Ironman-Weltmeister Jan Frodeno verteidigt Engagement in Bahrain

„Aktive Rolle bringt mehr“ : Ironman-Weltmeister Frodeno verteidigt Engagement in Bahrain

Jan Frodeno hat sein Engagement beim Ausdauerteam aus dem Königreich Bahrain erklärt und gerechtfertigt. Das Team wurde von einem Mitglied der Königsfamilie gegründet. Menschenrechtsorganisationen kritisieren Bahrain immer wieder für die Lage vor Ort.

Nach Ansicht des dreimaligen Ironman-Weltmeisters Jan Frodeno bringt sein Engagement im oft kritisierten Triathlon-Team aus Bahrain mehr Nutzen als Schaden. Er stimme zwar "ganz und gar nicht mit allen politischen Dingen überein, die dort passieren", sagte Frodeno im ZDF-Sportstudio: "Aber die aktive Rolle bringt viel mehr als von außen mit dem Finger darauf zu zeigen."

Neben dem gebürtigen Kölner, der vor zwei Wochen zum dritten Mal die Ironman-WM auf Hawaii gewonnen hatte, gehören dem 2015 gegründeten Bahrain Endurance Team unter anderem der mehrmalige Kurzstrecken-Weltmeister Javier Gomez (Spanien), der zweimalige Olympiasieger Alistair Brownlee (Großbritannien) und die viermalige Ironman-Weltmeisterin Daniela Ryf (Schweiz) an.

Gegründet hatte das Team Prinz Nasser al-Khalifa, ein Mitglied der Königsfamilie, die aufgrund der Menschenrechtslage in Bahrain häufig kritisiert wird. Frodeno kann das nachvollziehen, hebt aber den positiven Einfluss seiner Arbeit hervor.

"Wir sind dort in Schulen unterwegs, leben den Sport vor. Das gibt mir persönlich mehr als von außen zu sagen: Ihr macht das falsch, wir machen es besser", sagte Frodeno. Nach Aussage des 38-Jährigen habe sich durch das Engagement die Anzahl der aktiven Triathleten in Bahrain vervielfacht, auch im Schulunterricht gehört Sport mittlerweile zum festen Programm.

(eh/sid/dpa)
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