Handball-WM 2019 – die Fakten zum Halbfinale Deutschland vs. Norwegen

Handball-WM : Was Sie vor dem Halbfinale wissen müssen

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft kann am Freitag gegen Norwegen den Einzug ins WM-Finale perfekt machen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Spiel.

  • Wie stark ist Norwegen?

Norwegen ist Vize-Weltmeister. Zehn Bundesligaspieler stehen im WM-Kader der Skandinavier – und Schlüsselspieler Sander Sagosen (Paris) ist der Regisseur. Er führte Norwegen 2017 erstmals in ein WM-Endspiel. Magnus Jöndal (46 Treffer) ist der Top-Torwerfer. Bei dieser WM zogen die Norweger mit nur einer Niederlage (gegen Dänemark) ins Halbfinale ein. „Sie haben sich über Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Mit Christian Berge haben sie einen Kenner der Szene als Trainer. Und sie kommen – wie wir – über den Teamgeist“, sagt Bundestrainer Christian Prokop.

  • Auf welche deutschen Spieler wird es ankommen?

Deutschland wird eine stabile Defensive benötigen. Da wäre zunächst das Torwartgespann Andi Wolff und Silvio Heinevetter. Einer von beiden braucht einen überragenden Tag. Im Innenblock wird es auf Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler ankommen. Sie müssen mit aggressiver Abwehrarbeit die Mitte dichtmachen. In der Offensive ist Linksaußen Uwe Gensheimer gefragt. Der Kapitän ist der Treffsicherste im DHB-Team (42 Tore) und wirft alle Siebenmeter - es sei denn, Matthias Musche steht für ihn auf dem Feld. Zudem müssen die Rückraumspieler um Fabian Böhm, Tim Suton und Steffen Fäth selbstbewusst spielen, um für einfache Tore zu sorgen.

  • Kann Tim Suton der Shooting-Star der Finalrunde werden?

Euphorisch wirkte Suton (22) nach dem Spanien-Spiel nicht, obwohl er vier Tore geworfen und nach seiner Nachnominierung gleich überzeugt hatte. Er dachte aber an den verletzten Martin Strobel (Kreuzbandriss). „Als Märchen würde ich es nicht bezeichnen. Die Umstände waren nicht so, dass ich überglücklich gewesen wäre“, sagte Suton. „Ich habe mich trotzdem unglaublich auf das Spiel gefreut. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, in die Arena zu kommen.“

  • Wer kommt zum Spiel?

In die Arena in Hamburg passen rund 13.000 Zuschauer. Aufgrund der nördlichen Lage werden einige norwegische Fans vor Ort sein. Zudem sind für das zweite Halbfinale Co-Gastgeber Dänemark und Weltmeister Frankreich vor Ort. Schwarz-rot-goldene Fahnen aber dürften dominieren. Das Spiel ist längst ausverkauft. VIP-Karten gibt es noch. Die kosten stolze 879 Euro. Angekündigt hat sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird nicht kommen, hat sich aber telefonisch bei Prokop gemeldet und beste Grüße übermittelt.

  • Kann Hamburg mit Köln in Sachen Stimmung mithalten?

Hallensprecher Kevin Gerwin, der bereits die Arenen in Berlin und Köln zum Kochen gebracht hat, hat eine klare Meinung: „Köln ist die Mutterstadt des deutschen Handballs seit 2007. Die Leute hier sind verrückt. Man kann mit ihnen in alle Schlachten ziehen“, schwärmt er. Fakt ist aber auch, dass Hamburg weiß, wie Handball-Euphorie geht: Die Arena ist Austragungsort des Final-Four-Turniers und bereits 2007 Austragungsort bei der Heim-WM in Deutschland.

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