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Olympia Tokio 2021: Bundesregierung befürwortet Impfung aller Athleten

Olympia 2021 : Bundesregierung befürwortet Impfung aller Tokio-Fahrer

Die Bundesregierung befürwortet eine rechtzeitige Impfung aller deutschen Teilnehmer an den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August). Das erklärte Steve Alter als Sprecher für das Bundesinnenministerium am Montag auf der Bundespressekonferenz.

Athletinnen und Athleten stehen im Regelfall in der Impfreihenfolge weit hinten. "Die Bundesregierung steht einer Entsendung von Athletinnen und Athleten zu den Olympischen Spielen positiv gegenüber", sagte Alter. Man wolle auf keinen Fall riskieren, dass die Athletinnen und Athleten, aber auch die Betreuer anlässlich der Olympischen Spiele ein Infektionsrisiko für andere Personen darstellten.

"Wir wollen auch vermeiden, dass sie sich selbst im Rahmen dieser Veranstaltung infizieren. Deswegen besteht innerhalb der Bundesregierung Einigkeit, dass die Athletinnen und Athleten zeitgerecht vor den Olympischen Spielen geimpft werden sollen", sagte Alter.

Alfons Hörmann zeigte sich "froh und dankbar". Der DOSB-Präsident hatte zuletzt in der Impffrage den Druck auf die Politik erhöht. "Jetzt kommt es darauf an, gemeinsam mit allen für die Umsetzung verantwortlichen Stellen in Bund und Ländern die Impfungen in den nächsten Wochen verantwortungsvoll und professionell umzusetzen", erklärte der 60-Jährige in einer DOSB-Mitteilung, in der "nach jetzigem Stand" von 800 nach Tokio reisenden Personen im Team D sowie 300 Personen im Team D Paralympics die Rede ist.

Ähnlich äußerte sich Friedhelm Julius Beucher, der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS). "Wir sind in einer Situation, in der immer mehr Impfstoffe zur Verfügung stehen werden, so dass es im Sinne der Prävention folgerichtig ist, den Athlet*innen und Betreuer*innen des Team Deutschland Paralympics vor der Reise nach Tokio ein Impfangebot zu machen", so Beucher, "zum Schutz ihrer und der Gesundheit anderer."

Die Interessenvertretung Athleten Deutschland e.V. reagierte zufrieden, aber nicht euphorisch auf die Nachricht. "Es ist erst mal sehr begrüßenswert, wenn in dieser Frage Einigkeit in der Bundesregierung herrscht", sagte Geschäftsführer Johannes Herber dem SID, "was jetzt aber unheimlich hilfreich wäre, ist ein verbindlicher Zeitplan. Denn die Zeit drängt."

Viele Sportler sind in ihrer Vorbereitungsplanung schon sehr weit, manche reisen schon Wochen vor Olympia zur Akklimatisierung nach Asien, einige setzen sich aktuell in ihrer Qualifikation Risiken aus.

(ako/sid)