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Olympia: Das IOC hat den Belarus-Präsidenten Lukaschenko suspendiert.

Olympia 2021 : IOC suspendiert Belarus-Präsident Lukaschenko

Das IOC hat auf die massiven Proteste aus dem Sport gegen die Verhältnisse in Belarus reagiert und Präsident Alexander Lukaschenko suspendiert. Außerdem wird es 2024 in Paris vier neue olympische Sportarten geben.

Am Ende gab es keine andere Wahl mehr, der Druck der Athleten aus aller Welt war zu groß: Am Montagabend suspendierte das Internationale Olympische Komitee (IOC) Belarus-Staatspräsident Alexander Lukaschenko von allen Aktivitäten der Olympischen Familie - also auch von den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Tokio.

"Die Exekutive wird die Lage in Belarus weiter beobachten und womöglich weitere Maßnahmen ergreifen oder je nach Entwicklung auch die Suspendierung wieder aufheben", sagte IOC-Präsident Thomas Bach.

Neben Lukaschenko wurden auch dessen Sohn Viktor sowie weitere Führungskräfte des Belarus-NOK vorübergehend suspendiert. Das Nationale Olympische Komitee von Belarus habe die Athleten seines Landes nicht genug vor politischer Diskriminierung geschützt, so Bach.

Dazu kündigte der Ringeorden an, die Zahlungen an das NOK von Belarus einzustellen. Von den Konsequenzen ausgeschlossen wurden die Sportler des Landes, die sich weiter auf die Olympischen Spielen vorbereiten sollen.

Lukaschenko, der auch Vorsitzender des NOKs seines Landes ist, steht seit seiner umstrittenen Wiederwahl als Staatspräsident im vergangenen Sommer verstärkt in der Kritik. 1200 Vertreter des Sports in Belarus - Trainer, Funktionäre und Athlete - hatten eine Erklärung gegen den Präsidenten und für Neuwahlen unterschrieben.

Vor allem das gewaltsame Vorgehen von Lukaschenko gegen Andersdenkende und Demonstranten hatte seine Landsleute und viele Beobachter im Ausland gegen den umstrittenen Machthaber aufgebracht. Das IOC hatte Ende November ein Verfahren gegen das NOK von Belarus eingeleitet, um Maßnahmen oder Sanktionen gegen ergreifen zu können. Das ist nun geschehen.

Zuletzt hatte der Verein Athleten Deutschland das IOC in einem offenen Brief aufgefordert, seiner menschenrechtlichen Verantwortung gerecht zu werden und Maßnahmen zu verhängen. Auch CDU-Politiker Norbert Röttgen forderte in der ARD die sofortige Suspendierung des Belarus-NOKs.

Röttgen hatte auch gemeint, dass die für 2021 in Belarus geplante Eishockey-WM abgesagt werden müsse. Bach erklärte, dass der Eishockey-Weltverband IIHF ein Verfahren gegen den Präsidenten des nationalen Verbandes von Belarus eingeleitet habe. Die IIHF sei nun am Zug, die richtigen Entscheidungen zu treffen, so Bach.

Vier neue Sportarten für Paris 2024

Desweiteren bestätigte das IOC, dass vier neue Sportarten für die Olympischen Spiele 2024 in Paris zugelassen wurden. Darauf habe sich die Exekutive des IOC am Montag geeinigt. Dabei handelt es sich um Breakdance, Surfen, Klettern und Skateboard.

Die Sportarten waren bereits 2019 provisorisch ins Programm für Paris aufgenommen worden, standen seitdem unter Beobachtung und sind nun definitiv dabei. Surfen, Klettern und Skateboard gehören auch zum Angebot der Olympischen Spiele von Tokio, die wegen Corona um ein Jahr auf 2021 verschoben worden waren.

In Paris nicht dabei sind Karate und Baseball sowie Softball, die in Tokio noch zum Programm gehören. Die Gastgeber-Städte der Olympischen Spiele haben die Möglichkeit, eigene Sportarten vorzuschlagen, die in dem jeweiligen Land beliebt sind.

Mehrere internationale Verbände hatten zudem noch versucht, neue Disziplinen im Programm für Paris unterzubringen - allerdings ohne Erfolg. Bach erklärte, dass die Medaillenentscheidungen sogar von 339 auf 329 gesunken seien.

Auch werde die Anzahl der Athleten in Paris die angepeilte Zahl von 10.500 nicht übersteigen - trotz der vier neuen Sportarten. So würden am Ende 600 Sportler weniger dabei sein als in Tokio. Und, so Bach, erstmals würden in Paris bei Olympia gleich viele Männer und Frauen an den Start gehen.

(stj/sid)