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Olympisches Tennis-Turnier: Kas und Lisicki spielen um eine Medaille

Olympisches Tennis-Turnier : Kas und Lisicki spielen um eine Medaille

Angelique Kerber hatten die Experten eine olympische Medaille in Wimbledon zugetraut, vielleicht auch Sabine Lisicki im Einzel oder dem Doppel Görges/Grönefeld. Aber Christopher Kas?

Der galt im gesamten deutschen Tennisteam nicht gerade als Anwärter auf Edelmetall. Und nun greift ausgerechnet der 32 Jahre alte Doppelspezialist nach einer Medaille - und hat gemeinsam mit Lisicki sogar zwei Chancen darauf. Das Mixed gewann gegen Daniele Bracciali/Roberta Vinci (Italien) 4:6, 7:6 (7:2), 10:7 im Match-Tiebreak und steht damit am Samstag im Halbfinale.

Während Kas und Lisicki noch feierten, sahen die Zuschauer auf dem Centre Courts des All England Club eines der dramatischsten Spiele der vergangenen Jahre. In einem Tennis-Krimi setzte sich Roger Federer nach 4:26 Stunden gegen den Argentinier Juan Martin Del Potro 3:6, 7:6 (7:5), 19:17 durch und darf weiter vom Rasen-Double träumen.

Vier Wochen nach seinem siebten Wimbledonsieg hat der Weltranglistenerste aus der Schweiz seine erste olympische Einzelmedaille sicher und greift am Sonntag in der Neuauflage des Wimbledonfinales gegen den britischen Hoffnungsträger Andy Murray nach Gold. Murray setzte sich vor dem tobenden Publikum 7:5, 7:5 gegen Novak Djokovic (Serbien/Nr. 2) durch und ließ sich minutenlang auf dem heiligen Rasen feiern.

Federer gewinnt Marathonmatch

"Das war heute ein großes Spiel - keine Frage. Ich glaube nicht, dass ich jemals so einen langen Satz in einem Dreisatzmatch gespielt habe", sagte Federer, der offiziell bestätigt wurde. Nie zuvor hat es in der Geschichte der Open Era (seit 1968) ein längeres Match über zwei Gewinnsätze gegeben. Alleine der dritte Durchgang dauerte 2:43 Stunden. "Ich bin einfach nur glücklich, dass ich die erste Medaille für die Schweiz gewonnen habe", sagte Federer und küsste das Wappen auf seinem T-Shirt.

Eilig hatte es dagegen wieder einmal Serena Williams (USA/Nr. 4), die Wiktoria Asarenka, Nummer eins der Weltrangliste, beim 6:1, 6:2 keine Chance ließ. Die Weißrussin hatte in der Runde zuvor noch Angelique Kerber (Kiel) geschlagen, musste allerdings wie schon im Wimbledon-Halbfinale vor vier Wochen Williams' unfassbare Überlegenheit anerkennen. Die 30-Jährige hat in fünf Matches nur 16 Spiele abgegeben und ist auch im Endspiel am Samstag gegen Maria Scharapowa (Russland/Nr. 3) die haushohe Favoritin.

Kämpfen musste das deutsche Überraschungsduo Kas/Lisicki, das als letzte Paarung ins Teilnehmerfeld gerutscht war und in Wimbledon das erste Mal überhaupt zusammenspielt. Im Halbfinale warten nun die britischen Publikumslieblinge Murray und Laura Robson oder Lleyton Hewitt/Sam Stosur (Australien). Selbst bei einer Niederlage hätten Kas und Lisicki noch die Chance auf Bronze.

Nach dem Geheimrezept gefragt, hatte Kas bereits nach der ersten Runde geantwortet: "Sabine gibt die Anweisungen auf dem Platz. Solange es funktioniert, hab ich damit kein Problem." Kas war mit einem Muskelbündelriss in der Gesäßmuskulatur ins Turnier gestartet, fühlt sich mittlerweile aber fit: "Mir geht es gut. Es gibt nur ein, zwei Bewegungen, die schmerzen, ich verrate aber nicht, welche."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Sabine Lisicki

(sid)