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Tokio 2021: Ringer Frank Stäbler beendet Karriere mit Olympia-Bronze

Im letzten Karriere-Kampf : Ringer Frank Stäbler erfüllt sich Bronze-Traum

Der dreimalige Ringer-Weltmeister Frank Stäbler hat sich seinen Traum von der Olympiamedaille erfüllt. Der 32-Jährige gewann am Mittwoch Bronze und erreichte zum Abschluss seiner internationalen Karriere das lang ersehnte Olympia-Podest.

Nach dem hart erkämpften Happy End ging es für Frank Stäbler vor allem um die Frage, wo der Gerstensaft für die Party aufgetrieben werden konnte. "Ich habe im olympischen Dorf zwar noch keinen Bierstand gefunden - aber wir werden etwas finden für zwei, drei Bierchen", sagte das neue Ringer-"Feierbiest": "Und zu Hause wird dann sowieso gefeiert, gefeiert und nochmal gefeiert."

Das hatte Edelfan Aline Rotter-Focken am Medaillen-Mittwoch schon ausgiebig auf der Tribüne getan. Schließlich machte erst Stäbler seinen Frieden mit Olympia, dann legte Denis Kudla nach. Zweimal Bronze zum Gold für Rotter-Focken - auf den Matten von Tokio wurden die deutschen Erwartungen weit übertroffen.

Dabei sorgte Stäbler fraglos für den emotionalen Höhepunkt. Der dreimalige Weltmeister ließ symbolträchtig seine Schuhe auf der Matte zurück und schickte unter Tränen Kusshände nach Hause zur Familie. Selbst die Delegationen der anderen Länder erhoben sich für Standing Ovations.

"Das ist absolut atemberaubend. Der Ritt endet hier. Diese Bronzemedaille ist für mich wie Gold. Der Traum ist in Erfüllung gegangen - mit den allerletzten Kräften", sagte Stäbler, bevor ihm Rotter-Focken in den Katakomben in die Arme fiel: "Ich bin so stolz, dieses Gefühl wird mich den Rest meines Lebens erfüllen."

Kurz vorher hatte Stäbler das kleine Finale und damit zum Abschluss seiner internationalen Karriere die ersehnte Olympia-Medaille gewonnen. Der 32-Jährige setzte sich in der griechisch-römischen Gewichtsklasse bis 67 kg gegen den Georgier Ramas Soidse durch. Kudla machte es ihm nach. Der 26-Jährige gewann in der Gewichtsklasse bis 87 kg gegen den Ägypter Mohamed Metwally und wiederholte seinen Erfolg von Rio 2016.

Die Spitze des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) würdigte die Medaillengewinner umgehend. "Frank hat sein großes Ziel erreicht. Er hatte eine große Karriere und ist ein großer Sportmann", sagte DRB-Präsident Manfred Werner dem SID: "Und Denis hat einen tollen Kampf geliefert und nichts anbrennen lassen." Werner, der ein bis zwei Medaillen als Ziel ausgegeben hatte, bezeichnete die Ausbeute als "ganz hervorragend".

Dabei war vor allem für Stäbler noch mehr drin. Am Dienstag sah der Schwabe im Viertelfinale gegen den Iraner Mohammad Reza Geraei schon wie der sichere Sieger aus, als er den Erfolg in der letzten Minute noch aus der Hand gab. "Der Olympiagott wollte einfach nicht, dass ich Olympiasieger werde", sagte der deutsche Vorzeigeringer der vergangenen Jahre.

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Am Ende holte Reza Geraei das Gold, das für Stäbler möglich war. Dennoch hat er sich den Party-Marathon nach den großen Problemen in der Vorbereitung verdient. Stäbler war im vergangenen Jahr heftig an Corona erkrankt, zudem litt er an einer chronischen Schulterverletzung. Dazu musste er seit Wochen eine kräftezehrende Diät halten, um das Gewicht für seine Klasse zu bringen.

Dennoch kämpfte Stäbler verbissen darum, seine aktive Laufbahn mit dem Sprung auf das Podium zu krönen - mit Erfolg. Bei Olympia 2012 in London wurde der damals aufstrebende Stäbler Fünfter. In Rio ging der Sportsoldat als großer Favorit an den Start, doch eine schwere Verletzung verhinderte einen Erfolg.

(kron/SID)