Dopingvorwürfe: Trainer Sebastian Weiß nimmt Konstanze Klosterhalfen in Schutz

Leichtathletik-Bundestrainer Weiß : „Ich kann die Hand für Klosterhalfen ins Feuer legen“

Konstanze Klosterhalfen hat den deutschen Uralt-Rekord über 5000 Meter bei pulverisiert. Nicht erst seit ihrem Lauf bei den Finals in Berlin wird sie kritisch beäugt. Bundestrainer Sebastian Weiß hält zu der 22-Jährigen.

Nach dem Fabellauf von Konstanze Klosterhalfen zum deutschen 5000-m-Rekord bei den deutschen Meisterschaften in Berlin hat Bundestrainer Sebastian Weiß die erneut aufgekommenen Zweifel am Leistungssprung der 22-Jährigen zurückgewiesen. "Wie ich Konstanze kenne, kann ich die Hand für sie ins Feuer legen, aber ich stehe jetzt natürlich nicht mehr täglich neben ihr", sagte Bundestrainer Sebastian Weiß bei Sport1.

Klosterhalfen hatte am Sonntag die 20 Jahre alte Bestmarke von Irina Mikitenko in 14:26,76 Minuten um 15 Sekunden pulverisiert. Sie ist damit die zweitschnellste gebürtige Europäerin der Geschichte. Bereits am 30. Juni hatte sie ihren eigenen deutschen 3000-m-Rekord in 8:20,07 Minuten um knapp zehn Sekunden gesteigert.

Weiß hatte sich selbst ein gutes Bild über das Leistungsvermögen des Leichtgewichts gemacht. "Ich kenne Konstanze sehr gut und weiß, was sie kann", sagte Weiß, "wir konnten im Frühjahr 2018 im Höhentraining in Flagstaff sehr gut trainieren, da hätte ich ihr auch schon eine Zeit um die 14:30 Minuten zugetraut. Die Leistung in Berlin überrascht mich also nicht so sehr."

Sie sei eine mündige Athletin, so Weiß weiter, "sie ist den Schritt gegangen und wusste, dass diese Kritik auf sie zukommen wird. Konstanze ist weiterhin im Anti-Doping-Pool, wird regelmäßig kontrolliert und auch bei Rekorden, wie jetzt in Berlin, muss sie direkt eine Dopingkontrolle absolvieren."

Die Leverkusenerin trainiert seit einem Dreivierteljahr in den USA. Dort gehört sie dem umstrittenen Oregon Project des Sportartikelgiganten Nike an. Dessen Leiter Alberto Salazar hat allerdings einen dubiosen Ruf. Gegen den früheren Marathonstar, der einst auch das britisches Lauf-Idol Mo Farah zum viermaligen Olympiasieger machte, läuft eine Untersuchung der US-Anti-Doping-Behörde USADA.

Klosterhalfen stellt sich Zweifeln selbstbewusst entgegen. "Ich kann das schon verstehen. Aber jeder, der ein negatives Bild hat, soll gerne vorbeikommen und sich das angucken", sagte sie in Berlin: "Ich kann nur Positives berichten und hoffe, dass ich das durch meine Leistung weiter zeigen kann."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Highlights der Finals 2019 in Berlin

(sid/old)
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