Handball-WM 2019: Deutschland siegt souverän gegen Brasilien

34:21 gegen Brasilien: Gensheimer-Gala bringt Deutschland zweiten WM-Sieg

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat bei der Heim-WM nach dem klaren Sieg gegen Korea das nächste Ausrufezeichen gesetzt. In Berlin bezwang die DHB-Auswahl Brasilien souverän mit 34:21.

Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Handball-WM 2019 auch ihr zweites Gruppenspiel gewonnen. Gegen Brasilien, das am Vorabend nur knapp gegen Weltmeister Frankreich verloren hatte, siegte Deutschland fulminant mit 34:21.

Bundestrainer Christian Prokop vertraute in der Arena am Berliner Ostbahnhof zu Beginn auf die Sieben, die bereits im WM-Auftaktspiel gegen Korea (30:19) begonnen hatten. Torwart Andreas Wolff spielte hinter Kapitän Uwe Gensheimer, Steffen Fäth, Martin Strobel, Hendrik Pekeler, Steffen Weinhold und Rechtsaußen Patrick Groetzki. Es fehlte lediglich Franz Semper (Erkältung).

Torwart Wolff machte da weiter, wo er gegen Korea aufgehört hatte. Dank einiger Paraden innerhalb der ersten zehn Minuten konnte sein Team früh eine Führung herstellen. Die Defensive mit dem Mittelblock Wiencek-Pekeler hatte reichlich Arbeit mit den stämmigen, physisch spielenden Offensiven der Brasilianer. Bereits in der achten Minute machte sich das bemerkbar, als Wiencek eine Zwei-Minuten-Strafe vom norwegischen Schiedsrichtergespann kassierte.

Die Defensive stand aber dennoch wie ein Bollwerk. Vorne lag der Schlüssel zum Glück auf der linken Außenbahn. Uwe Gensheimer hatte bereits vier Tore auf dem Konto, da waren noch keine elf Minuten gespielt. Ein frühes Anzeichen dafür, dass er am Ende auch bester Schütze (zehn Treffer) der Deutschen sein sollte. Nach nur zwölf Minuten zog das DHB-Team auf 7:2 davon – und das mehr als sehenswert: Abwehrmann Wiencek traf vom eigenen Kreis aus ins unbewachte Tor der Brasilianer. Einzig Steffen Fäth, der nach vier Treffern im ersten WM-Spiel eigentlich Selbstvertrauen hätte tanken können, war zu Beginn noch nicht treffsicher. Bis zur 19. Spielminute musste der Rückraumspieler auf seinen ersten Treffer gegen Brasilien warten – setzte dann aber gleich drei Treffer in kürzester Zeit. Dass Keeper Wolff ein Torverhinderer ist und kein Schütze, zeigte sich in der 23. Minute, als er das verlassene brasilianische Tor mit einem Wurf über das gesamte Spielfeld knapp verfehlte. Früh war klar, dass der WM-Gastgeber den nächsten Schritt im Turnier gehen wollte. Immer wieder kam dabei Gensheimer auf der linken Seite durch. Brasiliens Verteidiger Rudolph Hackbarth war völlig überfordert mit dem Tempo und der Wendigkeit, die er auf die Platte brachte. Paul Drux und Fabian Wiede kamen noch vor der Halbzeit und fügten sich in das hohe Spiellevel des DHB-Teams nahtlos ein. Die Fans in der Berliner Mercedes-Benz-Arena feierten jedes Tor und jede Abwehraktion. So auch den Halbzeitstand von 15:8.

Es blieb die Frage: Würde Brasilien noch einmal zurückkommen? Am Freitagabend beim knappen 22:24 hatten sie Comeback-Qualitäten bewiesen. Doch Deutschland blieb stark. Für Brasilien gab es auch nach der Pause kein Durchkommen durch den deutschen Defensivverbund. Die deutsche Mannschaft hielt das Tempo hoch und hatte auch gegen die nun offensiver abwehrenden Brasilianer keine Mühe. Richtig laut wurde es in der 38. Minute, als Berlin seinen Lokalmatador Silvio Heinevetter als Torwartersatz für Wolff feierte. Die zwischenzeitliche Sieben-Tore-Führung (21:14) sprach eine klare Sprache. Der Endstand 34:21 war ein Zeichen dafür, was das deutsche Team zu leisten im Stande ist.

(ball)
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