Handball-WM 2019: Die beiden Gastgeber Deutschland und Dänemark im Vergleich

Handball-WM 2019 : Noch acht Tage - die beiden Gastgeberländer im Check

Ab Donnerstag tragen erstmals zwei Nationen gemeinsam eine Handball-Weltmeisterschaft aus. Sowohl in Deutschland als auch in Dänemark ist die Ballsportart sehr beliebt: Mitgliederzahlen, Ligen und Nationalteams der Gastgeber im Vergleich.

Berlin, Köln, München und Hamburg. Herning und Kopenhagen - in diesen sechs Städten stehen die Arenen, in denen vom 10. bis zum 27. Januar die Handball-WM 2019 gespielt wird. Sowohl in Deutschland als auch im Gastgeberland Dänemark hat der Handballsport eine lange Tradition.

Deutsche Bundesliga und Handballverband

Der Deutsche Handballbund (DHB) zählt 756.987 Mitglieder und 4.356 Vereine. Damit ist er einer der stärksten nationalen Sportverbände und der größte Handball-Dachverband der Welt. Die Bundesliga gilt seit vielen Jahren als „stärkste Liga der Welt“. Ausländische Top-Spieler stehen bei deutschen Klubs unter Vertrag. Aber auch Weltklasse-Spieler aus der Bundesrepublik zählen zu den Besten im Oberhaus. Das hat über Jahrzehnte auch das Nationalteam des DHB zu Erfolgen geführt: Drei Weltmeistertitel holte es (1938, 1978, 2007). Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg gewann die Nationalmannschaft 1978 den WM-Titel. Und zwar in Dänemark. Zweimal wurde sie Europameister (2004, 2016) - und bei den Olympischen Spielen holte Deutschland 1936 die Goldmedaille sowie Silber in den Jahren 1984 und 2004. Bei den Spielen in Brasilien 2016 gewann das DHB-Team die Bronzemedaille. Wegen dieser Erfolge zählt die deutsche Mannschaft zu den erfolgreichsten Handballteams der Erde. Im Nationalkader findet sich derzeit auch nur ein Legionär: Kapitän Uwe Gensheimer spielt auf Linksaußen bei Paris St.-Germain.

Zuletzt allerdings enttäuschten die „Bad Boys“ eher. Bei der WM 2015 in Katar wurde man Siebter, bei der WM 2017 in Frankreich nur Neunter. Auch die Europameisterschaft Anfang 2018 endete mit einem miserablen Rang neun. Unter dem Spitznamen „Siegesjäger“ und mit dem deutschen Publikum im Rücken soll im Januar nun alles besser werden.

Auf Klubebene hat sich in den vergangenen Jahren international ebenfalls das Machtgefüge verschoben. Vereine wie Paris St.-Germain in Frankreich oder Vardar Skopje in Mazedonien haben sich Geldgeber herangeholt und drohen, Deutschland als Handball-Macht auf Sicht abzulösen. Paris etwa lässt sich von Sponsoren aus Katar mit rund 20 Millionen Euro jährlich unterstützen. Beim spanischen Klub FC Barcelona, der rund 15 Millionen Euro Budget haben soll, unterstützen die Fußballer die Handball-Abteilung finanziell und strukturell. An der „Basis“ stimmt es allerdings: Die Mitgliederzahlen des Deutschen Handballbundes sind in 2018 leicht gestiegen.

Handball in Dänemark

Der dänische Handballverband ist der drittgrößte der Welt. Es gibt 808 Vereine mit 105.033 Mitgliedern. Zudem ist Dänemarks Nationalteam bei internationalen Turnieren stets ganz vorne mit dabei. Dreimal wurden sie Vize-Weltmeister (1967, 2011, 2013). Die Dänen wurden 2008 und 2012 Europameister und schafften ihr Meisterstück mit dem Olympiasieg 2016 in Rio de Janeiro. Interessant ist bei der WM 2019 nun: Im aktuellen 18er-Kader sind insgesamt zehn Dänen mit dabei, die bei deutschen Klubs unter Vertrag stehen. Hinzu kommen Top-Spieler von Paris St.-Germain (wie Mikkel Hansen) oder vom FC Barcelona (Casper Mortensen).

Zu den bekanntesten Spielern der Vergangenheit zählen etwa Lars Christiansen, der vier Jahre für die SG Flensburg-Handewitt gespielt hat und zu aktiven Zeiten als bester Linksaußen der Welt galt. Und Nicolaj Jacobsen ist ebenfalls zu nennen. 148 Länderspiele bestritt der mittlerweile 47-Jährige und nahm an drei Weltmeisterschaften und drei Europameisterschaften als Spieler teil. Heute trainiert Jacobsen die Rhein-Neckar Löwen und ist vor rund zwei Jahren zum Bundestrainer der dänischen Nationalmannschaft ernannt worden. Auch mit seiner Person erklärt sich die Vielzahl an Nationalspielern, die in der DHB-Bundesliga aktiv sind. Dänemark gilt als Favorit auf den Handball-WM-Titel 2019.

Die höchste Liga im Königreich trägt den Namen „Handboldligaen“ und besteht aus 14 Vereinen. KIF Kolding ist 14-maliger Meister. Aktuell mit zwei Nationalspielern vertreten ist Bjerringbro Silkeborg. Dänemarks nationale Handballklubs betreiben eine einzigartige Talentarbeit, die auf der Arbeit des Verbandes mit pädagogischen Trainingskonzepten für Kinder und Jugendliche basiert.

(ball)