Konstanze Klosterhalfen läuft wieder deutschen Rekord

Das Geburtstagskind beschenkt sich selbst: Klosterhalfen läuft wieder deutschen Rekord

Nach ihrem beeindruckenden Lauf in die Geschichtsbücher war Konstanze Klosterhalfen einfach nur überwältigt. Überwältigt vom "Happy Birthday" der 4.000 Zuschauer in Dortmund - aber besonders von ihrer eigenen Leistung.

An ihrem 21. Geburtstag verbesserte Deutschlands größte Laufhoffnung nicht nur den deutschen Hallen-Rekord über 3000 m, sie pulverisierte ihn. "Es ist der schönste Geburtstag, den ich mir je machen konnte. Es ist ein ganz tolles Gefühl, ihn mit dem zu verbringen, was ich gerne mache und mit den Leuten, die mir wichtig sind", sagte Klosterhalfen - und gab offen zu: "Manchmal ist es schon ein bisschen komisch, wenn ich höre, wie alt der Rekord war."

In 8:36,01 Minuten war Klosterhalfen fast sechs Sekunden schneller als Kathrin Ullrich, deren Bestmarke 30 Jahre lange Bestand gehabt hatte. Es war die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte: Im vergangenen Jahr hatte Klosterhalfen bereits im Freien den 3000-m-Rekord geknackt. Als erste Deutsche seit der Wiedervereinigung blieb sie unter vier Minuten und hatte damit als jüngste Läuferin der Geschichte das Triple aus 800 m unter zwei Minuten (1:59,65), 1500 m unter vier und die 5000 m (14:51,38) unter 15 Minuten erreicht.

Auch bei der Hallen-DM in Dortmund zeigte sie, warum sie als größte deutsche Laufhoffnung gilt. Denn wenn der Startschuss ertönt, wird aus der sonst so zurückhaltenden Studentin eine Rennmaschine. Mit unglaublicher Konstanz absolvierte Klosterhalfen Runde um Runde - und konnte am Ende sogar noch zulegen. "Ich möchte einfach immer schneller laufen", sagte sie: "Vor dem Rennen habe ich versucht, in meinem Tunnel zu bleiben."

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So kam es dann auch zu einer kuriosen Situation. "Ich hab zwischendurch sogar vergessen, dass ich Geburtstag habe", sagte Klosterhalfen, die früher auch Ballett tanzte und turnte, Querflöte und Klavier spielt. Doch ihr Herz gehört der Leichtathletik.

"Für besondere Leistungen bedarf es besonderer Talente. Sie ist selbstbewusst, sie entwickelt sich", sagte Idriss Gonschinska. Der Leitende Direktor Sport des DLV hat dabei keine Sorgen, dass Klosterhalfen sich übernimmt oder verheizt wird. "Ich habe ein hohes Vertrauen in das Trainerteam. Es ist auch schwierig zu sagen, wenn jemand ein hohes Leistungsvermögen hat: 'Lauf mal langsamer'".

Für die Hallen-WM in Birmingham (1. bis 4. März) gilt es nun abzuschätzen, auf welcher Strecke es die besten Medaillenchancen für "Koko" gibt. Denn auch über die 1500 m ist sie Weltspitze. In diesem Jahr verpasste sie über diese Distanz, in der sie im vergangenen Jahr Silber bei der Hallen-EM holte, den deutschen Rekord nur um 36 Hundertstel. Auf beiden Strecken liegt sie derzeit auf Platz zwei der Welt. Jeweils hinter Weltrekordlerin Genzebe Dibaba aus Äthiopien.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Klosterhalfen knackt deutschen Rekord nach über 30 Jahren

(sid)