Leichtathletik: Olympiasiegerin Caster Semenya zieht vor den Cas

„Unfaire“ Regel des Leichtathletik-Weltverbandes : Olympiasiegerin Semenya zieht vor den Cas

Die zweimalige 800-Meter-Olympiasiegerin Caster Semenya will vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas gegen den Leichtathletik-Weltverband IAAF vorgehen.

Der Einspruch der dreimaligen Weltmeisterin aus Südafrika vor der höchsten Sport-Instanz richtet sich nach Mitteilung ihrer Anwälte gegen die „unfaire“ Regel der IAAF, die zum 1. November erneut Limits für Mittelstreckenläuferinnen mit hohen natürlichen Testosteronwerten einführen will.

Kernpunkt der Regel: Das Startrecht für Rennen zwischen 400 Metern und einer Meile (1609,34 Meter) bekommen Frauen künftig nur, wenn ein spezifischer Testosterongehalt im Blut (5 Nanomol pro Liter) nicht überschritten wird. Läuferinnen müssten künftig „innerhalb einer durchgehenden Periode von mindestens sechs Monaten - beispielsweise durch die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel“ - ihren erhöhten Wert dauerhaft reduzieren.

Die neue Regel sei „irrational“ und „ungerechtfertigt“, teilte die in London ansässige Anwaltskanzlei Norton Rose Fulbright mit. Sie verletze die Grundregeln der IAAF, die olympische Charta, die Gesetze Monacos (Sitz der IAAF) und die allgemein anerkannten Menschenrechte.

Semenya steht seit Jahren im Mittelpunkt einer Debatte über Hyperandrogenismus und Intersexualität. Mit ihrem Sieg bei der WM 2009 in Berlin hatte die Südafrikanerin die weltweite Diskussion um Chancengleichheit und die Würde von Athletinnen mit hohen Testosteronwerten ausgelöst.

(togr/dpa)