Diskus-Olympiasieger: Harting kritisiert ARD und ZDF

Diskus-Olympiasieger : Harting kritisiert ARD und ZDF

Diskus-Olympiasieger Robert Harting hat in der Diskussion um die Sportförderung in Deutschland auch die Berichterstattung von ARD und ZDF kritisiert.

"Die Kinder und der Nachwuchs müssen Interesse bekommen. Das bekommen sie nicht, wenn im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nur noch Fußball gezeigt wird", sagte der 27-Jährige am Donnerstagabend in der ARD-Sendung "Beckmann": "Es gibt ja einen Staatsauftrag. Da fließen Milliarden rein, das sind ja unsere Gelder. Aber eine breite sportkulturelle Bildung findet nicht mehr statt."

Das Problem des mangelnden Nachwuchses in den olympischen Disziplinen sei nicht allein finanziell bedingt. Bei der Heranführung der Kinder an den Sport gebe es viele Versäumnisse. Der Nachwuchs würde "Sportarten wie Judo oder Leichtathletik heute oft nicht mehr kennenlernen, weil auch Grundschullehrer im Sportunterricht nur noch Fußball spielen lassen", sagte Harting.

Bernhard Schwank, Leistungssportdirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), ruderte derweil im Streit um die erst nach einer Gerichtsentscheidung veröffentlichten internen Medaillen-Zielvereinbarungen zurück. "Unmittelbar vor den Olympischen Spielen war es die richtige Entscheidung zu sagen, jetzt zu diesem Zeitpunkt wollen wir diese Zahlen nicht veröffentlichen. Aber man hätte sie sicherlich viel, viel früher veröffentlichen können, um dann auch zu erklären, worum es eigentlich geht", sagte Schwank.

In London hatte der deutsche Sport mit 44 Mal Edelmetall die eigentlich angestrebten 86 Medaillen deutlich verpasst. "Natürlich", so Schwank, "ist Kritik gerechtfertigt. Aber nicht in dieser Art und nicht auf dem Rücken der Sportler. Wir sind immer noch die sechsterfolgreichste Nation dieser Welt bei den Olympischen Spielen."

(sid)
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