"Es war eigentlich schon aussichtslos": Interview mit Peggy Büchse

"Es war eigentlich schon aussichtslos" : Interview mit Peggy Büchse

dpa: Sie schienen aus dem Rennen und sind doch noch Weltmeisterin über 10 km geworden. Wie war das möglich?

dpa: Sie schienen aus dem Rennen und sind doch noch Weltmeisterin über 10 km geworden. Wie war das möglich?

Büchse: "Ich weiß auch nicht, wie das passiert ist. Es ist Wahnsinn, einfach Wahnsinn. Ich war doch so weit hinten, es war eigentlich schon aussichtslos."

dpa: Aber mit einem Kraftakt haben Sie es doch noch geschafft. ..

Büchse: "Das beweist mal wieder, dass ein Rennen erst beendet ist, wenn man im Ziel ist. Vorher darf man nicht aufgeben."

dpa: Wann haben Sie an Ihre Chance geglaubt?

Büchse: "Irgendwann habe ich gedacht, oh, das wird geil, das wird eine Medaille. Als ich die beiden Führenden vor mir sah, habe ich mir gesagt, jetzt gibst du nochmal alles. Die kriegst du auch noch."

dpa: Was haben Sie im Ziel empfunden?

Büchse: "Ich habe nur geahnt, dass ich gewonnen hatte. Die letzten 100 m waren wie im Rausch, ich bin einfach geschwommen. Dann habe ich den Schuss gehört. Ich musste erst einmal heulen."

dpa: Was ging während des Rennens in Ihnen vor?

Büchse: "Ich hatte Hochs und Tiefs, es war ein ständiges Auf und Ab. Aber am Schluss war ich mental so stark, dass ich den inneren Schweinehund überwunden habe."

dpa: Als erste Schwimmerin überhaupt können Sie bei einer WM eine Medaille sowohl im Freiwasser als auch im Becken an Land ziehen. Wie sehen Sie den Hallen-Rennen über 800 m und 1500 m entgegen?

Büchse: "Ich habe mir immer gewünscht, mit einem WM-Titel ins Becken zu gehen. Ich kann ganz befreit daran gehen wie keine andere."

(RPO Archiv)
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