WM-Kolumne Christian Schwarzer: „Die deutschen Fans sehnen sich nach Handball“

WM-Kolumne von Christian Schwarzer: „Die deutschen Fans sehnen sich nach Handball“

Unser Kolumnist ist Weltmeister 2007 und Teil des All-Star-Teams der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Der ehemalige Profi ist analysiert für uns die WM 2019 und blickt auf das Spiel Deutschland gegen Brasilien.

Der Start ist unseren Jungs richtig gut geglückt. Mit einem lockeren Sieg gegen Korea hat die Handball-WM schon sehr gut angefangen, und das ging sogar noch leichter, als ich selbst vorher gedacht hätte. Korea war schwächer als gedacht, die Deutschen haben es gut gemacht.

Insgesamt war das ein wunderbarer Handball-Abend. Die Eröffnungsfeier war einfach schön. Ich habe die Atmosphäre in der Arena in Berlin erlebt, das war ein tolles Zeichen der Zuschauer an die Mannschaft. Dass Christian Prokop alle Spieler eingesetzt hat, war genau richtig. Die Jungs haben Selbstvertrauen getankt. Und die sechs Millionen Zuschauer an den Fernsehern zeigen, wie sehr die Fans in Deutschland danach schmachten und sich sehnen, Handball zu sehen. Vielleicht kann die Fernsehquote sogar schon im Vorrundenspiel gegen Frankreich am Dienstagabend in die doppelte Millionen gehen.

Im Spiel von Deutschland waren ein paar gute Ansätze zu sehen. In der Verteidigung zum Beispiel. Andreas Wolff hat 56 Prozent der Würfe gehalten, das war stark. Es wird ein Schlüssel zum Erfolg sein, ein gutes Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart hinzubekommen. Für mich hat auch Steffen Fäth überzeugt. Er hat mit viel Selbstvertrauen Handball gespielt. Es ist ganz wichtig, dass unser Rückraumspieler selbstbewusst aufspielt. Dafür war Korea der geeignete Gegner.

Die Brasilianer am Samstag (18.15 Uhr/ZDF) sind der nächste Gegner und sind wirklich nicht ohne. Sie haben sich zuletzt einige europäische Trainer ins Land geholt. Das merkt man ihrer Spielweise an. Brasilien spielt schon lange keinen Wild-West-Handball mehr, sondern hat einen sehr disziplinierten, guten Spielstil. Für mich sind die Deutschen trotzdem klar favorisiert. Die Spieler müssen sich fokussieren und den nächsten Schritt gehen. Sie haben die Fans dabei im Rücken.

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