Dittmer heiß auf EM-Gold: Kanu-EM: DKV-Flotte will Pole-Position verteidigen

Dittmer heiß auf EM-Gold : Kanu-EM: DKV-Flotte will Pole-Position verteidigen

Mailand (rpo). Auch ohne Superstar Birgit Fischer will die deutsche Kanu-Flotte am Wochenende in Mailand ihre Vormachtstellung in Europa stabilisieren. Beim 11. Championat des Kontinents ist die Erfolgsarmada des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) wie im Vorjahr mit der ersten Garnitur am Start, als man in Posen 15 Medaillen, darunter fünf Mal Gold, erkämpfte.

Gänzlich fehlen wird die erfolgreichste deutsche Olympionikin Birgit Fischer dem Team aber nicht: Als Trainerin des 1000-m-Vierers begleitet die siebenmalige Olympiasiegerin in neuer Funktion die Equipe.

Als erste Anwärter auf EM-Gold gelten im Jahr eins nach Birgit Fischer jedoch diesmal nicht die Damen. Olympiasieger Andreas Dittmer, der vor Jahresfrist auf allen drei Strecken nur um Hundertstel-Sekunden Gold im Canadier-Einer verpasste, ist heiß auf seinen ersten EM-Titel. "Es wäre schön, wenn es in Mailand klappen könnte. Aber das große Saisonziel ist der WM-Titel in Posen", legt der 29-jährige deutsche Rekordmeister die Messlatte für sich hoch.

Auf die Olympia-Revanche gegen die Ungarn brennt der auf der Schlagposition umbesetzte deutsche Kajak-Vierer. Andreas Ihle aus Magdeburg hat den Platz des Esseners Jan Schäfer eingenommen, der nun im Kajak-Einer über 500 m sein Glück versucht. Im Vorjahr hatte das deutsche Quartett sowohl über 500 wie auch über 1000 m EM-Gold geholt. Leicht gehandicapt steuert Weltmeister Lutz Liwowski das Championat an. Wegen Trainingsausfalls auf Grund einer Ellenbogenverletzung ist der Essener nur auf seiner Spezialstrecke im Kajak-Einer über 1000 m am Ablauf.

Klar auf Sieg stehen die Zeichen hingegen für die Olympia-Dritten Ronald Rauhe/Tim Wieskötter. "Wir harmonieren prächtig. Bisher läuft die Saison super", meinte Sprintspezialist Ronny Rauhe aus Berlin, der mit seinem Potsdamer Partner in Duisburg nicht nur die nationale Konkurrenz mit dem Erfolg auch über 1000 m verblüffte. Vor einem Jahr hatten beide in Posen mit dem EM-Titel über 500 m ihren ersten gemeinsamen internationalen Triumph gefeiert.

Den Vergleich mit Birgit Fischer wehrt Katrin Wagner vehement ab. Dennoch möchte die derzeit beste unter den deutschen Kanu-Damen gern im Kajak-Einer in die Medaillenbereiche vorstoßen. Gegen Olympiasiegerin Josefa Idem (Italien) und die starke Ungarin Katalin Kovacs dürften Titelträume im Moment für die 23-jährige Potsdamerin noch zu früh kommen. Mit insgesamt fünf EM-Starts (drei Einer, zwei Vierer) ist Katrin Wagner zumindest in der Zahl ihrer Einsätze der großen Birgit Fischer schon ebenbürtig. "Jetzt wird sich zeigen, was ihre neun Siege bei den deutschen Meisterschaften wirklich wert sind", meint Chefcoach Josef Capousek und hofft vor allem auf große Nervenstärke des neuen Aushängeschilds des DKV.

(RPO Archiv)
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