Handball-WM 2019: Deutschland verliert das Halbfinale gegen Norwegen

Niederlage gegen Norwegen : Deutsche Handballer verpassen das WM-Finale

Der Final-Traum ist geplatzt. Die deutschen Handballer unterliegen Norwegen im Halbfinale der WM mit 25:31 (14:16) und spielen gegen Frankreich um Bronze.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft wollte ihren Traum weiterleben. Das Minimalziel Halbfinale hatte sie ja erreicht. Am Freitagabend ging es darum, Hamburg als Zwischenstation und Norwegen als Gegner hinter sich zu lassen, um ins Finale einzuziehen. Von Berlin über Köln bis in die Hamburger Arena war sie von der Lust der Fans getragen worden, um all das umzusetzen. Die Realität aber war eine andere. Jeder Treffer der Norweger war wie das Piepsen am Morgen, wenn es Zeit ist, aufzustehen. Deutschland unterlag 25:31 (12:14). Der Trost ist das Spiel um Bronze.

Das Vorhaben des zweiten WM-Gastgebers hatte sich am Freitagabend um kurz vor 19 Uhr erfüllt. Fans in Rot und Weiß feierten den bisherigen Superstar dieser Handball-WM: Mikkel Hansen hatte das dänische Handballteam mit einer überragenden Leistung gegen Frankreich (38:30) ins WM-Finale geworfen.

Als die Dänen die Platte geräumt hatten, leistete die deutsche Mannschaft Schwerstarbeit im Spiel gegen die Norweger.Klirrende Kälte draußen, eine heiße Atmosphäre gab es in der Arena mit 12.500 Zuschauern. Ab 20.30 Uhr waren die Tribünen in der Hand der schwarz-rot-gold gekleideten Fans. „Holt euch das Finalticket!“, war auf einem Plakat zu lesen. Und das deutsche Team erwischte einen guten Start. Die drei ersten Treffer waren Duftmarken, zeigten sie doch Konstanz, Selbstvertrauen und Tempo. Da war das von Kapitän Uwe Gensheimer, dem bislang treffsichersten deutschen Spieler bei dieser WM. Beim 2:0 hatte sich Fabian Wiede aus dem Rückraum ein Herz gefasst. Nach einem blitzschnellen Pass aus der Abwehr traf Hendrik Pekeler ins Tor.

Dann aber legte Norwegen zu. Die Zwei-Minuten-Strafe für Paul Drux nutzten die Norweger für einen Drei-Tore-Lauf (3:4). Der Abwehr fehlte der Zugriff. Wenn Norwegen auf Tempo spielte, kamen Patrick Wiencek und Paul Drux zu selten hinterher. Alle hatten sich auf den Topwerfer Magnus Jöndal konzentriert. Am Freitag aber nutzte Rückraumspieler Magnus Rod die Lücken in der 6:0-Abwehr. Wieder und wieder durfte er ungestört werfen. Auf der Gegenseite fand die deutsche Offensive kaum ein Mittel gegen die aggressive Verteidigung. Oder sie scheiterte am bislang stärksten Torwart der WM, Espen Christensen (Abwehrquote: 42 Prozent). Hinzu kam die kleinliche Linie der tschechischen Schiedsrichter, mit der die Deutschen haderten. Im Wechsel sorgten die Keeper Wolff und Silvio Heinevetter dafür, dass es nach 20 Minuten nur 8:9 hieß.

Bundestrainer Christian Prokop wechselte viel. Er nutzte eine hektische Phase, in der es für beide Teams Zeitstrafen hagelte, um die Breite des Kaders auszuspielen. Das ging in Teilen auf, zur Halbzeit war Deutschland auf 12:14 dran. Die Defensive schwächte sich in Halbzeit zwei aber weiterhin selbst, indem sie nach Fouls in Unterzahl geriet. Auf vier Tore zog Norwegen davon (15:19). Die Körpersprache der Deutschen spiegelte den Spielstand wider. Hendrik Pekeler sah die Rote Karte nach seiner dritten Zeitstrafe und ärgerte sich derart, dass ihn Teammanager Oliver Roggisch beruhigen musste. Obwohl Heinevetter im Tor oft glänzend parierte: Der Abstand schmolz nicht. Nach 23 Minuten hieß es 22:26. Und der Glaube an den Traum schwand mit jeder Minute.

Um kurz nach 22 Uhr war klar: Das Finale spielen Dänemark und Norwegen am Sonntag um 17.30 Uhr in Herning aus. Der dreimalige Weltmeister Deutschland wird dort gegen Frankreich um Bronze (14.30 Uhr) kämpfen. In der Gruppe hatten sie sich in Berlin ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert (25:25). Und 15.000 in Herning werden zuschauen.

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