Viele Verletzte und Festnahmen: Krawalle nach Wasserball-EM

Viele Verletzte und Festnahmen : Krawalle nach Wasserball-EM

Kranj/Belgrad (rpo). Das Finale Serbien-Montenegro gegen Kroatien (9:8) hat bei der Wasserball-Europameisterschaft Krawalle nach sich gezogen. In der slowenischen Stadt Kranj gab es viele Verletzte und Festnahmen.

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p class="text"><P>Kranj/Belgrad (rpo). Das Finale Serbien-Montenegro gegen Kroatien (9:8) hat bei der Wasserball-Europameisterschaft Krawalle nach sich gezogen. In der slowenischen Stadt Kranj gab es viele Verletzte und Festnahmen.

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p class="text">Schwere Ausschreitungen haben das Finale der Wasserball-EM der Männer im slowenischen Kranj überschattet. Völlig überforderte Polizeikräfte konnten am Sonntag die blanke Gewalt nach dem Titelgewinn von Serbien-Montenegro im politisch hoch brisanten Endspiel gegen Kroatien nicht verhindern.

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p class="text">Nach der 8:9-Niederlage der Kroaten brachen alle Sicherheitsvorkehrungen zusammen, zahlreiche Schwerverletzte mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Erste Meldungen des slowenischen Fernsehens, die Randale hätte drei Todesopfer gefordert, konnte weder bestätigt noch dementiert werden. Am Montagmorgen wurde in Kranj eine Nachrichtensperre verhängt.

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p class="text">Bei den Rädelsführern soll es sich um Hooligans der kroatischen Fußball-Klubs Hajduk Split und Dinamo Zagreb handeln. Polizeihubschrauber kreisten stundenlang über dem Sportzentrum, über 1500 Fans waren an den Ausschreitungen beteiligt.

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p class="text">Auf den Tribünen prügelten Anhänger mit Stühlen aufeinander ein. Steine und Flaschen flogen, nachdem Gruppen ex-jugoslawischer und kroatischer Fans der Eintritt vewehrt worden war. Der Protest entlud sich gegen Schiedsrichter Wlastimil Kratochwil und den Polizisten. Mehrere Sicherheitskräfte mussten, von Steinen und Flaschen getroffen, ins Krankenhaus eingeliefert werden. Kratochwil wurde durch Steinwürfe verletzt, ein Polizist soll in Lebensgefahr schweben.

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p class="text">Die Krawalle hatten sich schon vor dem Finale entzündet. Die Sicherheitskräfte hatten in der politisch hochbrisanten Atmosphäre zunächst nur kroatische Zuschauer in das Sportzentrum eingelassen, den Fans aus Ex-Jugoslawien dagegen den Eintritt erst nach zwei Vierteln gestattet. Zudem wiesen die Ordnungshüter Hunderte von Besuchern aus Kroatien an den Eingängen zurück.

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p class="text">Hatte die Polizei im Laufe des Finales die aufgebrachten Zuschauer noch mühsam zurückhalten und das Becken mit einem Ring aus Beamten schützen können, brach sich die Gewalt nach Spielschluss ihren Weg. Rund 1500 kroatische Fans griffen die Polizisten an und lieferten sich Schlägereien mit den Sicherheitskräften. Serbische Fans versuchten, die kroatische Botschaft in Kranj zu stürmen. Hooligans kletterten an der Fassade des Gebäudes hoch, entfernten die kroatische Nationalflagge und versuchten stattdessen, die serbische Fahne zu hissen.

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p class="text">Dem kroatischen Verband droht nach den gewalttätigen Ausschreitungen eine internationale Sperre von zwei Jahren für alle Klubmannschaften und das Nationalteam. Der Europäische Verband (LEN) will die Sperre noch im Laufe der Woche aussprechen.

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p class="text">Das Finale selbst verlief trotz der brisanten Atmosphäre ausgesprochen fair, den entscheidenden Treffer erzielte Aleksandar Sapic, der mit insgesamt vier Toren die spielentscheidende Figur war. Die ehemaligen Jugoslawen gewannen nach 1991 und 2001 zum ingesamt dritten Mal den EM-Titel.

Die Mannschaft des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) könnte als EM-Sechster von der Sperre Kroatiens direkt profitieren. Sollten die Kroaten für zwei Jahre ausgeschlossen werden, ist das Team von Bundestrainer Hagen Stamm automatisch für die nächste EM qualifiziert.