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Olympia-Qualifikation Schwimmen 2021: Florian Wellbrock ist die Tokio-Hoffnung

Goldhoffnung für Tokio : Schwimmstar Wellbrock überzeugt bei Olympia-Quali

Zum Start der finalen Olympia-Quali der Schwimmer in der Hauptstadt macht Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock einen Test. In die Causa um einen wichtigen vakanten Posten im Verband soll bald neue Bewegung kommen.

Auch im Rennen gegen sich selbst hat Schwimmstar Florian Wellbrock seine Klasse bewiesen. Als einziger Starter über 800 Meter Freistil schlug der Doppel-Weltmeister bei der Olympia-Qualifikation in Berlin nach 7:48,12 Minuten an und schob sich auf Rang vier der Weltrangliste.

„Das sollte ein Test sein für den Angang für die 1500 Meter. Dafür, dass ich es alleine schwimmen musste, war es glaube ich ganz in Ordnung“, sagte der gebürtige Bremer. Der 23-Jährige hatte genau wie sieben andere DSV-Schwimmer sein Tokio-Ticket schon vorher in der Tasche gehabt. Bereits beim Meeting vor einer Woche in Magdeburg hatte er sich mit Weltjahresbestzeit über 400 Meter in herausragender Frühform präsentiert. „Die Zeiten sprechen für sich“, sagte Wellbrock.

Wellbrocks Verlobte Sarah Köhler kletterte bei ihrem Sieg im 1500-Meter-Rennen (15:52,70) auf Platz zwei der Weltjahresbestenliste hinter Ausnahmeschwimmerin Katie Ledecky (USA). Auch die Vizeweltmeisterin war für die Sommerspiele bereits qualifiziert gewesen.

In Berlin sicherten sich zum Auftakt des letzten Quali-Wettbewerbs sechs weitere Athleten endgültig ihr Einzel-Startrecht in Tokio: Fabian Schwingenschlögl, Lucas Matzerath (beide 100 m Brust), Lukas Märtens, Isabel Gose, Annika Bruhn (alle 200 m Freistil) und Celine Rieder (1500 m Freistil).

Die sportlichen Leistungen wurden zuletzt durch Wirbel abseits des Beckens überschattet. Für Unverständnis hatte vor allem die Abberufung von Dirk Klingenberg nur einen Tag nach seiner Ernennung zum Sportdirektor wegen eines „frivolen Berichts“ aus seiner Vergangenheit gesorgt. „Wir brauchen also gar keine Konkurrenz in der Welt, wir zerstören und sabotieren uns in solchen Fällen selbst“, hatte Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen im SID-Interview gesagt.

Mit der heftigen Kritik an den zuletzt teils chaotischen Vorgängen könne er „umgehen“, sagte Verbandspräsident Marco Troll im ARD-Hörfunk: „Diese Störungen im Leistungssport, wenn man sie mal so bezeichnen darf, waren nicht beabsichtigt.“ Aus seiner Sicht hätte die neue DSV-Führung aber „alles richtig gemacht - und jetzt denken wir weiter.“

Zum Beispiel an die Besetzung der vakanten Stelle des Leistungssportdirektors. Troll bestätigte erste Gespräche mit dem dreimaligen Olympiasieger Michael Groß, „aber nicht nur mit ihm, sondern mit anderen auch“. In der kommenden Woche sei eine Präsidiumssitzung terminiert, „da werden wir es diskutieren“.

Groß war von den Bundestrainern und Athletensprecherin Sarah Köhler in einem Brief an das Präsidium vorgeschlagen worden. „Albatros“ Groß ist unter bestimmten Voraussetzungen zu einem Engagement bereit: „Der DSV ist am Zug.“

Troll will in der kommenden Woche auch mit den Bundestrainern das Gespräch suchen, um die seit seiner Wahl im November 2020 aufgekommenen Unstimmigkeiten aus dem Weg zu räumen. „Durch das offene Gespräch haben wir die Möglichkeit, uns auszutauschen und hoffentlich positiv auseinander zu gehen“, sagte Troll.

(rent/sid/dpa)