Ausheber nach 38 Sekunden: Mittelgewichtlerin Böhm holt Judo-Bronze

Ausheber nach 38 Sekunden: Mittelgewichtlerin Böhm holt Judo-Bronze

Athen (rpo). Nächste Bronzemedaille für Deutschland: Mittelgewichtlerin Annett Böhm hat beim olympischen Turnier in Athen im Kampf um Platz 3 die Belgierin Catherine Jacques besiegt.

<

p class="text"><P>Athen (rpo). Nächste Bronzemedaille für Deutschland: Mittelgewichtlerin Annett Böhm hat beim olympischen Turnier in Athen im Kampf um Platz 3 die Belgierin Catherine Jacques besiegt.

<

p class="text">Ein Blitzgriff, drei Glückssprünge am Mattenrand und jede Menge Freudentränen: Judoka Annett Böhm hat sich in Athen mit dem Gewinn der Bronzemedaille ihren olympischen Traum erfüllt. "Ich wollte diese Medaille unbedingt haben. Die ganze Arbeit hat sich gelohnt. Endlich habe ich es geschafft", sagte die Leipziger Mittelgewichtlerin, nachdem sie im kleinen Finale die verdutzte Belgierin Catherine Jacques nach nur 38 Sekunden mit dem entscheidenden Beinangriff überraschte.

<

p class="text">"Ich habe mich so für Julia und Yvonne gefreut, als die ihre Medaillen gewonnen haben. Ich dachte nur: Hoffentlich ist für mich noch eine übrig", sagte Annett Böhm, die zwei Tage nach dem überraschenden Triumph von Yvonne Bönisch (Potsdam) und Auftakt-Bronze von Julia Matijass (Osnabrück) bereits die dritte deutsche Judo-Medaille in Athen und die 30. in der Olympia-Geschichte (4 Gold/7 Silber/19 Bronze) eroberte.

<

p class="text">In Böhms Klasse bis 70 kg gewann Masae Ueno das fünfte Judo-Gold für Japan in der Ana-Liossia-Halle. In der 90-kg-Klasse der Männer triumphierte der Georgier Zurab Zviadauri. Gerhard Dempf (Großhadern) schied in der Vorrunde aus.

<

p class="text">Im Halbfinale war Annett Böhm an der Niederländerin Edith Bosch gescheitert. "Da bin ich dumm reingelaufen und habe dann den Faden verloren. Aber jetzt ist mir das egal", sagte die 24-Jährige, die in Leipzig Sportmanagement studiert und als Siebenjährige beim Polizeisportverein Glauchau mit dem Judo begann.

<

p class="text">Im Sommerbad ihrer sächsischen Heimatstadt feierten Hunderte Fans Böhms Bronze mit einer Beachparty, darunter auch ihre Mutter Birgit. Ihrem ersten Glauchauer Trainer Michael Hinke hatte das Judo-Ass die Flugtickets nach Athen als Dank spendiert.

<

p class="text">"Wenn einer meiner Schützlinge Bronze gewinnt, bin ich immer zufrieden. Gegen die Bosch hat alles nicht geklappt, was wir uns vorgenommen hatten, aber ansonsten war die Vorstellung von Annett erstklassig", sagte Erfolgscoach Norbert Littkopf, der Böhm auch am Olympiastützpunkt in Leipzig betreut. Dort wohnt die 24-Jährige, die von der Sporthilfe und einigen kleineren Sponsoren lebt, in einem 20-Quadratmeter-Zimmer gleich neben der Judohalle für nur 80 Euro Miete.

<

p class="text">Schlüsselkampf gegen Qin

<

p class="text">Schlüsselkampf war das Auftakt-Duell gegen die starke Chinesin Dongya Qin, die später ebenfalls Bronze gewann. Böhm beendete den ersten Olympia-Auftritt ihrer Laufbahn - 2000 in Sydney war sie nur als Ersatzkämpferin vorgesehen - mit ihrem Spezialwurf Uchi-Mata (Innenschenkelwurf) sieben Sekunden vor Ablauf der Kampfzeit.

<

p class="text">Im Mittelgewicht der Männer stand Gerhard Dempf (Großhadern) nur 57 Sekunden auf der Olympiamatte, ehe er über den ausgestreckten Fuß von Sydney-Olympiasieger Mark Huizingat nicht gereicht", meinte Bundestrainer Frank Wieneke.

Am Donnerstag (Vorrunde ab 10.30/9.30 Uhr MESZ und Finals ab 16.30/15.30), dem vorletzten Tag der Judo-Wettbewerbe, treten die beiden deutschen Halbschwergewichtler Uta Kühnen (Berlin/bis 78 kg) und Michael Jurack (Abensberg/-100 kg) nur mit Außenseiterchancen an.

(sid)
Mehr von RP ONLINE