Die Rechte für die Olympischen Spiele hat sich das Unternehmen Discovery gesichert, zu dem der Sender Eurosport gehört. Nicht nur für Tokio, sondern auch für die Spiele in Peking (2022) und Paris (2024). Eurosport überträgt manche Wettkämpfe live im Free-TV, andere nur im Livestream. Der Stream ist auch über die Plattform Dazn empfangbar, die Eurosport in ihrem Programm zeigt.

Lange Zeit war unklar, ob die Olympischen Spiele überhaupt im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen laufen. Doch auch ARD und ZDF dürfen von den Sommerspielen in Tokio berichten. Sie zeigen viele Sportarten live und auf ihren Internetseiten im Stream und wechseln sich bei der Übertragung ab.

(stja/SID)