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Olympia in Japan: So sollen die Athleten bei Tokio 2021 vor Corona geschützt werden

Olympia in Japan : So sollen die Sportler in Tokio vor dem Coronavirus geschützt werden

Die Corona-Lage in Japan bleibt kritisch. Eine Absage der Olympischen Spiele kommt für das Internationale Olympische Komitee aber nicht in Frage. Ein ausgearbeitetes Sicherheitskonzept soll die Beteiligten schützen.

Spitzensporter, Journalisten, Schiedsrichter und Sicherheitskräfte – bei den Olympischen Spielen in Tokio werden sich zehntausende Menschen aus der ganzen Welt versammeln. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie birgt das ein nicht unerhebliches Risiko.

Die wenigsten Länder haben das Virus unter Kontrolle, auch im Gastgeberland Japan bleibt die Lage angespannt: Aufgrund steigender Infektionszahlen gilt in mehreren Regionen, darunter auch in Tokio, der Corona-Notstand. Gleichzeitig kommt die Impfkampagne der Regierung nur langsam voran. Weniger als drei Prozent der Bevölkerung wurden bisher mindestens einmal gegen das Virus geimpft.

Viele Menschen in Japan blicken deswegen mit Sorge auf die Großveranstaltung. In einer aktuellen Umfrage der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo News sprachen sich 59,7 Prozent der Befragten für eine Absage der Olympischen Sommerspiele aus. An einer Onlinepetition, die ebenfalls die Absage des Sportereignisses fordert, haben sich bereits mehr als 350.000 Menschen beteiligt. Das Internationale Olympische Komitee (IOK) hält dagegen weiterhin am 23. Juli als Starttermin fest. „Wir bewegen uns mit Volldampf voran. Die Spiele können stattfinden und werden stattfinden“, betonte IOK-Sprecher Mark Adams bei einer Pressekonferenz.

Um die Sicherheit der Beteiligten vor Ort zu gewährleisten, hat das IOK die Richtlinien im sogenannten „Playbook“ aktualisiert. Der Leitfaden umfasst eine Vielzahl von Vorschriften und Verhaltensregeln. Alle offiziellen Teilnehmer werden dazu aufgerufen, 14 Tage vor der Anreise täglich ihre Temperatur zu kontrollieren. 96 Stunden vor dem Flug müssen sie sich zudem zwei Mal auf das Virus testen lassen. Vor Ort werden sie am Flughafen dann erneut getestet und müssen die COCOA-App auf ihrem Smartphone installieren, mit der ihre Standortdaten gesammelt werden.

Im Olympischen Dorf begeben sich die Athleten anschließend drei Tage in Quarantäne. Ihre Bewegungsfreiheit wird allerdings nicht vollständig eingeschränkt. So ist es nach wie vor möglich zu trainieren, solange jeden Tag ein Corona-Test gemacht wird.

Während der Wettkämpfe setzt das IOK auf eine hohe Testfrequenz und verschiedene Sicherheitsmaßnahmen. Vor dem Betreten der Sportstätten wird Fieber gemessen, festgelegte Routen sollen vor Ort verhindern, dass sich zu viele Menschen begegnen. Wiederholt wird im „Playbook“ zudem an die Eigenverantwortung der Beteiligten appelliert. Grundsätze wie Abstand halten, Maske tragen und regelmäßiges Lüften sind zentrale Eckpfeiler der Schutzstrategie. Das olympische Dorf zu verlassen, ist nicht verboten, aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr rät das IOK jedoch davon ab. Die Richtlinien sollen im Juni noch einmal aktualisiert werden.

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Die Zahl der gut 12.000 teilnehmenden Athleten zu reduzieren, ist nicht geplant. Das teilte Toshiro Muto, Geschäftsführer des japanischen Organisationskomitees, Kyodo News mit. Die Gesamtzahl der offiziellen Teilnehmer vor Ort soll jedoch auf 90.000 Menschen begrenzt werden – ursprünglich wurde mit 180.000 Beteiligten gerechnet.

Das Organisationskomitee kündigte im April an, sich 500 zusätzliche Krankenschwestern für die Sommerspielen sichern zu wollen, um die medizinische Betreuung während der heißen Sommermonate zu gewährleisten. Muto betonte, die Grundvoraussetzung dafür sei allerdings, dass dies „keine negativen Auswirkungen auf die lokalen medizinischen Systeme“ habe.