Olympia 2024 in Paris IOC-Prüfer erteilen weitere Freigaben für „Neutrale“

Update | Lausanne · Die Starterlaubnis für russische und belarussische Sportler bei den Sommerspielen in Paris ist umstritten. Ein IOC-Gremium prüft, welche Athleten dabei sein dürfen. Jetzt verteilt es Tickets.

 Im IOC-Hauptsitz in Lausanne wurden weitere Olympia-Starterlaubnisse für russische und belarussische Athleten erteilt.

Im IOC-Hauptsitz in Lausanne wurden weitere Olympia-Starterlaubnisse für russische und belarussische Athleten erteilt.

Foto: dpa/Laurent Gillieron

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat rund vier Wochen vor dem Start der Sommerspiele in Paris die Liste von Teilnahmeberechtigten aus Russland und Belarus erweitert. Demnach dürfen nach derzeitigem Stand 39 Athletinnen und Athleten als „Neutrale“ starten, 22 aus Russland und 17 Belarus. Wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine dürfen Teilnehmende aus beiden Ländern bei Olympia nur unter komplettem Verzicht auf staatliche Symbole antreten.

Bekannte Tennisstars dabei

Bereits Mitte des Monats hatte das IOC eine erste Liste mit Athletinnen und Athleten aus den Sportarten Radsport, Turnen und Trampolin sowie Gewichtheben und Ringen veröffentlicht. Diese wurde nun um Aktive aus den Sportarten Tennis, Schießen und Rudern ergänzt. Im Tennis wurden die Russen Daniil Medwedew, Andrej Rublew und Karen Chatschanow – Silbermedaillengewinner von Tokio 2021 – ebenso eingeladen wie die je zweimaligen Grand-Slam-Siegerinnen Aryna Sabalenka und Viktoria Asarenka aus Belarus. Offizielle Antworten der Spielerinnen und Spieler standen aus.

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Foto: dpa/Michel Euler

In anderen Sportarten gab das IOC erste Zu- und Absagen Teilnahmeberechtigter bekannt. So lehnte der russische Radprofi Alexander Wlassow, seit 2022 Teil des deutschen Teams Red Bull-Bora-hansgrohe, die Einladung des IOC ab.

Keine Parade für „Neutrale“

Die Zugelassenen mussten zunächst sportlich die Qualifikation schaffen und dann eine Überprüfung des jeweiligen Weltverbands sowie des IOC bestehen. Untersagt sind die „aktive“ Unterstützung des Krieges gegen die Ukraine sowie eine Verbindung zum Militär des eigenen Landes. Beim IOC entschied ein dreiköpfiges Gremium unter der Leitung der Vizepräsidentin Nicole Hoevertsz über die endgültige Zulassung. Die Liste könne bis zu den Spielen (26. Juli bis 11. August) noch weiter aufgestockt werden.

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An der Parade bei der Eröffnungsfeier in Paris dürfen die Neutralen nicht teilnehmen, das entschied das IOC bereits im März. Während der Wettbewerbe sind unter anderem die russische Flagge, die Hymne und weitere staatliche Symbole verboten. Mannschaften sind nicht zugelassen.

Das IOC hatte nach Russlands Invasion in der Ukraine im Februar 2022 zunächst mit einem Ausschluss aus dem Weltsport reagiert, in der Folge aber die schrittweise Rückkehr unter neutralem Banner ermöglicht. Zuletzt ging das IOC von 36 Teilnehmenden aus Russland und 22 aus Belarus aus. Zum Vergleich: In Tokio 2021 waren 330 Russen und 104 Belarussen dabei.

(Jne/dpa)