1. Sport

Neue Corona-Regeln - 15.000 Fans im Stadion erlaubt: Profiligen erleichtert

Zuschauer-Limit : Warum die Profiligen trotz finanzieller Sorgen auch erleichtert sind

In Sportarenen müssen viele Plätze wieder leer bleiben. Das gilt für die meisten Vereine schon am kommenden Wochenende. Die Profiligen in Fußball, Handball und Eishockey hoffen auf schnelle Besserung und befürchten hohe Verluste, wenn die Fans ganz ausgeschlossen werden.

In den Fußball-Stadien wird es wegen der bedrohlichen Corona-Lage vorerst wieder deutlich leerer. Höchstens 15.000 Zuschauer sind an den kommenden Spieltagen in den Arenen der Bundesliga zugelassen. Bundesregierung und Länderchefs einigten sich am Donnerstag darauf, dass maximal 50 Prozent der Kapazität genutzt werden dürfen. In Sporthallen dürfen es höchstens 5000 Zuschauer sein. In Regionen mit sehr hohen Infektionszahlen sollen große Veranstaltungen sogar abgesagt oder im Sport zumindest Geisterspiele durchgesetzt werden.

Wo Zuschauer zugelassen sind, gilt eine Maskenpflicht und die 2G-Regel, nach der nur Geimpfte und Genesene Einlass erhalten. Möglich ist, dass zudem noch ein aktueller Coronatest nachgewiesen werden muss. Die Vorgaben seien „dem Grunde nach verständlich“, sagte Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL).

Schon für den Fußball-Bundesliga-Gipfel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern am Samstag werden nur noch 15.000 Tickets verkauft, teilte Borussia Dortmund mit.

Auch bei Borussia Mönchengladbach hat man sich der Situation bereits angepasst. Der Klub hatte am Mittwoch vorsorglich alle bereits verkauften Tickets für das Heimspiel gegen den SC Freiburg am Sonntag (17.30 Uhr) storniert. Am Donnerstagabend sind dann 15.000 Tickets in den Vorverkauf gegangen.

„In diesem Zusammenhang bedankt sich Borussia bereits jetzt bei allen Fans, die die Fohlen auch in diesen schwierigen Zeiten vor Ort im Stadion unterstützen möchten“, teilte der Verein mit. Die Plätze werden im Borussia-Park im Schachbrettmuster angeordnet sein, zudem wird es ausschließlich Sitzplätze geben.

Der Vorstandsvorsitzende des Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf, Thomas Röttgermann, sagte unserer Redaktion: „Die Entscheidung war im Rahmen dessen, was zu erwarten war. Es ist gut und inhaltlich richtig, dass Zuschauer zugelassen bleiben. Die Vereine der DFL und die Analysen der Liga haben belegt, dass von Fussballspielen keine signifikante Ansteckungsgefahr droht, wenn die Klubs sich an die Hygienevorgaben und -konzepte halten. Ich hoffe, dass dies von der Politik auch wahrgenommen wird.“

Nicht nur der Fußball ist von dem Beschluss betroffen. Auch für alle anderen Sportarten gilt die Regelung. In Handball-, Basketball- oder Eishockeyhallen dürfen also höchsten 5000 Zuschauer reingelassen werden. „Die Handball-Bundesliga ist froh, dass die Beschlüsse nicht nach der Holzhammer-Methode gefällt wurden und es weiterhin möglich ist, Zuschauer bei den Spielen zu haben. Ich glaube aber, dass ich da für den gesamten Profisport sprechen kann, wenn ich sage, dass wir uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind“, sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer der deutschen Handballliga (HBL), unserer Redaktion. „Sportevents waren bisher keine Infek­­tionstreiber, es gibt andere Stellen, an denen entschieden zugegriffen werden muss“, ergänzte er.

  • Der Borussia-Park am Mittwochmorgen: Sitzreihen stehen
    Vorverkauf gegen Freiburg gestartet : 15.000 Zuschauer im Borussia-Park erlaubt – was Fans jetzt wissen müssen
  • Corona-Regeln : So viele Zuschauer dürfen jetzt in der Bundesliga ins Stadion
  • Das rheinische Derby zwischen dem 1.
    Corona-Pandemie : Beim Fußball, bei Konzerten und Partys muss die Politik bremsen

Szenen wie die im Kölner Stadion vergangene Woche hätten aber eine große Symbolwirkung, auch wenn die Bedingungen dort den Genehmigungen entsprochen haben. „Wir wollen nun systematisch an die kommenden Spiele herangehen und zum Beispiel unsere Impfangebote bei den Veranstaltungen erneuern. Wir sind froh, dass nicht alle Veranstaltungen abgesagt wurden. Wir erwarten aber auch Ausschlüsse in einigen Bundesländern, in denen die Infektionszahlen besonders hoch sind“, sagte Bohmann.

Was sich der HBL-Chef dennoch von der Politik wünscht: „eine bessere Berechenbarkeit in der Bewertung der Situation. Mit der Hospitalisierungsrate ist ein neuer Indikator gewählt worden, mit dem die Lage bewertet wird. Diese Rate als Grundlage für Maßnahmen ist nun wieder gekippt. Die Unberechenbarkeit, wonach Einschränkungen bemessen werden, macht die Lage für uns doppelt schwierig. Wir wünschen uns von der Politik eine klare Strategie.“

Auch in der Deutschen Eishockey-Liga kann man die Entscheidung verstehen, befürchtet aber finanzielle Schwierigkeiten für einige Vereine: „Angesichts der aktuellen Corona-Situation sowie mit Blick auf die sehr hohen Infektionszahlen in einigen Regionen, ist eine vorübergehende Beschränkung der Zuschauer nachvollziehbar und verständlich. Sollten unsere Klubs aus dem Süden aufgrund der lokalen Verordnungen jedoch komplett auf Zuschauer verzichten müssen, wäre das eine zusätzliche Herausforderung. Gerade auch mit Blick auf die wirtschaftliche Situation“, sagte Gernot Tripcke, Geschäftsführer der DEL.

Bei der Düsseldorfer EG hält man die Zahl von 5000 Zuschauern aus wirtschaftlicher Sicht für machbar. „Vor allem könnten wir unsere Dauerkartenfans reinlassen, das ist das Wichtigste für uns. Allerdings müssen wir erst die Verordnung abwarten, wenn beispielsweise etwas wie ein Schachbrettmuster auf den Tribünen angeordnet wird, sieht es anders aus“, sagte Harald Wirtz, Geschäftsführer der Düsseldorfer EG.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wo wie viele Fans in den Bundesliga-Stadien erlaubt sind