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Olympia 2021 Tokio: Eliud Kipchoge holt erneut Marathon-Gold

„Vermächtnis erfüllt“ : Kipchoge holt erneut Marathon-Gold

Eliud Kipchoge hat Geschichte geschrieben. Als dritter Leichtathlet gewinnt er zum zweiten Mal Olympia-Gold im Marathon. Der beste deutsche Läufer landet auf Rang 26.

Lässig lächelnd stemmte Eliud Kipchoge nach seinem historischen Marathon-Triumph die Hände in die Hüfte. Erst als dritter Leichtathlet in der 125-jährigen Olympia-Geschichte gewann der Laufstar aus Kenia am Sonntag in Sapporo zum zweiten Mal Gold über die klassischen 42,195 Kilometer. Vor ihm war dies nur dem Äthiopier Abebe Bikila (1960, 1964) und Waldemar Cierpinski aus Halle/Saale (1976, 1980) gelungen. „Ich denke, ich habe mein Vermächtnis erfüllt und hoffe, die nächste Generation zu inspirieren“, sagte Kipchoge.

Der 36-Jährige lief nach 2:08:38 Stunden über die Ziellinie und ballte dabei jubelnd die Faust. Abdi Nageeye (2:09:58) aus den Niederlanden und der Belgier Bashir Abdi (2:10:00) rannten mit deutlichem Abstand auf den Silber- und Bronzerang.

Als Kipchoge bei Kilometer 30 das Tempo anzog und das Weite suchte, konnte ihm keiner folgen. „Ich wollte eine Lücke schaffen, um der Welt zu zeigen, dass dies ein schönes Rennen ist“, erläuterte er seine Taktik. Seinem Sieg maß Kipchoge, der auch „der Philosoph“ genannt wird, eine große Bedeutung zu. „Ich wollte zeigen, dass wir Hoffnung für die Zukunft haben“, sagte er. Dass die Tokio-Spiele trotz der Gefahren der Corona-Pandemie ausgetragen wurden, sei ein Zeichen: „Wir sind auf dem richtigen Weg zu einem normalen Leben.“

Zur Marathon-Realität gehört auch, dass Kipchoge sich in einer ganz anderen Dimension bewegt als die deutschen Läufer. Richard Ringer vom LC Rehlingen kam mit einem Rückstand von 7:30 Minuten als bester DLV-Starter auf Rang 26. Amanal Petros lief 7:55 Minuten nach dem Sieger als 30. ins Ziel im Odori Park.

Der deutsche Rekordhalter vom TV Wattenscheid hielt sich bis Kilometer 25 in der Spitzengruppe, musste dann aber dem hohen Tempo und der Hitze von rund 30 Grad Tribut zollen. Sein Vereinskollege Hendrik Pfeiffer belegte in 2:20:43 Stunden den 50. Platz. „Ich habe mich sehr gut gefühlt, so ungefähr bis Kilometer 32, 33. Danach ist mein Oberschenkel fest geworden“, sagte Petros. „Es war nicht leicht und die Hitze war brutal hart.“

Auch im Frauenrennen am Samstag war der Sieg an Kenia gegangen. Peres Jepchirchir setzte sich in 2:27:20 vor Weltrekordlerin Brigid Kosgei (2:27:36) durch. Bronze holte die Amerikanerin Molly Seidel (2:27:46). Melat Kejeta (Kassel) glänzte mit einem starken sechsten Platz (2:29:16) und damit dem besten Ergebnis einer deutschen Läuferin seit dem vierten Rang von Katrin Dörre-Heinig 1996 in Atlanta.

(dpa/old)