Formel E: Mit Mercedes und Porsche in die neue Saison

Nach Audi und Porsche : Mit Mercedes und Porsche in die neue Formel-E-Saison

Audi und BMW waren schon dabei, nun wurden auch Mercedes und Porsche schwach: Die Formel E startet in ihre sechste Saison, und kaum ein großer Autobauer will sich die Elektroserie noch entgehen lassen.

Die Seriensieger aus der Formel 1 hatten die elektrische Revolution zunächst skeptisch verfolgt. "Anfangs habe ich nicht daran geglaubt, dass die Formel E es schaffen kann", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, "ich habe ihr keine große Chance eingeräumt. Aber dann ist sie plötzlich gewachsen."

Ziemlich rasant sogar, so rasant, dass sich die deutschen Premium-Hersteller nicht mehr verschließen konnten: Wenn die Formel E am Freitag und Samstag (jeweils 13 Uhr/Eurosport) in Diriyya/Saudi-Arabien ihre sechste Saison startet, dann sind Mercedes und auch Porsche erstmals als Werksteams vertreten - Audi und BMW drehen schon länger batteriebetrieben ihre Runden.

Noch immer ist die Formel E zwar kein Publikumsmagnet, weder vor Ort, noch im TV. Doch mit Blick auf die Elektrifizierung des Automobilsektors können sich die Hersteller eine Rolle als Zuschauer kaum noch leisten - um keine technische Entwicklung zu verschlafen, aber auch aus PR-Gründen.

"Die Formel E hat sehr großes Marketingpotenzial", sagt Wolff: "Die Serie ist nichts für den Hardcore-Motorsportfan, sie richtet sich an eine andere, potenziell größere Zielgruppe."

Das ist nicht nur für die deutschen Auto-Riesen interessant, in der Startaufstellung vertreten sind auch Nissan, Jaguar und DS. Mit 12 Teams und 24 Autos ist das Feld so groß wie nie.

An den Autos verändert sich im Vergleich zur Vorsaison wenig, schon zuletzt waren die Fahrzeugwechsel zur Rennhälfte nicht mehr notwendig. Die Boliden liefern im Qualifying 250 kW (340 PS), im Rennen sind es 200 kW (272 PS). Auf den Stadtkursen werden Geschwindigkeiten von bis zu 240 km/h erreicht, in Berlin macht die Serie am 21. Juni 2020 Station.

Und nicht nur auf Teamseite wird deutsch gesprochen im Fahrerlager. Das Audi-Werksteam geht unter anderem mit Daniel Abt (Kempten) an den Start, dem weiterhin einzigen deutschen Sieger der Formel E. Porsche hat für sein Debüt Andre Lotterer (Duisburg) verpflichtet, für BMW fährt Maximilian Günther (Oberstdorf). Der frühere Formel-1-Pilot Pascal Wehrlein (Worndorf) ist weiterhin für Mahindra dabei. Mercedes vertraut dem Ex-Formel-1-Fahrer Stoffel Vandoorne (Belgien) und Nyck de Vries (Niederlande).

(pabie/sid)