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Olympia 2021: So läuft der Moderne Fünfkampf bei den Olympischen Spielen

Olympia 2021 : So läuft der Moderne Fünfkampf in Tokio

Vom 5. bis 7. August findet bei den Olympischen Spielen in Tokio der Moderne Fünfkampf der Männer und Frauen statt. Die Stimmung im deutschen Team ist nach einer nicht unerfolgreichen WM gut, es gibt realistische Chancen auf Edelmetall.

Pierre de Coubertin, der Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit, gilt als Initiator des Modernen Fünfkampfes und nahm die Sportart 1912 erstmals in das olympische Programm auf. Es sollte die Tradition des antiken Pentathlon (Diskus, Weitsprung, Speer, Laufen, Ringen) wiederaufgenommen werden. Der französische Baron entwickelte den Modernen Fünfkampf im Jahre 1909 absichtlich mit militärischem Charakter, um die Offiziere in aller Welt auf die Olympischen Spiele aufmerksam zu machen.

In Sydney 2000 wurde der Moderne Fünfkampf auch für Frauen olympisch. In London feierte der sogenannte "Combined-Wettbewerb" olympische Premiere. Die früher getrennt ausgetragenen Disziplinen Schießen und Laufen wurden zu einer Art Sommerbiathlon zusammengelegt und zum Abschluss des Wettkampfs durchgeführt, zum Einsatz kommt eine Laserpistole.

Regeln

Wie der Name vermuten lässt, ist der Moderne Fünfkampf ein Mehrkampf mit fünf verschiedenen Disziplinen. Diese lauten: Degenfechten, Schwimmen, Springreiten, Pistolenschießen und Querfeldeinlauf. Für jede der verschiedenen Disziplinen gibt es Punkte, die am Ende zum Gesamtergebnis addiert werden.

Degenfechten: Hier tritt in einer Platzierungsrunde zunächst jeder gegen jeden an. Wer innerhalb einer Minute einen Treffer landet, gewinnt. Schafft es keiner, verlieren beide. Wer 70 Prozent seiner Duelle gewinnt, erhält 250 Punkte. Für jeden Sieg oder jede Niederlage mehr gibt es eine bestimmte Anzahl an Punkten zusätzlich bzw. abgezogen (bei Olympia mit 36 Teilnehmern in der Regel sechs). Danach gibt es eine zusätzliche Bonusrunde, bei der der Letztplatzierte gegen den Vorletzten antritt. Der Sieger bleibt stehen und trifft auf den Drittletzten und so weiter. Jeder Sieg gibt einen Bonuspunkt. Gewinnt der Erstplatzierte seinen einzigen Kampf, erhält er zwei Bonuspunkte.

Schwimmen: Geschwommen wird 200 m im Freistil. Wer genau 2:30 Minuten benötigt, erhält 250 Punkte. Jede Sekunde darunter oder darüber ergibt drei Punkte mehr oder weniger.

Springreiten: Hierbei können maximal 300 Punkte erzielt werden, wenn der Parcours mit zwölf Hindernissen fehlerfrei durchritten wird. Das Pferd wird dem Athleten zuvor zugelost, nach einer kurzen Zeit, um sich miteinander vertraut zu machen, geht es los. Punktabzüge gibt es für Abwürfe (sieben), Stürze oder Verweigerungen (jeweils zehn). Bei nicht beendetem Parcours, vier Verweigerungen oder zwei Stürzen erhält der Athlet keine Punkte.

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Combined: Auch „Laser-Run“ genannt. Die Disziplinen Pistolenschießen und Querfeldeinlauf sind hier zusammengefasst. Die bisher gesammelten Punkte werden in Sekunden umgerechnet, sodass die Athleten je nach Platzierungen nacheinander per Handicap-Start beginnen. Insgesamt müssen 3200 m gelaufen werden, dazu gibt es auf der Strecke insgesamt vier Schießeinlagen mit einer Laserpistole. Nach fünf Treffern oder 50 Sekunden ist eine Schießeinlage beendet. Eine Gesamtzeit von 13:20 Minuten ergibt 500 Punkte für den Athleten. Jede Sekunde darüber oder darunter bedeutet einen Punkt mehr oder weniger.

Deutsche Teilnehmer

Der Deutsche Verband für Modernen Fünfkampf (DVMF) reist mit dem Maximalkontingent von vier Startern nach Brasilien. Mit dabei sind die Rio-Vierte und deutsche Meisterin Annika Schleu, Rebecca Langrehr (beide Berlin), Patrick Dogue und der deutsche Meister Fabian Liebig (beide Potsdam).

Hier finden Sie alle deutschen Teilnehmer bei den Spielen in Tokio.

Gewinner von Rio 2016

  • Männer: Alexander Lessun (Russland)
  • Frauen: Chloe Esposito (Australien)

Favoriten

Das ist aufgrund der Coronapandemie schwer zu sagen. Bei den Frauen zählen neben Schleu Michelle Gulyas (Ungarn), Kate French (Großbritannien) und Weltmeisterin Anastasija Prokopenko (Belarus) zu den Favoriten. Bei den Männern führt die Goldmedaille wohl nur über Weltmeister Adam Marosi aus Ungarn.

Die Stimmung im deutschen Team ist sehr optimistisch. Zwar verpassten die deutschen Athletinnen und Athleten bei der WM die Einzel-Medaillen, sicherten sich jedoch Gold in der Frauen-Staffel, Silber in der Männer-Staffel und Bronze beim Mixed-Wettbewerb. Bis zu den Wettbewerben in Tokio kann noch der letzte Feinschliff erfolgen, um dann auch im Einzel erfolgreich zu sein.

Zeitplan

Los geht es am 5. August um 6.00 Uhr deutscher Zeit mit dem Fechten der Frauen, danach folgen die Männer. Am 6. August bestreiten die Frauen ab 7.30 Uhr alle restlichen Wettbewerbe, das Finale mit dem Combined-Wettbewerb beginnt um 12.30 Uhr. Den gleichen Zeitplan haben die Männer einen Tag später.

TV

Die Rechte für die Olympischen Spiele hat sich das Unternehmen Discovery gesichert, zu dem der Sender Eurosport gehört. Nicht nur für Tokio, sondern auch für die Spiele in Peking (2022) und Paris (2024). Eurosport überträgt manche Wettkämpfe live im Free-TV, andere nur im Livestream. Der Stream ist auch über die Plattform Dazn empfangbar, die Eurosport in ihrem Programm zeigt.

Lange Zeit war unklar, ob die Olympischen Spiele überhaupt im öffentlich-rechtlichen Fernsehen laufen. Doch auch ARD und ZDF dürfen von den Sommerspielen in Tokio berichten. Sie zeigen viele Sportarten live und auf ihren Internetseiten im Stream und wechseln sich bei der Übertragung ab.

(stja/SID)