1. Sport

Glücksspiel-Lizenzen: Landessportbund will mehr Einnahmen aus Sportwetten

Glücksspiel-Lizenzen : Landessportbund will mehr Einnahmen aus Sportwetten

Dem LSB entgehen Millionenerträge, weil die staatliche Aufsicht WestLotto keine Sportwetten-Konzession gibt.

Die Westdeutsche Lotterie (kurz: WestLotto) und der Landessportbund NRW fordern in einem gemeinsamen Positionspapier die Sicherung des staatlichen Glücksspiels zur Finanzierung der Sportförderung und klare Verhältnisse bei den Sportwetten. Es müssten endlich die im Glücksspielstaatsvertrag vorgesehenen Lizenzen erteilt werden, um Wettbewerbsgleichheit herzustellen, heißt es in dem Papier, dass WestLotto und LSB in Münster vorstellten.

Und darum geht es: Je mehr Menschen Lotto spielen, desto besser geht es den knapp 20.000 Sportvereinen in NRW, die über Stadt- und Kreisverbände dem Landessportbund (LSB) angeschlossen sind. Von den 67,9 Millionen Euro seines Haushaltsplans 2014 stammen 40 Millionen aus den Gewinnspiel-Einnahmen von WestLotto; 36,2 Millionen Euro schüttet der LSB als Förderung an seine Mitglieder aus.

Die Förderung des Sports aus den Reinerträgen der staatlichen Lotterien habe sich seit Jahrzehnten bewährt und sei unverzichtbar: "Ohne das Geld von WestLotto wäre unsere Arbeit nicht machbar, schon gar nicht in diesen Umfängen", so LSB-Präsident Walter Schneeloch. Umso mehr ärgert den obersten Sportfunktionär Nordrhein-Westfalens, dass seinem Verband aus den Sportwetten Einnahmen in Millionenhöhe entgehen.

Die Lage: Weil der alte Staatsvertrag nicht mehr gültig ist, neue Konzessionen aber nicht erteilt wurden, machen das Sportwetten-Geschäft vor allem Privat-Anbieter, gegen die städtische Ordnungsämter oft eher lustlos vorgehen. Seit zwei Jahren wartet WestLotto auf eine Sportwetten-Konzession, die im Glückspielstaatsvertrag vorgesehen ist, doch die staatliche Aufsicht im zuständigen Bundesland Hessen ziert sich. WestLotto-Geschäftsführer Theo Goßner hofft, dass das Tochterunternehmen Oddset 2014 endlich eine Lizenz erhält. "Sicher ist das aber nicht", so Goßner.

Zwischen 2002 und 2012 hat Oddset 80 Prozent seiner Umsätze verloren. 2013 lag der Rückgang bei weiteren 7,4 Prozent auf gerade noch 32,51 Millionen Euro. "Das ist ein Marktanteil von etwa fünf Prozent", sagte WestLotto-Sprecher Axel Weber. Insgesamt legte WestLotto 2013 auf 1,67 Milliarden Euro Umsatz zu (plus 6,8 Prozent). 640 Millionen Euro davon gehen über den Landeshaushalt als Förderung an Einrichtungen in NRW.

(RP)