Kaul muss aufgeben Zehnkämpfer Neugebauer auf Gold-Kurs – Weber im Finale

Budapest · Der deutsche Zehnkämpfer Leo Neugebauer kann nach dem ersten Tag von der Goldmedaille träumen. Er führt. Niklas Kaul hingegen musste aufgeben. Speerwerfer Julian Weber sparte in der Qualifikation Kraft.

Erschöpft, aber führend: Leo Neugebauer.

Erschöpft, aber führend: Leo Neugebauer.

Foto: AP/Petr David Josek

Da staunte selbst Julian Weber. „Leo geht ab“, sagte der deutsche Speerwerfer nach seiner geglückten Qualifikation am Freitagvormittag für das Finale am Sonntag bei der Leichtathletik-WM in Budapest. Bevor er selbst Rede und Antwort stand, schaute er gebannt auf den Fernseher und guckte der großen deutschen Zehnkampf-Hoffnung in der zweiten Disziplin zu. 8,00 Meter sprang Neugebauer, neue persönliche Bestleistung. Eine zweite warf er im Kugelstoßen mit 17,04 Metern – voll auf Medaillenkurs also. Nach dem ersten Tag führt er sogar mit 4640 Punkten und liegt damit derzeit 49 Punkte über seinem deutschen Rekord. Er kann also gar von Gold träumen.

Nicht mehr mit dabei ist hingegen Niklas Kaul. Der Weltmeister von 2019 musste aufgrund einer Fußverletzung nach dem Hochsprung aufgeben.

Dennoch könnte es am Wochenende endlich das ersehnte Edelmetall für den deutschen Leichtathletik-Verband geben. Denn auch Weber gilt als Kandidat dafür. Wenngleich es in der Qualifikation noch etwas hakte, die viertbeste Weite warf er dennoch. „Es hätte etwas besser laufen können. Vielleicht war ich etwas zu entspannt“, sagte er, nachdem er Neugebauers Sprung im TV gesehen hatte. Er habe den Druck vor der Qualifikation etwas rausgenommen, zudem sei er kein Frühaufsteher. Aber: er setzte seinen Plan um. „Entspannt in der Quali, im Wettkampf den Beast-Mode starten“, sagte er unserer Redaktion vor dem Wettkampf im Gespräch.

Dass am Freitagmorgen alles glatt ging, könnte daher ein gutes Zeichen für das Finale am Sonntag (ab 20.15 Uhr) sein. „Nach jeder nicht so guten Einheit kommt eine richtig gute“, sagte Weber.

Auf weitere gute Einheiten hofft am Samstag dann der deutsche Zehnkämpfer Neugebauer, der immer mehr zum Star wird, – und der DLV. Bislang steht der Verband nämlich weiter ohne Medaille dar. Noch.

(dör)
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