Leichtathletik: Berlin erhält Zuschlag für EM 2018

Leichtathletik : Berlin erhält Zuschlag für EM 2018

Neun Jahre nach der glanzvollen WM 2009 wird wieder ein Leichtathletik-Großereignis im Olympiastadion Berlin stattfinden.

Der europäische Verband EAA vergab am Samstagmorgen in Zürich wie erwartet die Europameisterschaften 2018 in die Bundeshauptstadt. Nachdem Budapest seine Kandidatur bereits frühzeitig zurückgezogen hatte, war der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit Berlin der einzige Bewerber. Ursprünglich hatten sich elf Städte für die Ausrichtung interessiert, darunter die früheren WM-Städte Paris und Rom.

"Berlin hat uns mit einer eindrucksvollen interaktiven Präsentation begeistert. Wir sind überzeugt, dass die Europameisterschaften 2018 in Berlin zu einem Leichtathletik-Fest werden", sagte EAA-Präsident Hansjörg Wirz.

Die Titelkämpfe, die noch nicht terminiert sind, werden die fünften großen Meisterschaften in Deutschland nach den Weltmeisterschaften 1993 (Stuttgart) und 2009 (Berlin) sowie den europäischen Titelkämpfen 1986 (Stuttgart) und 2002 (München). Die kommenden beiden Europameisterschaften finden in Zürich (2014) und Amsterdam (2016) statt.

DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop, der gemeinsam mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit die Bewerbung in der Schweiz präsentierte, sagte: "Wir garantieren 2018 Europameisterschaften auf höchstem technischen Niveau und mit ausgezeichneten Rahmenbedingungen für die Athleten und Athletinnen." Für die deutsche Leichtathletik sei es wichtig, "dass wir nach der Team-EM (21./22. Juni 2014) im kommenden Jahr in Braunschweig ein weiteres internationales Großereignis nach Deutschland geholt haben."

Wowereit wies darauf hin, "dass wir mit der WM 2009 wir schon einmal gezeigt haben, dass wir ein internationales Leichtathletik-Großereignis hervorragend organisieren können." Berlin verfüge mit dem Olympiastadion "über eines der modernsten Stadien Europas", so das Stadtoberhaupt.

2018 werden rund 1400 Sportler und 700 Offizielle aus 50 Ländern im Olympiastadion erwartet. Dieses könnte für die kontinentalen Titelkämpfe aber womöglich überdimensioniert sein. Bei der sportlich höchstklassigen WM 2009 blieben selbst bei den Auftritten von Superstar Usain Bolt viele der damals rund 56.000 Tickets pro Veranstaltungs-Abschnitt unverkauft.

Beim Speerwurf-Sieg von Steffi Nerius waren rund 33.000 Zuschauer im weiten Rund. Die Stadien der beiden kommenden Europameisterschaften sind deutlich kleiner: In den Züricher Letzigrund passen rund 25.000, ins Olympiastadion in Amsterdam rund 30.000 Zuschauer.

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(sid)
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