Kugelstoßer David Storl beendet Saison vorzeitig und verzichtet auf WM

Zu viele Verletzungen : Storl beendet Saison vorzeitig und verzichtet auf WM

Kugelstoßer David Storl hat seine Saison verletzungsbedingt abgebrochen. Damit verpasst der Ex-Weltmeister aus Leipzig auch die anstehenden Titelkämpfe in Doha.

David Storl kämpfte, er quälte sich und versuchte alles - doch es reichte nicht für den Ex-Weltmeister. Storl zwickt der Rücken, immer noch und immer wieder. Und so macht Kugelstoßen einfach keinen Sinn, die anstehende WM in Doha/Katar (27. September bis 6. Oktober) findet definitiv ohne den Leipziger statt. „Die Saison 2019 ist für mich leider beendet“, sagte Storl. Für den 29-Jährigen beginnt jetzt ein Wettlauf gegen die Zeit. Das große Ziel: Olympia in Tokio.

Um die Mission 2020 nicht zu gefährden, jagt Storl nun nicht mehr der Norm für Doha hinterher. „Ich wurde immer wieder von Beschwerden ausgebremst“, sagte Storl, der in diesem Jahr nie zu alter Stärke gefunden hat. Im April verletzte sich der Ex-Europameister im Training am Rücken, sechs Wochen lang konnte er kaum und danach immer nur eingeschränkt trainieren. Storl verschob seinen Saisoneinstand, doch die Probleme blieben. „Ein kontinuierliches Training“ war „nicht mehr möglich“, sagte er.

19,77 Meter - weiter wuchtete Storl sein 7,26 Kilo schweres Arbeitsgerät dieses Jahr nicht. Damit liegt der Bundespolizist lediglich auf Platz 82 in der Welt, bei den Deutschen Meisterschaften zuletzt in Berlin wurde er gar nur Dritter. Schon danach deutete er seinen Rückzug an. Vielleicht „mit Ach und Krach 20,70 m zu stoßen, da brauchst du eigentlich nicht zur WM zu fahren“, hatte Storl gesagt. Die vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) eingeräumte Chance, die geforderte WM-Norm für Doha (20,70 m) noch bis zum 6. September nachzureichen, nimmt er nun nicht mehr wahr.

Um international wieder mitreden zu können, muss Storl in die Regionen seiner Bestleistung (22,20 m) vorstoßen, am besten schon bei den Olympischen Spielen 2020. Er werde „für das Ziel im nächsten Jahr kämpfen“, sagte der Olympia-Zweite von 2012 und "alles auf die Karte" Tokio setzen.

Doch die Zeit drängt, schließlich beginnt das Megaevent für die Leichtathleten eher früh in der Saison. Und für den großen Traum muss erst einmal der Rücken halten. „In den nächsten Wochen setzen wir alles daran, dass ich wieder vollumfänglich trainieren kann“, sagte Storl: „Unser Ziel Tokio 2020 werden wir nach vollständiger Genesung in Angriff nehmen.“

(rent/sid)
Mehr von RP ONLINE