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Olympia 2021: Japan erwägt bis zu 10.000 heimische Zuschauer in Tokio

Notstand in Tokio endet : Olympische „Geister-Spiele“ abgewendet?

Olympia-Gastgeber Japan will trotz der andauernden Corona-Pandemie bei den Sommerspielen eine begrenzte Zahl an heimischen Zuschauern in den Wettkampfstätten zulassen. In Tokio ist ein Ende des Notstands in Sicht.

Japans Regierung macht den Weg frei für Zuschauer bei den Olympischen Spielen. 36 Tage vor der Eröffnungsfeier in Tokio hat Premierminister Yoshihide Suga verkündet, den Corona-Notstand in der Olympiastadt am kommenden Sonntag aufzuheben. Nach der Aussperrung ausländischer Fans scheinen "Geister-Spiele" abgewendet: Bis zu 5000 einheimische Zuschauer könnten nach derzeitigem Stand in den Olympia-Arenen dabei sein.

Die Lage in Japan bleibt allerdings angespannt. In Tokio und sechs weiteren Gebieten wird zunächst bis zum 11. Juli ein "Notstand light" umgesetzt. Damit soll verhindert werden, dass sich das Coronavirus im Vorfeld der Spiele (23. Juli bis 8. August) erneut ausbreitet. Der Verkauf von Alkohol ist dann bis 19 Uhr erlaubt, Restaurants und Bars müssen weiterhin um 20 Uhr schließen.

Große Partys wären für die Fans damit nicht möglich, doch eine Sause in Tokio kann unter den schwierigen Rahmenbedingungen ohnehin niemand erwarten. So müssen sich auch die Athletinnen und Athleten massiv einschränken. Sie werden täglich auf das Coronavirus getestet und sollen sich abseits von Training und Wettkampf möglichst isolieren. Kontakte zur normalen japanischen Bevölkerung sind verboten, bei Verstößen gegen das Corona-Regelbuch ("Playbook") drohen harte Sanktionen bis hin zu Geldstrafen und zur Ausweisung.

"Die Zahl der Infektionen ist landesweit seit Mitte Mai rückläufig, die Situation in Bezug auf die Krankenhausbetten verbessert sich stetig", sagte Suga am Donnerstag. Vorsicht sei allerdings weiterhin geboten, denn "in einigen Regionen gibt es Anzeichen dafür, dass sich der Rückgang der Infektionszahlen verlangsamt." Lediglich in der Inselpräfektur Okinawa wurde der Notstand dennoch ein weiteres Mal verlängert, in Tokio endet er nach fast zwei Monaten.

Bereits am Mittwoch hatte die japanische Regierung beschlossen, die Beschränkungen für die Anzahl der Zuschauer an Massenveranstaltungen in Gebieten, in denen der Notstand aufgehoben wurde, schrittweise zu lockern. Die maximale Zahl wird von derzeit 5000 auf 10.000 Personen angehoben.

In Gebieten, in denen "ein Ausnahmezustand oder Prioritätsmaßnahmen der Notfallstufe" gelten - dies trifft auch auf Tokio zu - wurde die Zuschauergrenze für Großveranstaltungen auf 50 Prozent der Kapazität oder maximal 5000 Personen festgelegt. Die Begrenzung bleibe für einen Monat nach Aufhebung des Ausnahmezustands oder der Notstandsmaßnahmen bestehen - also bis zum 20. Juli, drei Tage vor der Eröffnungsfeier. Die Beschränkungen könnten aber "weiter gelockert" werden, "wenn keine Probleme auftreten".

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Yasutoshi Nishimura, der für die wirtschaftliche Wiederbelebung und Maßnahmen gegen das Coronavirus zuständige Minister, sagte Reportern nach der Sitzung, dass diese Entscheidung nicht für Beschränkungen der Zuschauerzahl bei den Olympischen Spielen und Paralympics (24. August bis 5. September) gelte. Beobachter in Japan gehen allerdings davon aus, dass die neue Zuschauerobergrenze auch bei den Olympischen Spielen angewendet wird. Eine offizielle Entscheidung wird zeitnah erwartet.

In Japan ist die Stimmung weiter gespalten. Während bei der Bevölkerung die Zustimmung für die Austragung der bereits um ein Jahr verschobenen Spiele in diesem Sommer zuletzt anstieg und die Gegner mittlerweile offenbar in der leichten Minderheit sind, sprechen sich die medizinischen Berater der japanischen Regierung laut eines Berichts des Senders NHK weiter für eine Austragung ohne Zuschauer aus. Der Druck auf die Regierung ist allerdings groß, erst recht nach Aufhebung der höchsten Alarmstufe.

(ako/sid)