Heidfeld meldet sich mit Rang drei zurück

Heidfeld meldet sich mit Rang drei zurück

Kuala Lumpur (sid/RP) Nick Heidfeld saß entspannt in der Pressekonferenz und schickte übers Fernsehen "liebe Grüße nach Hause an die Familie, auch wenn ich nicht wirklich damit gerechnet hatte, dass ich hier sitze". Nach vielen Aufs und Abs genoss es der in der Schweiz lebende Mönchengladbacher, dass er nach zwei Jahren wieder bei einem Formel-1-Rennen als Dritter auf dem Siegerpodest stand. Da galt der erste Gedanke seiner Lebensgefährtin Patricia und den Kindern Juni, Joda und Justus.

Heidfelds bis dato letzte Podiumsplatzierung war Platz zwei beim Abbruchrennen am 5. April 2009 – ebenfalls in Kuala Lumpur. "Daran hatte ich mich gar nicht mehr erinnert, aber das scheint hier ein gutes Pflaster für mich zu sein", sagte der 33-Jährige, der damals noch für BMW-Sauber fuhr. Es folgte eine frustrierende Rest-Saison, die im Formel-1-Ausstieg von BMW gipfelte. Dann kam ein Dreivierteljahr als kaum beschäftigter Testfahrer bei Mercedes und die Kurzzeit-Jobs als Tester und Entwickler für den neuen Formel-1-Reifenlieferanten Pirelli und zum Saisonende fünf WM-Einsätze als Sauber-Aushilfsfahrer. Anschließend war Heidfeld wieder ohne Anstellung. Im Februar gab ihm der Unfall von Robert Kubica (Polen), der bei einem Ausflug in den Rallyesport schwer verunglückte, die Chance auf das Renault-Cockpit. Doch beim Saisonstart in Melbourne lief alles schief, schon kurz nach dem Start wurde sein Auto beschädigt und fast unfahrbar. Während Heidfeld nur Zwölfter wurde, stand Teamkollege Witali Petrow stand als Überraschungsdritter im Rampenlicht. Diesmal schied der Russe aus, hatte aber viel Glück, als sein Renault durch eine Bodenwelle hochgeschleudert worden war und dabei die Lenksäule brach, so dass Petrow darauf hoffen musste, dass er ohne größeren Schaden zum Stillstand kommt.

Heidfeld ließ nach Melbourne mit stoischer Ruhe alles abprallen und zeigte jetzt, wozu er in der Lage ist. "Mein Start war fantastisch", sagte der 33-Jährige, der sich vom sechsten auf den zweiten Rang katapultiert hatte – in Melbourne machte er beim Start sieben Plätze gut (18 auf elf). Zwar verlor er seine gute Position zunächst durch einen schlechten Boxenstopp (nur noch Fünfter), doch er kämpfte sich zurück und behauptete den dritten Platz am Ende mit all seiner Routine gegen Red-Bull-Pilot Mark Webber.

"Mark kam sehr schnell näher, aber als er an mir dran war, hatten seine Reifen wohl auch abgebaut. Ich habe dann das Kers-System nicht mehr für die Rundenzeit genutzt, sondern nur noch zur Verteidigung", beschrieb Nick Heidfeld seine letzten Kilometer bis ins Ziel.

(SID)
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