Usain Bolt meldet sich mit zwei Top-Zeiten eindrucksvoll zurück

Diamond League in London: Bolt meldet sich mit zwei Top-Zeiten eindrucksvoll zurück

Bolt is back: Nach sieben Wochen Versteckspiel und knapp einen Monat vor der WM in Peking hat sich der schnellste Mann der Welt eindrucksvoll zurückgemeldet. Beim Diamond-League-Meeting in London gewann Usain Bolt binnen 60 Minuten gleich zwei 100-m-Rennen jeweils in starken 9,87 Sekunden - trotz miserabler Bedingungen gelang Jamaikas Superstar die mit Abstand beste Saisonleistung.

"Das war schon ein guter Lauf. Ich wollte noch schneller sein, aber der Start war sehr schlecht - und das hat mich zurückgeworfen", sagte Bolt nach seinem Auftritt im Olympiastadion von London, wo er 2012 in 9,63 Sekunden Olympia-Gold geholt hatte.

Die Leichtigkeit von damals fehlt dem 28-Jährigen noch, dennoch zeigte er sich gegenüber seinem schwachen Saisonauftakt deutlich verbessert. Im Finale rang der 28-Jährige bei kühlem Regenwetter und Gegenwind (0,8 m/s) trotz eines ganz schwachen Starts den Amerikaner Mike Rodgers (9,90) nieder - in Sachen Endgeschwindigkeit ist er fast wieder der Alte.

Bereits im Vorlauf hatte Bolt mit 9,87 Sekunden seine (indiskutable) Saisonbestleistung von 10,13 pulverisiert - und dies sogar bei 1,2 m/s Gegenwind, obwohl er nach 80 Metern das Tempo herausnahm. Sichtlich erleichtert und breit grinsend trabte Bolt von der Bahn, er wusste: Da ist noch eine Menge Luft nach oben.

Damit hat der zuletzt so formschwache sechsmalige Olympiasieger rechtzeitig vor den Weltmeisterschaften (22. bis 30. August) Justin Gatlin den Fehdehandschuh hingeworfen. In Peking könnte es nun wirklich zum ersehnten Giga-Duell zwischen Bolt und dem seit 2013 ungeschlagenen Amerikaner kommen. Der schien zuletzt angesichts einer Saisonbestmarke von 9,74 Sekunden außer Reichweite - am Freitagabend hat sich dies geändert.

Bolt ist bereits wieder die Nummer sechs der Weltrangliste, dabei soll es aber nicht bleiben. Landsmann Asafa Powell (9,81) ist schon wieder in Reichweite, die Saisonbestzeit von Ex-Weltmeister Tyson Gay (USA) hat er egalisiert. Das WM-Finale am Abend des 23. August könnte wahrlich ein großes werden.

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Bolt war nach seinem enttäuschenden 200-m-Auftritt von New York Anfang Juni (20,29) abgetaucht, hatte die Starts bei den nationalen Meisterschaften sowie in Paris und Lausanne abgesagt, stattdessen verzweifelt an seiner Form gearbeitet. Es sieht so aus, als seien seine Bemühungen nicht vergebens gewesen.

Der Stabhochsprung in London mit Olympiasieger Renaud Lavillenie (Frankreich) musste wegen des schlechten Wetters auf den zweiten Wettkampftag am Samstag verschoben werden. Über 3000 m gelang derweil dem britischen Doppel-Olympiasieger Mo Farah in 7:34,66 Minuten der erhoffte Heimerfolg.

Über 100 m Hürden siegte ebenfalls bei Gegenwind die Amerikanerin Jasmin Stowers (USA) in starken 12,47 Sekunden, in Topform präsentierte sich als Fünfte die britische Siebenkampf-Olympiasiegerin Jessica Ennis-Hill (12,79).

Deutsche Leichtathleten sind in London wegen der am Wochenenden in Nürnberg stattfindenden DM nicht am Start.

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(sid)