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Olympia Tokio 2021: Brendel bejubelt Bronze und brennt auf historischen Hattrick

Möglicher Kanu-Rekord : Brendel bejubelt Bronze und brennt auf historischen Hattrick bei Olympia

Nicht Gold verloren, Bronze gewonnen: Sebastian Brendel sicherte sich im Canadier-Zweier seine nächste Olympia-Medaille - und ist nun heiß auf einen historischen Hattrick.

Sebastian Brendel presste seinen jungen Partner Tim Hecker ganz fest an sich, schnappte sich dann die hart erkämpfte Bronzemedaille und hielt sie stolz in die Kameras. "Gut" sehe sie aus, sie fühle sich auch gut an, versicherte der Canadier-König, "und wir sind echt glücklich, dass wir sie um den Hals haben". Nach drei Olympiasiegen jubelte der Ausnahmeathlet in Tokio auch über Platz drei.

Enttäuschung verspürte Brendel nach Jahren der Dominanz und dem gescheiterten ersten von zwei Angriffen auf Gold keineswegs. Natürlich, gab der 33-Jährige zu, "würden wir auch gerne ganz oben stehen", aber er und Hecker hätten sich nichts vorzuwerfen: "Wir haben am Ende wahnsinnig gekämpft". Deshalb, beteuerte Brendel, werde er Bronze "genießen".

Doch viel Zeit bleibt nicht, um die erste von womöglich zahlreichen Medaillen der deutschen Rennsport-Kanuten auf dem Sea Forest Waterway zu feiern. Es wartet bereits der Einer - und der Angriff auf einen historischen Hattrick. Nur ganz kurz werde er im Olympischen Dorf anstoßen, sagte Brendel, der den Fokus bereits auf seine Paradestrecke legte: "Ich habe auf jeden Fall Bock."

Nach Gold in London 2012 und dem Triumph in Rio im C1 sowie im C2 könnte Brendel als erster Athlet zum dritten Mal in Serie Olympiasieger im Einer werden. "Mit der Medaille im Rücken hoffe ich, dass es vielleicht ein bisschen einfacher läuft", sagte der Potsdamer, der ab Freitag dann auch auf seinen Teamkollegen Conrad Scheibner trifft.

Bis zum Start ist nun Regeneration und Erholung angesagt, nachdem Brendel im Zweier mit einem beherzten Endspurt im Finale einige Kräfte gelassen hatte. "Wir mussten erstmal schauen, wo oben und unten ist", sagte der erschöpfte Brendel, dem im Ziel auf Kuba und China nur wenige Zehntelsekunden gefehlt hatten.

Seinem Partner, mit dem er erst seit Anfang des vergangenen Jahres fährt, bescheinigte Brendel einen "super Job". Der erst 23 Jahre alte Hecker habe das "toll gemacht, mich toll geschoben", betonte der Routinier. Der Olympia-Debütant wiederum schwärmte: "Basti ist der Beste. Ich bin mega happy". Einzig "die Farbe der Medaille hätte natürlich anders sein können", sagte Hecker.

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Mit einer noch knapperen Entscheidung haderte am ersten Finaltag Youngster Jacob Schopf. Der 22-Jährige, auf dem ab Mittwoch mit Oldie Max Hoff (38) auch im Zweier Hoffnungen ruhen, paddelte bei seiner Olympia-Premiere als Vierter im Kajak-Einer hauchdünn am Podest vorbei. Deutlicher verpassten Sabrina Hering-Pradler und Tina Dietze die Medaillen.

(SID/cma)