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Handball-WM-Kolumne Christian Schwarzer: „Köln ist für uns wie Wimbledon für Boris Becker“

WM-Kolumne Christian Schwarzer : „Köln ist für uns wie Wimbledon für Boris Becker“

Handball-WM 2019: Das DHB-Team freut sich auf Köln und NRW

Unser Autor Christian „Blacky“ Schwarzer ist Weltmeister 2007 und im All-Star-Team des Deutschen Handballbundes (DHB). Für uns analysiert er die WM 2019.

Natürlich diskutieren wir nach dem Frankreich-Spiel über die letzte Szene. Bei eigenem Ballbesitz führen wir 36 Sekunden vor Schluss. Ich weiß, dass das eine schwierige Situation ist, der Schiedsrichter hatte den Arm wegen Zeitspiels auch schon oben. In der Situation darfst du den Ball aber nicht so leicht verlieren.

Deutschland gibt den Ball ab, ohne dass der Gegner etwas dafür tun muss. Es bringt aber nichts, den Punktverlusten gegen Russland oder Frankreich nachzutrauern. Die Gruppenphase war gut. Von der Leistung her kann man mit der deutschen Mannschaft mehr als zufrieden sein.

So eine Leistung, wie die gegen Frankreich, hatten wir uns vorher alle erhofft. Das Prunkstück bislang war das Zusammenspiel von Abwehr und Torwart. Im Angriff ist es schön zu sehen, wie sich jeder einzelne Spieler einbringt und seinen Teil zum Erfolg beiträgt. Gegen Frankreich hat mich die Leistung von Fabian Wiede beeindruckt. Und die von Martin Strobel hat mich besonders gefreut. Vor dem Turnier hatte ich die Frage gestellt, ob ein Zweitligaspieler in der Mitte reicht, um mit der Weltspitze mitzuhalten. Strobel hat mit seiner tollen Leistung die Antwort gegeben.

Der Idealfall wäre zwar ein Hauptrunden-Einzug mit maximaler Punktzahl gewesen. Wir gehen aber immerhin mit drei Punkten in die wichtige WM-Phase. Deutschland hat damit eine gute Ausgangsposition. Alles ist im Soll. Für die nächsten Spiele ziehen die Jungs nun weiter: von Berlin nach Köln.

Was für Boris Becker das Wohnzimmer in Wimbledon ist, das ist für uns Handballer, die die WM 2007 miterleben durften, die Arena in Köln. Dort hatten wir mit die schönsten Stunden unseres Handballerlebens. Es gehen noch mal knapp 5000 Zuschauer mehr rein als in die Arena in Berlin. Köln ist als Party- und Karnevalsstadt bekannt. Und bekannt dafür, richtig gut feiern zu können. Die deutsche Mannschaft kann sich auf all das freuen.