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Olympia 2021 Tokio: Algerischer Judoka Fethi Nourine verweigert Kampf gegen Israeli

Olympia-Skandal : Algerischer Judoka will nicht gegen Israeli kämpfen – Ausschluss

Ein Judoka aus Algerien sorgt für den ersten Skandal der Olympischen Spiele in Tokio: Fethi Nourine tritt bei den Wettkämpfen nicht an, weil er nicht gegen einen Israeli kämpfen will. Als Konsequenz wird er von den Spielen ausgeschlossen.

Kurz nach der offiziellen Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio kommt es zu einem politischen Skandal. Der Algerier Fethi Nourine wird nicht in der Judo-Konkurrenz an den Start gehen, nachdem die Runden ausgelost wurde. Der Grund ist die Nationalität seines Gegners in einer möglichen zweiten Runde, wie Nourine selbst sagte.

Ihm wurde für die Judo-Konkurrenz Tohar Butbul in der zweiten Runde zugelost. Butbul hat ein Freilos in der ersten Runde, während Nourine auf Mohamed Asdalrasool aus dem Sudan trifft. Butbul kommt aus Israel. Für Nourine Grund genug, nicht bei den Olympischen Spielen an den Start zu gehen.

„Wir haben hart dafür gearbeitet, um bei den Spielen dabei zu sein, aber die palästinensische Sache ist größer als das“, nannte der 30-Jährige seine Beweggründe für die Absage seiner Teilnahme. Damit setzt er ein zweifelhaftes politisches Zeichen im Nahost-Konflikt zwischen Palästina und Israel. Die Aussage von Nourine im algerischen TV war antisemitisch motiviert. Er wolle seine „Hände nicht dreckig machen“, sagte er demnach.

Vor allem im olympischen Kontext, bei dem es in erster Linie um den Sport gehen soll, gleicht die Aussage von Nourine einem Skandal. Diesen befeuerte auch noch sein Trainer. „Wir hatten kein Glück bei der Auslosung“, sagte Algeriens Nationaltrainer Amar Ben Yaklif laut Israeli Times: „Wir haben einen israelischen Gegner bekommen und deshalb mussten wir unsere Teilnahme zurückziehen. Wir haben die richtige Entscheidung getroffen.“

Nourine hatte schon 2019 bei der Judo-WM für einen Skandal gesorgt, nachdem er dort ebenfalls nicht gegen einen Israeli antreten wollte und lieber aufgab.

Laut des Olympischen Eids verpflichten sich Sportler für Inklusion und Gleichheit – aber vor allem gegen Diskriminierung. Das IOC verkündete zudem vor dem Start der Spiele in Tokio, dass das Olympische Motto um „Gemeinsam“ ergänzt wird.

Fethi Nourine muss die Olympischen Spiele nun vorzeitig verlassen. Das algerische Olympische Komitee erkannte Nurine und seinem Trainer Benichlef am Samstag die Akkreditierung ab und ordnete ihre Rückreise an. Die Internationale Judo-Föderation teilte mit, Nourines Verhalten stehe "im totalen Gegensatz zur Philosophie" des Verbandes.

(dör/AFP)