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Olympia Tokio 2021: Die deutschen Medaillengewinner von Tokio

Bilanz der Olympischen Spiele : Die deutschen Medaillengewinner in Tokio

Bei den Olympischen Spielen gab es aus deutscher Sicht neben einigen Enttäuschungen auch viel Grund zum Jubeln. Von überraschenden Silbermedaillen bis zu goldenen Machtdemonstrationen: Das sind die Medaillengewinnner von Tokio.

37 Medaillen gewannen die deutschen Athletinnen und Athleten bei den Olympischen Spielen in Tokio. Darunter zehn Goldmedaillen. Die Dressur-Reiterinnen zeigten eine echte Machtdemonstration und Julia Krajewski ritt in der Vielseitigkeit nach vielen Rückschlägen endlich ins Glück. Dreimal Gold und einmal Silber sammelten die deutschen Reiter.

Die Slalom-Kanuten meldeten sich nach der Nullnummer von Rio zurück – und wie: Vier deutsche Medaillen in vier Wettkämpfen lautete die makellose Bilanz in Tokio. Ricarda Funks Tränen um ihren in Rio tödlich verunglückten Trainer Stefan Henze und ihre vom Hochwasser gebeutelte Heimatregion im Ahrtal ließen niemanden kalt. Auch Andrea Herzog, Sideris Tasiadis und Hannes Aigner überzeugten bei ihren Bronzefahrten.

Mit einem Wahnsinns-Comeback besiegte Alexander Zverev im Tennis-Halbfinale den scheinbar unbezwingbaren Novak Djokovic. Zwei Tage später holte Zverev sich im Finale die Goldmedaille, die eigentlich für Djokovic reserviert war. Olympiasieger im Männer-Einzel, das hat kein Deutscher vor ihm geschafft.

Malaika Mihambo landete mit dem letzten Sprung im puren Glück. Erst im sechsten Versuch setzte sich die Weltmeisterin aufs oberste Treppchen und kürte sich zur ersten deutschen Weitsprung-Olympiasiegerin seit Heike Drechsler 2000 in Sydney. Bei ihrem Flug in den Olymp konnte sie es sich sogar leisten, 20 Zentimeter am Brett zu verschenken.

Lange 33 Jahre mussten die deutschen Schwimmer auf den nächsten Olympiasieger seit Michael Groß warten - dann ging Florian Wellbrock in der Bucht von Tokio an den Start. Als erster Deutscher überhaupt gewann er Gold im Freiwasser. Zu den äußeren Umständen sagte er: „Trotz Corona-Maßnahmen und Corona-Regeln haben mir diese Spiele hier vom Ablauf und vom Miteinander viel, viel besser gefallen als die Spiele damals in Rio.“ Wellbrock und seine Verlobte Sarah Köhler gewannen mit jeweils Bronze außerdem die ersten Beckenmedaillen nach zwei Nullnummern in London und Rio.

Sage und schreibe drei Weltrekorde stellten die Frauen des Bahnrad-Vierers binnen 25 Stunden auf und rauschten zu Gold in der Mannschaftsverfolgung. Lisa Brennauer, Franziska Brauße, Lisa Klein und Mieke Kröger sorgten damit für den ersten Olympiasieg eines deutschen Frauen-Teams in der Königsdisziplin des Bahnrad-Sports überhaupt.

Ringer Frank Stäbler machte mit Bronze doch noch seinen Frieden mit Olympia. Denis Kudla zog nach, doch für das ganz große Highlight sorgte Aline Rotter-Focken als erste deutsche Ringer-Olympiasiegerin.

Erst die Goldmedaille mit dem Kajak-Vierer, dann die Ehre als Fahnenträger bei der Schlussfeier - Ronald Rauhe eilte von einem Höhepunkt zum nächsten. In Tokio erlebte Rauhe seine sechsten Olympischen Spiele, seine 16 WM-Titel sind ebenso Rekord wie seine mehr als 60 Goldmedaillen bei deutschen Meisterschaften. Die Olympia-Goldmedaille in seinem letzten großen Rennen war der krönende Abschluss seiner Karriere.

  • Alexandra Burghardt, Rebekka Haase, Tatjana Pinto
    24 Hundertstel fehlen zu Bronze : Frauen-Sprintstaffel knapp an Medaille vorbei
  • Leichtathletin Konstanze Klosterhalfen.
    10.000 Meter : Klosterhalfen starke Achte – Deutscher Rekord knapp verpasst
  • Schwächste Bilanz seit Wiedervereinigung : Deutschland im Medaillenspiegel nur Neunter - USA vorn

Im Tischtennis schrammte Dimitrij Ovtcharov haarscharf an der riesigen Sensation vorbei. Im Halbfinale brachte er den chinesischen Giganten Ma Long an den Rand des Abgrunds, zum Trost gab es sein zweites Einzel-Bronze nach 2012. Und auch im Team war Ovtcharov der Garant für Silber. Mit seiner sechsten Olympia-Medaille schrieb er Geschichte, kein anderer Tischtennisspieler hat das erreicht.

Dass es für das große Glück nicht immer Gold sein muss, bewies auch Jonathan Hilbert. Der Geher gewann völlig überraschend die Silbermedaille und konnte es selbst kaum glauben. Bei seinem emotionalen Sieger-Interview kamen ihm die Tränen, als er von den Motivationsbriefen erzählte, die ihm seine Freundin geschrieben hatte.

Für überraschendes Olympia-Silber sorgten auch Eduard Trippel im Judo und Kristin Pudenz im Diskuswurf. Lukas Dauser holte Silber am Barren und sicherte damit die einzige deutsche Turn-Medaille in Tokio. Für den Ruder-Achter war der zweite Platz hinter Neuseeland dagegen etwas enttäuschend – Gold war das Ziel gewesen für das Paradeboot des Ruderverbandes.

Über Bronze konnte unter anderem im Wasserspringen gejubelt werden: Sowohl Tina Punzel und Lena Hentschel als auch Patrick Hausding und Lars Rüdiger gewannen Bronze im Synchronspringen. Für Hausding waren es die letzten Olympischen Spiele. Ein besondere Ehre wurde ihm schon vor den Wettkämpfen zuteil: Bei der Eröffnungsfeier trugen er und Laura Ludwig die Fahne ins Stadion. Sebastian Brendel verpasste im Canadier-Einer das Finale und damit auch das Ziel, drei Mal in Folge Olympiasieger zu werden. Im Canadier-Zweier mit Tim Hecker paddelte er dagegen zur Bronzemedaille.

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(SID/dpa/cma)