1. Sport
  2. Olympia

Olympia 2021: Japan-Premierminister Yoshihide Suga nährt Zweifel an Olympischen Spielen

Nach Kritik durch Bevölkerung : Japans Premier Suga nährt Zweifel an Austragung der Olympischen Spiele

Die Austragung der Olympischen Spiele in Tokio scheint nicht mehr sicher zu sein. Der japanische Premierminister deutete an, Olympia nicht auf Teufel komm raus durchführen zu wollen.

Japans Premierminister Yoshihide Suga hat im Kampf um sein politisches Überleben erste Zweifel daran aufkommen lassen, dass die Olympischen Spiele im Sommer auf jeden Fall stattfinden werden. Im Parlament antwortete der umstrittene Regierungschef am Montag auf die Frage, ob die Spiele auch bei Corona-Höchstständen durchgeführt würden: "Für mich standen die Olympischen Spiele niemals an erster Stelle."

Die Sicherheit der Bevölkerung in der Corona-Pandemie sei seine wichtigste Aufgabe, betonte der 72 Jahre alte Suga. "Der Schutz von Leben und Gesundheit der Menschen hat höchste Priorität. Wir müssen die Verbreitung des Virus verhindern", führte er aus. Der Beliebtheitswert des Premiers liegt laut einer aktuellen Umfrage lediglich bei 40 Prozent und damit fast so niedrig wie beim Rekordtief Anfang des Jahres. Neuwahlen finden in Japan erst nach den Paralympics statt, die Anfang September enden.

Suga wiederholte am Montag zudem, dass die Entscheidung über das Schicksal der Olympischen Spiele ganz in den Händen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) liege, und dass es die Rolle der japanischen Regierung sei, diese sicher durchzuführen. Das IOC und sein Präsident Thomas Bach haben stets betont, die Spiele durchführen zu wollen.

Sollte sich die Pandemielage in Japan aber dramatisch verschlechtern, hätte die Regierung selbstverständlich die Möglichkeit, die Durchführung der Großereignisse zu unterbinden. Dieser Einfluss war auch im vergangenen Jahr bei der Verlegung der Spiele auf 2021 geltend gemacht worden.

In jüngsten Umfragen hat sich die ablehnende Haltung der Bevölkerung gegenüber den Spielen bestätigt. Laut der Befragung durch die Tageszeitung Yomiuri Shimbun sprachen sich 59 Prozent für eine Absage aus, 39 Prozent votierten für eine Durchführung. Bei der Umfrage der TBS News waren 37 Prozent für eine Absage und 28 Prozent für eine erneute Verlegung.

Außerdem muss der Fackellauf wieder einmal angepasst werden. Der Gouverneur der westlichen Präfektur Okayama, Ryuta Ibaragi, wurde am Montag mit den Worten zitiert, es sei so gut wie unmöglich, den Fackellauf wie geplant in der kommenden Woche in den beiden größeren Städten Okayama und Kurashiki abzuhalten. Dass die Fackelläufer durch andere Städte der Präfektur laufen, sei ebenfalls schwierig. Okayama wäre die zweite Präfektur, in der der Fackellauf nicht stattfinden kann. Zuvor hatte bereits die Präfektur Fukuoka im Südwesten des Inselreichs den Lauf abgesagt.

(SID)