Karlsruhe: Ilsø trifft für Fortuna zum 2:2

Karlsruhe: Ilsø trifft für Fortuna zum 2:2

Die Düsseldorfer holen sich im Fußball-Zweitligaspiel beim Karlsruher SC dank ihrer starken Schlussoffensive noch verdient einen Punkt. Die 300 000 Euro Ablöse für den dänischen Stürmer sind gut angelegt.

Erst am Donnerstagmittag hatte der Vorstand des Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf entschieden, Ken Ilsø fest zu verpflichten. Die 300 000 Euro Ablöse, die der bislang vom FC Midtjylland nur ausgeliehene dänische Stürmer kosten wird, sind gut angelegt – das zeigte sich schon gestern Abend. In der 90. Minute köpfte Ilsø das 2:2 beim Karlsruher SC und rettete den Gästen so einen zwar glücklichen, aber nicht unverdienten Punkt.

"Den Charakter, den meine Mannschaft erneut gezeigt hat, kann ich auch heute loben", sagte Trainer Norbert Meier. "In der Halbzeit aber habe ich nur kurz gepoltert und bin dann wieder raus." Fahrig seien seine Spieler bis dahin gewesen, hätten mehr reklamiert als alles andere. Dabei hatte es doch ganz ordentlich begonnen, denn früh zeigte sich, wo eines der Probleme der Karlsruher in dieser Saison liegt. Gerade 20 Minuten waren gespielt, es stand 0:0 im Duell des Viertletzten mit dem Siebten, der immerhin vier Partien in Folge gewonnen hatte – und das ganze Wildparkstadion pfiff nach Kräften. Die Anspruchshaltung im Umfeld des langjährigen Erstligisten steht eben in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Möglichkeiten.

Fortuna jedoch verstand es zunächst nicht, aus diesem Missverhältnis Kapital zu schlagen. Claus Costa mit einem Außenpfostenschuss und Sascha Rösler mit einem missglückten Kopfball aus aussichtsreicher Position ließen beste Chancen aus, und im Gegenzug traf der Abstiegskandidat: Beim Schuss von Macauley Chrisantus unter die Latte war Torhüter Michael Ratajczak ebenso machtlos wie vier Minuten später bei Matthias Langkamps Kopfball.

"Ratas" Vorderleute freilich konnte man in beiden Szenen nicht von Schuld freisprechen. Beim 1:0 wirkte die Abwehr schlecht sortiert, vor dem 2:0 ging der zuletzt bärenstarke Innenverteidiger Assani Lukimya gar nicht richtig zum Kopfball hoch. Die einzige Entschuldigung der aus den Fugen geratenen Düsseldorfer Deckung: Norbert Meier hatte den Defensiv-Verbund nach den Ausfällen Christian Webers, Kai Schwertfegers und Adam Bodzeks erheblich umstellen müssen.

Nach dem Wechsel wurde manches Mal deutlich, warum der KSC die schlechteste Abwehr der Liga stellt, denn angesichts des zunehmenden Drucks der Fortuna wackelte sie bedenklich. Und tatsächlich blieb der blau-weißen Viererkette, die bereits 68 Saison-Gegentreffer schluckte, erneut die weiße Weste versagt. Thomas Bröker köpfte zum 2:1 ein, nachdem Jens Langeneke unmittelbar zuvor mit einem Foulelfmeter an Torhüter Luis Robles gescheitert war.

Für den Ausgleich aber schien die Schlussoffensive zu spät zu kommen – bis Ken Ilsø doch noch traf. "Das war brutal, die Mannschaft ist jetzt ganz unten", berichtete KSC-Coach Rainer Scharinger. Und sein Gegenüber Norbert Meier gab zu: "Man soll ja so etwas nicht sagen, aber ich habe Mitgefühl mit Karlsruhe." Dafür jedoch gab es noch nie etwas zu kaufen.

(RP)
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