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Alfons Hörmann gerät als DOSB-Chef durch Thomas Dieckhoff unter Druck

Nach Affäre um interne E-Mail : Neue Vorwürfe gegen DOSB-Chef Hörmann

Alfons Hörmann gerät weiter unter Druck. Dem Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes wird von einem ehemaligen Geschäftsführer der Deutschen Sport Marketing vorgeworfen, in dessen Privatleben eingegriffen zu haben.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird mit weiteren Vorwürfen zur Amtsführung von Präsident Alfons Hörmann konfrontiert. Der ehemalige Geschäftsführer der Deutschen Sport Marketing (DSM), Thomas Dieckhoff, wirft dem DOSB-Chef Eingriffe ins Privatleben sowie in die Tätigkeit des Unternehmens vor. Hörmann habe ihm gegenüber „das Thema Privatsphäre völlig missachtet“, sagte Dieckhoff in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Es habe keine Rolle gespielt, ob man beruflich oder privat etwas geplant habe, gleich ob unter der Woche oder am Wochenende. „Wenn ein Schreiben kam, hatte man in kurzer Zeit darauf zu reagieren. Wenn man das nicht tat, gab er zu verstehen, dass er dies nicht goutierte“, sagte der Diplom-Kaufmann. In seinem Fall habe Hörmann „unmissverständlich klargemacht, dass er dies nicht für angemessen hält für die Rolle eines Geschäftsführers“, dass Dieckhoff in seiner Freizeit für den Ironman Hamburg trainiert habe.

Er habe Alfons Hörmann als jemanden kennengelernt, der seine Ziele mit sehr großem Engagement und großer Fachkenntnis verfolge, aber es wie andere Führungspersonen auch verstanden habe, sehr großen Druck auf eine Organisation aufzubauen. „Bei Herrn Hörmann habe ich persönlich den Druck immer als negativ empfunden, als Stress. Das war bedrohlich, verunsichernd und hat nicht dazu beigetragen, für mich persönlich eine positive, motivierende Arbeitsatmosphäre zu schaffen“, sagte Dieckhoff.

Überdies berichtete er, dass der DOSB-Präsident „sehr intensiv“ Einfluss auf geschäftliche Entscheidungen der DSM genommen hat. „Das kannte ich aus meiner beruflichen Karriere anders“, sagte Dieckhoff. Die DSM ist eine 100-prozentige Tochter des DOSB.

In einem Offenen Brief hatten zuvor DOSB-Mitarbeiter unter Hörmann eine „Kultur der Angst“ im Verband angeprangert und das angebliche Fehlen von Respekt und Fair Play in den Führungsgremien beklagt.

(dör/dpa)