DTM startet in Hockenheim in eine neue Ära

Neue Saison beginnt : Die DTM muss den Umbruch schaffen

In Hockenheim startet die DTM in eine neue Ära - ohne Mercedes, mit Aston Martin, neuen Motoren und viel Hoffnung auf eine erfolgreiche, internationale Zukunft. Die einstige Tourenwagenserie muss den Umbruch schaffen.

Die gesamte Serie stand vor dem Aus, Mercedes hat sich verabschiedet, auch die anderen Marken wackelten. Doch in der DTM möchte man jetzt nicht mehr zurückblicken auf die härtesten Jahre. "Wir haben neue Motoren, mehr PS, in Aston Martin einen neuen Hersteller", sagt Serien-Chef Gerhard Berger vor dem Saisonstart: "Wir gehen in ein DTM-Jahr, das sich überhaupt nicht einschätzen lässt. Und darauf freuen wir uns."

Trotz und Genugtuung schwingen mit, wenn der langjährige Formel-1-Pilot über seine DTM spricht. Und wenn am Samstag und Sonntag (jeweils 13.30 Uhr/Sat.1) die ersten Rennen steigen, dann wirkt das in der Tat wie das Setzen der Segel nach einem schweren, schweren Sturm.

Der Abgang von Rekordsieger Mercedes in Richtung Formel E hatte die ohnehin seit Jahren kriselnde Serie in ihrer Existenz bedroht, doch Berger sah in diesem Rückschlag die Chance zum Aufbruch. Aston Martin wird ab sofort gegen die etablierten Marken Audi und BMW antreten, es könnte der erste Schritt auf einem Weg sein, den die DTM sowieso hätte einschlagen müssen.

"Wir wollen in Deutschland und Europa stärker werden, und letztlich auch auf der ganzen Welt", sagt Berger. Denn nur möglichst viele Hersteller und internationales Flair sichern der DTM den Wettbewerb, der ihr auf dem umkämpften Motorsportmarkt eine Zukunft ermöglicht

Auch deshalb kehrt die Serie auf die Strecke im belgischen Zolder zurück und wird in diesem Jahr ihre Premiere im niederländischen Assen feiern. Auch für die Rennen im italienischen Misano und auf dem britischen Kurs in Brands Hatch geht es ins Ausland, Basis soll Deutschland mit den Stationen Hockenheim (Auftakt und Finale), Norisring, Lausitzring und Nürburgring bleiben.

Für den Schritt raus aus Europa spielt die Kooperation mit der japanischen Super GT eine wichtige Rolle. In diesem Jahr basieren die DTM-Autos auf dem gemeinsam erarbeiteten Class-One-Reglement, das die Autos schneller macht. Sie werden leichter, die V8-Saugmotoren werden durch Vierzylinder-Turboaggregate ersetzt, die mehr als 600 PS starken Autos dürften damit Geschwindigkeiten von über 300 km/h erreichen.

Vor allem die Fahrer müssen sich daher deutlich umstellen, Timo Glock zumindest freut sich über die zahlreichen Reglement-Änderungen. "Es ist wie das erste Date mit der neuen Freundin", sagt der BMW-Pilot: "Man fühlt sich wie ein kleines Kind, das vor dem Weihnachtsbaum steht und endlich die Geschenke öffnen darf."

Das Reglement dürfte in den kommenden Jahren weiter verfeinert werden, das Ganze sei noch nicht der erwünschte "ultimative Ritt auf der Kanonenkugel", sagt Berger, "aber es kommt ihm einen klaren Schritt näher." Die weiteren Schritte werden ebenfalls in Abstimmung mit der Super GT erfolgen, und am Ende könnten die DTM-Hersteller dann gegen Honda, Lexus und Nissan antreten. Mindestens. Das Ergebnis wäre am Ende eine neue, weltweite Serie - hervorgegangen aus der einst kriselnden DTM.

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(sef/sid)
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