Handball-WM 2019: "Norwegen ist unser Spiegelbild"

Kolumne zur Handball-WM : „Norwegen ist unser Spiegelbild“

Unser Autor Christian „Blacky“ Schwarzer ist Weltmeister 2007 und im All-Star-Team des Deutschen Handballbundes (DHB). Für uns analysiert er die WM 2019.

Was war das für eine Euphorie in der Kölner Arena? Für mich war es unglaublich, mit den alten Kollegen in der Halbzeitpause einzulaufen. Gefühlt war das der lauteste Moment in der Halle. Die Leute erinnern sich an den Titel 2007. Und sie tragen Deutschland auch in diesem Jahr. Jedes Publikum versucht, das was vorher war, noch zu toppen. Die Hamburger wissen also, was zu tun ist.

Der Sieg gegen Spanien hat eine Sache klar gezeigt: In der Breite ist unser Team super aufgestellt. Jungspund Tim Suton ist gut ins Turnier gekommen, Torwart Andi Wolff hatte Regenerationszeit, der Trainer konnte durchwechseln – und trotzdem hat es gegen den Europameister gereicht.

Am Donnerstag war Reisetag, da konnten die Spieler abschalten. An solchen Tagen hatte ich meine Familie am liebsten um mich, wenn die Möglichkeit bestand. Ich war ungern alleine. Ich brauchte auch die Jungs um mich herum. Wir haben meist „Siedler“ gespielt, um uns auf andere Gedanken zu bringen. Jeder gestaltet sich seine Zeit.

Für die deutschen Spieler liegt ab dem ersten Training in Hamburg und dem Videostudium jetzt der Fokus voll auf Norwegen. Es geht um das schöne Edelmetall, das sich Sportler so gerne um den Hals hängen. Norwegen bringt die gleichen Attribute mit wie wir. Sander Sagosen ist überragend, sie kommen aber über die Breite. Wir werden in einen Spiegel gucken.

Für Freitag habe ich Freunde eingeladen. Ich werde auf dem Sofa mitfiebern. Und ich wünsche ich unseren Jungs viel Glück.

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