Handball-WM 2019: Deutschland schlägt auch Spanien - jetzt ist Norwegen dran

Handball-WM: Deutschland schlägt auch Spanien – jetzt kommen die Norweger

Die deutschen Handballer haben sich bei der Heim-WM den Gruppensieg gesichert und für das Halbfinal-Duell mit Norwegen eingeworfen. Gegen Spanien gewann die DHB-Mannschaft 31:30.

Von Abschiedsschmerz war in der Kölner Arena nichts zu spüren. Und den 19.250 Zuschauern in der erneut ausverkauften Arena war es offenkundig auch egal, dass es beim letzten Hauptrundenspiel dieser Handball-WM für Deutschland nur noch darum ging, von Spanien nicht abgeschossen zu werden. Durch den Sieg der Kroaten gegen Frankreich (23:20) am Mittwochnachmittag nämlich war klar: Deutschland hätte sich eine Niederlage mit sieben Toren leisten können – und wäre trotzdem Gruppensieger geworden. Es kam zum 31:30 (17:16), weil von Anfang an die Marschroute des deutschen Abwehrchefs beherzigt wurde: „Wir werden alles geben, um zu gewinnen. Wir wollen uns mit dem Spiel beim Kölner Publikum bedanken und verabschieden“, sagte Patrick Wiencek.

Die Start-Sieben zeigte, dass Bundestrainer Christian Prokop und seine Mannschaft nicht angetreten waren, um das Spiel herzuschenken. Immerhin konnte Deutschland mit einem weiteren Sieg seine bislang makellose Bilanz verteidigen und ungeschlagen in die Finalrunde gehen. Im Innenblock agierten Patrick Wiencek und Paul Drux. Vor der 5:1-Abwehr und am Kreis startete Hendrik Pekeler. Uwe Gensheimer kam über die linke Seite und Patrick Groetzki über rechts.

Im Gleichschritt bewegten sich Deutschland und das spanische Team in der ersten Halbzeit. Nach einer 3:1-Führung für den WM-Gastgeber, legten die deutschen Handballer immer einen vor, nur damit Spanien im Gegenzug ausgleichen konnte. Dementsprechend wenige Akzente setzten die Torhüter: Andreas Wolff wehrte lediglich zwei von zwölf Würfen in Halbzeit eins ab. Silvio Heinevetter, der Wolff alsbald ablöse, sah ähnlich unglücklich aus (zwei von sieben).

Bemerkenswert war die couragierte Leistung des Nachrückers im deutschen Team: Tim Suton (22), der für den verletzten Martin Strobel nachnominiert wurde, zeigte Spielfreude auf der Platte und hatte Zug zum Tor. Dreimal traf er, genau wie Rückraumspieler Fabian Böhm, der den 17:16-Halbzeitstand besorgte.

Dem Rückraum um Fabian Wiede, Böhm und Youngster Suton gelang es, den Ausfall von Spielmacher Strobel zu kompensieren. Der unglückliche Mittelmann, der sich im Spiel zuvor einen Innenbandriss zugezogen hatte, wurde bereits operiert. Aus dem Krankenhaus hatte er vor dem Duell per „Instagram“ beste Grüße an das Team gesendet.

In der Deckungsarbeit fehlte Deutschland oft der Zugriff. Das lag auch daran, dass Prokop munter durchwechselte, um allen Spielern noch einmal einen Einsatz zu geben. Allen voran die Spanier Ferran Sole Sala (acht Tore) und Angel Fernandez Perez (fünf) nutzten die Abwehrlöcher immer wieder. Doch die Oberhand behielt Deutschland bis zum Schluss. Das 31:30 brachte den erhofft guten Abschied aus Köln. Nun also geht es Richtung Halbfinale in Hamburg.

Norwegen qualifizierte sich hinter Co-Gastgeber Dänemark, somit trifft Deutschland also auf den Vize-Weltmeister. Neben 13.000 Fans, werden dann in der ausverkauften Arena am Volkspark auch namhafte Gäste mitfiebern. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich bereits angekündigt.

„Wir hatten eine sehr schwere Auslosung und haben uns durchgebissen. Jetzt geht es weiter“, sagte Prokop. Der Traum von einer Medaille bei dieser Heim-WM 2019 lebt. Befeuert wurde er vom Auftritt der Weltmeister 2007, die sich in der Halbzeit geschlossen vom Publikum feiern ließen. Auch die ehemaligen Nationalspieler drücken alle Daumen, damit es zwölf Jahre nach dem letzten Titel erneut klappt.

Am Donnerstagmorgen stehen Trainer und DHB-Verantwortliche noch einmal kurz den Medien in Köln zur Verfügung. Um 12.15 Uhr dann hebt das Flugzeug ab gen Norden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Deutschland - Spanien: die Bilder des Spiels

Mehr von RP ONLINE